Band 
Erster Theil.
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574
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574 Roos.

tung benahm. Sein Pinsel ist markigt und feineComposttionen zeugen immer von einer guten Ur-theilskraft. Die Landschaften und Lüste, Allesverräth einen Maler, der sich mit der Natur genaubekannt gemacht hat. Seine Werke werden nochimmer gesucht, und man trist dieselben besondersin Italien an. Philipp etzte auch in einer sehrfeinen Manier, so daß ihn wenige in der Zusam-mensetzung und Ausführung übertreffen. In Aus-theilung des Lichts besaß er besonders große Ge-schicklichkeit. Alle seine Entwürfe sind vom Schä-ferleben hergenommen; dem ungeachtet findet manzuweilen in seinen angenehmen Gegenständen etwasvom heroischen Styl. Man hat nicht viel Blattervon ihm; sie würden aber auch bey einer größernMenge allemal schätzbar bleiben. P. Monaco, Wool-let, Eliot u. a. haben nach ihm gearbeitet. Der-ca-rrpr III. 3 ro.

Roos (Theodor), Joh. Heinrichs Bruder,fieng schon im zweyten Monate seiner Lehrzeit beyAdrian de Bie an zu malen, und arbeitete daraufgemeinschaftlich mit seinem Bruder, der ihn wei-ters unterrichtete. Sie kamen an den Hof des Land-grafen von Hessen-Cassel , wo sie in Zeit von dreyJahren sehr viele Bildnisse malten. Jetzt suchte einjeder besonders sein Glück. Theodor arbeitete anvielen deutschen Höfen, besonders an dem herzog-lichen zu Stutkgard, wo er acht große historischeBilder verfertigte. Zu der Zeit, als die FranzosenStraßburg einnahmen, befand er sich daselbst, undward von allen Kriegsungelegenheiken verschont;die vornehmsten Staabsofficiers besuchten ihn. Ermalte in dieser Zeit viele Bildnisse und erwarb sicheinen großen Reichthum. Dieser Künstler hatte eineleichte und große Manier, und seine Färbung warlebhaft; aber er wandte zu wenig Fleiß an die Zeich-nung. In der Composition seiner historischen Stückewar er sehr geistreich, Seine meiste Arbeit findetman an den deutschen Höfen. B- Kilian, I. I.Thourneiser, P. Schenk u. s. f. haben nach ihmgestochen. Oenampr III. 68.

Rosse; Beyname von A. Liemacker.

Rooster (Jacob de), Landschaftsmaler von Me-cheln, siudirte zu Rom unter Caspar Dughet .

Rosa (Anna), genannt Annella diMassimo,Malerin zu Neapel , lernte zuerst bey ihrem Oheime,Franz Rosa, genannt pacheco, und hernach beyMaximus Stanzioni. Sie war sehr geschickt in derZeichenkunst, untermalte viele Werke dieses letztemund verfertigte auch Einiges aus eigener Erfindung;neben Anderm zwey Deckenstücke in der Kirche Piekade Turchini, in welchen sie die Geburt und dasAb-leiben der H. Jungfrau Maria vorstellte. Sie starb1649. 36 . I. alt. Ihre übrige Geschichte kann indem Art. Augustin Beltrano, ihres Ehemanns,nachgelesen werden. III. g6.

— — (August). S. den Art. Salvaror Rosa,seines Vaters.

— — (Bartholome del); Beyname von B.Torreggiano.

— — (Carl di), von Bitonto in der neapoli-tanischen Provinz von Bari gebürtig, lernte beyMaximus Stanzioni. Er studirte zu Rom nachden Werken Raphaels und tzannibals Carracci ,und nach dem Colorit des Guido Reni und desGuercino . Bey seiner Zurückkauft schöpfte er vielenNutzen aus den Werken des Matthias Preti, auswelchen er eine richtige Zeichnung, große Compositionund eine vortrefliche Kenntniß vom Helldunkel er-lernte. Er arbeitete um i 665 . in seiner Provinz undan vielen a. O. des Königreichs. Domem'cr III. 1r 3 .

— — (Christoph und Stephan), Gebrüder,genannt Brescianl , waren zu ihrer Zeit geschickteArchitektur- und Ornamentmaler. Christoph wirdvon vasari als ein treflicher Künstler in Perspectiven,Gesimsen, Larven und allerhand Schilden beschrie-ben, die eher von Dildhauerarbeit als gemalt zuseyn schienen. Die Decke der Kirche St. Maria

Rosa.

dell Orto zu Venedig wird für eines der schönstenWerke in dieser Art gehalten und ist von ihrer Ar-beit. Allein die Zeit hat den bewundernswürdigenEffekt ihrer Bilder fast gänzlich ausgelöscht. Sieblüheten um die Msitt des XVI. Jahrhunderts.A/rioA I. 26h.

