6i4 Scierra.
Gcierra (Franz Perez) ward 16-27. von spa-nischen Eltern zu Neapel geboren. Er lernte beyAngelus Falcone und übte sich mit vielem Ruhm inFelvschlachten, Bambocciaden und Blumenmalen.Als er mit seinem Vater nach Madrid kam, arbei-tete er in Gesellschaft mit Johann Toledo für vieleStandespersonen, und erlangte nicht allein einenallgemeinen Beyfall, sondern auch ein seinen Ver-diensten angemessenes Amt. Er st. 1709. zu Madrid .^Äa§co dlo. 227.
Scifardini (Don Damian). S. Schi-fardiru.
Scifrondi (Anton), einer der ersten Malerzu Bergamo , von welchem man in dem Speisesaaldes dastgen Collegii della Misericordia vier Brustbil-der von schöner Zeichnung, kühner Behandlung derFarben und großer Wahrheit im Ausdrucke findet.Man sieht auch von seinen Gemälden in zweyen Kir-chen zu Brescia . — Ein anderer Anton
Scifrondi oder Cifrondi, von Clusone in dem Ge-biete von Bergamo gebürtig, lernte bey M. A. Fran-ceschiniund reiste nach Paris , wo er mit den vor-nehmsten Malern Bekanntschaft machte. Nach sei-ner Zurückkunfl ins Vaterland malte er in Oel undFresco. Er starb zu Brescia um 1700. wettere Lr-in /httM'N IV. 28.
Scilka (Augustin), Maler von Mefsina, lerntebey Anton Barbalonga und bey Andreas Sacchi.Er arbeitete zu Rom , wo er er 1679. Mitglied derAcademie St. Lucas war. Uebrigens war er ein ver-ständiger Liebhaber und Sammler von Schaumün-zen und Zeichnungen. Er st. 1700. 71. I. alt. B.Fariat hat nach ihm gestochen.
Sciolanre. S. Siciolante.
Scioppi; Beyname von I. Alabardi.
Sciore (Colantonio desto). S. Fiore.
Sciorina (Loren; del), Maler von Florenz ,lernte bey Augelus Bronzino und arbeitete mit vie-len andern Künstlern der dasigen Akademie an demLeichengerüste des Michelangelo . In seinen Gemäl-den schätzt man allein die Zeichnung. Er malte indem großen Kreuzgange des Klosters St. Marianovella zu Florenz eine Feldschlacht, worin er einenSoldaten mit abgehauener linker Hand vorstellt, sichaber auf eine lächerliche Weise vergaß, indem erdessen rechte Hand auf dem Boden liegend zeichnete.^a§a»-i III. 869.
Sciorrini (Cajetan) malte die EmpfängnißMaria in der Kirche St. Stefano in Piscinula zuRom . Dti.
ScIav 0 n (Wilhelm). S. den Art. A. Galle.
Sclavonier (der); Beyname von A. delArca.
Sclopis (Jgnatius), Grafvon Borgo, einTuriner, zeichnete und etzte 1764. zwey große per-spektivische Prospekte der Stadt Neapel , jeden vondrey Bogen.
Scolari (Franz und Anton), Gebrüder, vonCorona in dem Bischthume Como gebürtig, lerntendie Bau - Bildhauer- und Possirkunst zu Genua beyThaddäus Carlone, und arbeiteten kurze Zeit mit ein-ander, weil sie beyde in frühen Jahren starben. Sieblüheten um den Anfang des XVII. Jahrhunderts.§ox>»-am p. 269.
— — (Johann). S. Solar».
— — (Joseph), Maler von Vicenza , lerntebey den Maganza und arbeitete so wohl für öffent-liche als Privargebäude. Er malte meist auffrischenKalk und Grau in Grau, welches letztere um , 58 o.stark in Uebung war. Scolari war ein geschickterZeichner; daher schnitt Andreas Andrea»! Verschie-denes nach ihm in Holz, worunter eine Grable-gung Christi bey den Liebhabern wohl bekannt ist.Papillon führt diesen Maler selbst unter den Form-schneidern an. 6naE»tr. — Man findet-auch einenJoseph Scolari, welchen f)c>zzo (N°-77.) unterden veronesischen Künstlern anführt. Er war des
Scorza.
Paul Cali'ari Schüler und arbeitete zu Venedig undPadua . Es ist etwas zweifelhaft, ob es nicht od-gemeldten Maler von Vincenza bedeute, da sie beydein ihrer Lebenszeit ziemlich genau mit einander ein-treffen.
