Schweinheim.
Florenz , wo er für das Gemmencabinet des Baronvon Stosch arbeitete. Man schreibt ihm die Erfin,düng, getuschte Handrisse in Kupferstichen nachzu-ahmen, zu, wovon man in Hugfords Sammlungvon A. D. Gabbiani's Zeichnungen einige Probensehen kann. Schweikhard ward in die Künstler,academie zu Florenz aufgenommen; er kam nach einer18. Jahre langen Abwesenheit 1760. in sein Vater,land zurück, wo er nach Gemälden und Zeichnn»,gen berühmter Maler arbeitete; die nach Guercino sind besonders schön. Eines seiner beßten Blatterrsi das Bildniß des Generals von Varel .
Gchweinheim (Conrad), denRnorrS.9.als einen der ersten Kupferstecher angiebt, war einerder ersten Buchdrucker zu Rom , wo er sich um 1467.niederließ. Er ließ die ersten Landcharten in Kupferstechen und st. 1478. Murr's AürnbergischeBunsigeschichre S- 226.
Schweizer oder Schwyzer (Johann),Maler und Kupferstecher von Zürich in der Schweiz ,arbeitete um 1660. zu Heidelberg . Er verfertigteviele Bildnisse mit dem Grabstichel, die aber in Wahr,heit sehr mittelmäßig sind, und st. 1679. ChristE. 277. halt ihn für einen Maler aus Hessen .
Schweizer ; Beyname von Joseph Heinzun I. Christoph Stimmer. "
Schwendimann( ), eines lucernischenBauern Sohn, lernte für sich selbst das Kupferste-cher,, und nachwerts Wappen zu schneiden, woriner Samson in Basel ziemlich nahe kam. Um 1773.gieng er nach Rom , um sich nach den ächten Grund-regeln in dieser Kunst zu üben. Schon um dieseZeitwagte er sich, eine Schaumünze mit zwey Brust,vildern in Stahl zu schneiden, die als ein Probstückfür eine recht artige Arbeit zu halten ist. Man siehtvon ihm, neben Andern, einen schönen Schnupfen,ning auf das von der Krone Frankreich 1777. errich,tete Bündniß mit den Schweizercantons.
Schwerdfigere ( ), ein Engländer,
etzte mit Miller die Architecturhandrisse des JnigoJones.
Schwestermülker (David), von Ulmge,bürtig, lernte zu Augspurg. Derselbe hielt sich langezu Rom auf und kam darauf nach Augspurg zurück,wo er sich hauShablich niederließ. Schwester,Mil-ler war in der Zeichnung und im Posslren vortref,lich, wovon verschiedene »ach «einen Werken ge,machte Abgüsse zum Beweise dienen. Er st. 1678.84. I. alt. von Srerren Br. VUI.
Schwerer (Ulrich), berühmter Siegel» undPetschaftstecher, lebte um i 555 . zu Augspurg. Kai-ser Ferdinand l. ertheilte ihm die Freyheit, seineKunst in Gold, Silber und andere Metalle zu arbei,ten, in allen Städten des deutschen Reichs zu üben.von Srerren Br. VII.
Schwrnderen (van), holländischer Stahl,schneider, blühete um 174».
Schwinger (Hermann), geb. zu Nürnberg ,1640. lernte bey Stephan Schmidt. Derselbe schnittschöne Landschaften mit einem angenehmen Baum,schlag auf Glas, übertraf hierin seinen Lehrmeister,und ward seine Arbeit von den Kunstliebhabern starkgesucht. Er st. 1682. Doppelnzayr S. 227.
Schpnburg (Peter). S. den Art. I. A.Blanckhoef, seines Schülers.
Gchynvoer (Simon), geschickter BaumeisterznAmsterdam, blühete um ,7t». ErnebstJohannuud Samuel van Graden, Stephan venakoolund Jacob Maror bauten die meisten Lusthauser undlegten die schönsten Gärten längs dem Fechtstromevon Utrecht bis nach Muyden an. Er war einerder größten Kenner von Naturalien und besaß hie-rin ein sehr kostbares Cabinet. Dieser Künstler hey»ralheie Cornelia de Rvk, des Malers van GoorWittwe, und selbst eine Malerin. Uffenbach III. « 168 .
— — ( ) Kupferetzer, der nach «einen eige,
nen Erfindungen mit einer sehr feimn Nadel klein«
Sciavi. 6rz
historische Stücke lieferte, arbeitete vermuthlich imXVIII. Jahrh, in Holland .