Rosa (Franz), genannt pacheco, Maler,Dichter und Geschichtschreiber, geb. zu Sevilla i 588 .Domenkci führt ihn (III. 101.) als einen Neapoli-taner und Schüler des Maximus Stanzioni an.Auf seinen Reisen in Italien waren es besondersdie Werke Raphaels, welche er studirte. Man tadeltan seiner Arbeit eine etwas trockene Manier; hin-gegen muß man seine meisterhafte Zeichnung bewun-dern. Er verstand das Wesentliche seiner Kunstsehr gründlich. Auch hinterließ er eine trefliche Ge-schichte von der Malcrey, die 1649. zu Sevilla in40. gedruckt ist. Er st. 1654. 91. —

Ein zweyter Franz Rosa, Maler von Genua , ar-beitete um 1670. zu Venedig , wo man in der KircheFrari die Auferweckung eines Todten durch St. An-ton von seiner Hand findet. C. de la Haye hat nachihm geetzt. SanaF/ia. — Ein dritter Franz Rosa,Maler von Brescia , verfertigte die Tafel der H. Ma-ria Magdaleua in der Kirche St. Franziscus zuSiena . /'eccr. — Ein vierter Franz Rosa, Malerund Kupferstecher zu Rom, arbeitete nach H. Car-racci u. s. W.

— — (Peter), Christophs Sohn, lernte beyTitian , der seinem Vater, als einem vertrautenFreunde, zu gefallen, denselben liebreich unterwies,perer malte zu Brescia die schöne Tafel der H. Bar-bara für die Kirche Madonna delle Grazie, in wel-cher man die Manier seines Lehrmeisters sehr mei-sterhaft nachgeahmt findet. Er starb vor dem Va-ter 1676. ob an beygebrachtem Gifte oder an derPest, lauten die Berichte ganz ungleich. Lieio//? 1.266.

— — (Philipp, seine Söhne, und Johann) sindunter diesem Namen in Italien bekannt. S. Roos.Durch Rosa da Napoli versteht man Jacob Roos,und durch Rosa da Tir-oli, Philipp Roos .

— — (Salvator), genannt Salvatoriello,Maler, Kupferetzer und Dichter, von Renella beyNeapel gebürtig, lernte bey seinem Vater, beyPaul Greco, seinem Oheime, bey Franz Fracan-zano, Angelus Falcone und Joseph Ribera. Erarbeitete lange Zeit zu Rom , wo er nach alten nndneuern Künstlern studirte. Salvaror malte Feld-schlachten, Landschaften und Seestücke; man findetauch von ihm fünf Altarblatkcr in den Kirchen zuR.m. Nachher aber blieb er bey den Landschaftenallein, worin er Felsen, Wasserfalle, Gründe,Aussichten, Thiere und so wohl gebildete und leb-hafte Figuren vorstellte, daß seine Gemälde häufigvon den Liebhabern, besonders von Engländern,aufgekauft wurden. Er wählte seine Gegenstände,wo die Natur am stärksten, nicht wo sie am ordent-lichsten wirket; Wildnisse, aber nicht angenehme,sondern rohe, unwirthbare, wo noch nie der Fußeines Menschen gestanden. Man erzählt von ihm:Er habe einige Jahre seiner Jugend unter einemHaufen Banditen zugebracht und die felsichten undwilden Gegenden, wo er sich damals zu verbergenpflegte, hatten ihm den Stoff zu den romanhaftenLandschaften, die er vorzüglich gern malte, an dieHand gegeben. Seine einzelnen Figuren, oder ins-gemein sogenannte Soldaten oder Räuber, sollennach seinen damaligen Kameraden gezeichnet seyn.Die Landschaften von seiner zweyten Manier über-treffen die von seiner ersten weit Diese sind schwach,und scheinen mit Wasserfarben gemalt zu seyn. SeinePinselstriche sind sehr leicht und geistreich, und di«Blätter seiner Bäume sind von gutem Geschmacke.Salvaror arbeitete mit solcher Fertigkeit, daß eroft am gleichen Tage ein Gemäld anfienq und vol-lendete. Man bemerkt in seinen Werken ein selt-sames Genie, riesenmäßige Fiaurcn und einige Un-richtigkeiten in Verzeichnung. Auch hat man etwa 40.Blätter von ihm selbst mitcinersehrgeistreichenMa-nier radirt. I. Ossenbek, B. Picart, le Das, F.