Scooreel (Johann) ward in einem Dorfedieses Namens nahe bey Alkmaer geb. 1496-, lerntebey Wilhelm und Johann Cornelisz zu Amsterdam .Hernach begab er sich auf Reisen, bljeb einige Zeitbey Johann Mabuse, und zu Nürnberg bey AlbertDürer. Alsdann gieng er nach Venedig , wo erviele Leute antraf, die eine Reise in das gelobte Landvorhatten, und ließ sich bereden, ihnen Gesellschaftzu leisten; auf dieser Reise zeichnete Scooreel allemerkwürdigen Oerter, und wußte sich nachher die-ser Zeichnungen in seinen Gemälden nützlich zu be-dienen. In ih2o. kam er in Italien zurück, stu-dirte zu Rom nach den Antiken, nach Raphael ,Michelangelo u. a. Adrian VI. anvertraute ihm dieAufsicht über die Gebäude des Belveders, wo erverschiedene Gemälde verfertigte, worunter auch die-ses Pabsts Bildniß in ganzer Statur und Lebens-größe sich befand. Scooreel gieng nach dem Todeseines Beschützers durch Frankreich, wo ihn Franz I. wiewohl vergeblich suchte in seinen Diensten zu be-halten, in sein Vaterland zurück, setzte sich zu Ut-recht und starb daselbst 1662. Er war einer der er-sten Niederländer, welche Italien besuchten, undbrachte den guten Geschmack der Antiken in seinemVaterlande empor. Franz Floris nennt ihn daherdie Fackel der niederländischen Maler. SeineWerke giengen größtentheils in den Unruhen seinesVaterlandes zu Grunde. Die Stärke des Herculesin 12. Blättern sollen von der Hand dieses Meistersseyn. I. 5 o. p. 528.
Scopas oder Scaphas, berühmter Bau-meister und treflicher Bildhauer aus der Insel Parrvs, lebte um IU. 3572. Er arbeitete an demberühmten Grabmale, welches Arthemisia ihremGemahl, dem König Maulolus von Carlen, in derStadt Halicarnaß aufrichten ließ. Scopas ver-fertigte auch zu Ephesus eine Säule, die wegen derbesondern Schönheit ihrer Verzierung in großemRufe war. Unter seinen Werken aber wird vornehm-lich der Statüe einer Venus gedacht, die nach Rom gebracht und für eine dergrößten Zierden dieser Stadtgehalten, ja sogar einer Venus von Praxiteles vor-gezogen wurde. Winkelmann schreibt ihm auchdie berühmte Niobe in der Villa von Medicis beyRom zu. /.acombe.
— — Name eines antiken Edelsteinschneiders,
den man auf einem hohl geschnittenen Carniol findet.Er stellt eine aus dem Bade kommende Weibspersonin einer zierlich contrastirten Stellung vor. Oa-irir/Lecner/ VI. 38 . X". 4.
Scoppa (Horaz ) gab 1642. ein gelehrtes Werkzu Neapel , worin von allerhand Zierathcn für Urnen,Pyramiden, Leuchter und andern schönen Erfindun-gen von seltsamen Figuren zu Rauchfässern, Kirchen-gefässen u. s. f. gehandelt wird. Man weiß aber nicht,ob dieser Scoppa ein Maler, Kupferstecher oderGießer gewesen sey. In der Künstlergeschichte wirdallein eines Scoppa gedacht, der in Acquarell Per-spektive u. Ornamente gemalt hat. Domeurcr II. 264.
— — (Rudolph), Neapolitaner, lernte beyOnophrius Loth und malte zu seinem ZeitvertriebeFrüchte. Er folgte seinem Lehrmeister nach Rom ,wo er um 1720. lebte. Oa»re»rcr III. 3 on.
Scor (Christoph). S. den Art. I. p. Schor.
Scorodoomoff (G ), russischer Kupferste-cher,arbeitete um 1770. zu London auf Röthelmanier.
Scorticone (Dominicus), berühmter Bild-hauer und Baumeister aus der Lombarbie, lernte beyThaddäus Carlone. Er arbeitete um den Anfangdes XV > I. Jahrh, zu Genua , wo er viele Werke inbeyden Künsten hinterließ, als er in männlichemAlter starb. L'ox,a»! p. 296.
Scorza (Joh. Baptist), SinibaldsBruder.