GchyZ ( ) radirte nach I. C. Brands Zeich,
nungen an den Ausrüfen der Stadt Wien .
Sciaminose (Raphael), Maler, Kupfer-stecher und Formschneider von Borg» St. Sepolcro,lernte bey Raphael dall Colle. Er malte das Blattdes hohen Altars in der Hauptkirche seiner Geburts,stadk. Aber seine Stiche, welche der Abt von LN«,rolle« in i 3 o. Blättern gesammelt hatte, sind inbesserer Achtung als seine Gemälde. Er etzte einige«kleine Stücke von den Geheimnissen des Rosenkran-zes in einer meisterhaften Manier. Die Zusammen-setzung ist zwar nicht schön, aber die Zeichnung istgut. Die meisten Figuren haben viel Grazie und dieKöpfe viel Leben. Er arbeitete nach L. Cambiast,F. Barozio, P. Drronese, D. Castelli, Raphaelu. s. f. und hat auch einige Blätter in Holz geschnit-ten; neben andern die ersten römischen Kaiser nachA. Lempesta. Basan bemerkt seine beßte Arbeit.Man findet auch davon eine Beschreibung in: In-«lice stelle 8tsmpe stells Huris Irinoceurisns zuRom . Er blühete um den Anfang des X VII. Jahr-hunderts. Man weiß aber fast nichts von seinenLebensumständen. L?«m-rentr p. 442.
Sciarano od. Scerano (Johann), Bild-hauer von Fiesole, arbeitete zu Rom , wo er einenin Basrelief verfertigten antiken Löwen ins Rundearbeitete. Dieser befindet sich, nebst noch einemandern, den Flaminius Vacca neu verfertigte, ineinem Portico, der dem Garten von Medicis ge-genüber ist; aber der moderne Löwe ist ungleich bes-ser als jener. Arcüarä-o» II. 209.
Sciarpelloni (Lorenz), genannt di Credi,geb. zu Floren; 14^2. lernte anfangs die Gold,schmiedskunst bey M. Cione; weil er aber seine Mit-schüler an Fleiß und guter Zeichnung übertraf, be,kam er Lust, die Malerey bey Andreas Verrocchiozu erlernen, und ward hierin des Leonhard da VinceMitschüler: Dieses letztem Manier gefiel ihm mitder Zeit so gut, daß er derselben in der Reinlichkeitund der schönen Ausarbeitung so genau solare, daßLorenz eher des da Vince als Derocchio's Schülergenannt werden kann. Indessen hatte er doch fürden Verrocchio eine solche Liebe, daß er seinen Leich-nam von Venedig abholte und zu Florenz ehrlichbestatten ließ. Lorenz war in Ausarbeitung seinerWerke so fleißig, daß alle andern Gemälde gegendie seinigen nur untermalt zu seyn schienen Er warungemein sorgfältig in Zubereitung und im Gebrau-che der Oelfarben, indem er für jede Tinte, derener öfters 25. bis 3c». auf der Palette hatte, einenbesondern Pisel brauchte, und nicht gesiaktete, daßin seinem Mahlzimmer die geringste Bewegung, dieeinen Staub erregen konnte, gemacht wurde. EineManier, die lange nachher von Gerard Douw undvielen andern Niederländern genau beobachtet wor-den. Nachdem dieser Künstler einen großen Reich,thum erworben hatte, begab er sich in das KlosterSt. Maria nuvva, wo er sein Leben in Ruhe undin dem Genusse der Früchte seiner Arbeit , 53 o. be-schloß. W. Hollar hat nach ihm geetzt.
III. 120.
Sciavi (Bernhard), berühmter Mathema-tiker und Kriegsbaumeister zu Verona um 1V90.lernte bey seinem Vater Vincenz, einem Baumeisterund Bildhauer. Bernhard ward wegen seiner Er-fahrenheit nach Venedig, Brescia und an andereOrte zur Aufsicht über Befestigungswerke berufen.— Sein einer Bruder, Prosper, verfertigte alsBaumeister viele Arbeit zu Verona , und starb da,selbst 1697. 54 . I. alt. — Der andere Bruder,Carl, übte gleiche Kunst mit vieler Geschicklicykeit,starb aber in der Blüthe seiner Jahre. — JosephAnton, Prospers Sohn, lernte bey AlexanderMarchesini und bey Hieronymus Negri. Er.^fer-tigte viele Statüen für die Kirchen und Pallaste sei-ner Geburtsstadt und lebte um 17,8. 3 c>. I. alt.glicht, p. 2(j.
Jiii 2