Band 
Erster Theil.
Seite
625
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Silvester.

Sachsen , während welchem ihn der König mit Wohl,thaten überhäufte, gieng er nach Paris , wo er vomHofe ein Jahrgelb von 1000. Livres und eine Woh-nung in den Galerien des Louvre erlangte. Daselbststarb er 1760. 85 . I. alt. Viel Feuer, richtige Zeich-nung, edle und kluge Zusammensetzung, männlicheund starke Färbung machen den Charakter seiner hi-storischen Gemälde aus. N. Chateau, H. S. Tho-maffin, I. Daullö u. s. f. haben nach ihm gesto-chen. — Alclaus Carl, Carl Franzen Sohn, warddes Königs und der königl. Kinder Zeichenmeister.Er malte und etzte in einer treflichen und malerischenManier, theils'nach eigener Erfindung, theils nachF. le Moine, C. Coypel, Oudry u.s.f. St. 1767.67. 1 . alt. — Vermuthlich betrift es seinen Sohn, derbey den Brudern Ludwig X VI. die Stelle eines Zei-chenmeisters vertrat, und den der König 1775. zumRitter des St. Michaelordens ernannte. — Su-sanns Silvestre, vermuthlich Israels Tochter,hatte eine gute Manier mit der Radirnadel und demGrabstichel zu arbeiten. Ihre Blätter bestehen meistin Bildnissen und Köpfen nach Rubens , Vandycku. s. f. Laeombe.

Silvestre (Maria Catharina). S. Herault.

Silvestrino (Lazarus), Maler zu Venedig ,war Zeitgenosse der Bellini, Marc Basaiti u. s. w.Diesen unbekannten Maler führt Baldinucci ineinem Briefe an den Marchese Capponi an.

Silvestro (M. Rochus da). S- den Art.L. Corona, seines Schülers.

Silviouche. S. Salvr'ouche.

Silvius (Dalthasar), Kupferstecher, arbei-tete nach P. Breughel, C. van Mander u. s. w.Christ führt sein Monogramm S. iZo. an.

Simbenari (Joh. Anton), Maler von Ve-rona , lernte bey Sauto Prunaki. Er trat frühzei-tig in den Benediclinerordcn und setzte die Erler-nung seiner Kunst zu Venedig unter Anführung sei-nes Freundes, des Anton Baleflra, fort. Mansieht Vieles von seiner Arbeit in der Kirche seinesOrdens St. Zeno zu Verona , wo er 1718. 5 o. I.alt noch lebte. /bLL Hädlt. p. 16.

Simbrechr( ), Maler von Antwerpen ,that eine Reise in Italien , und arbeitete hernachmit großem Ruhme zu Prag , wo ein Alkarblattvon seiner Hand in der Carmeliter-Baarfüßerkirchezu lehrn ist; von da durchreiste er ganz Deutschland und starb endlich in seiner Vaterstadt 70. I. alt.Bibl- d. schon. Wissenschaft. X. 3 Zs. Vermuth-lich ist er einer von den vorangezogencn Sibrechrs.

S'mel .Leonhard) aus Deutschland , malte inder Kirche de i Scrvi zu Venedig : Christus in demGarten Gechscmane. Man findet darin Feuer, Ge-nie und eine große Manier; übrigens aber ist dasBild schwach. Dieser Maler lebte vermuthlich umdas Ende des XVII. Jahrhunderts.

Slmenus. S. den Art. Barton.

Simler (Johann), Maler von Zürch in derSchweiz , lernte bey I. Melchior Füßli und studirtezu Berlin nach Anton Pesne , erstem Hofmaler desKönigs in Preußen. Er gieng mit dem kaiserl.Botschafter, Grafen von Firmian, nach Constan-tinopel, wo er für diesen Herrn einige türkischeFeyerlichkeiten nachzeichnete und in kleinen Figurenmalte. Nach seiner Rückkehr in sein Vaterland ver-fertigte er zween große Plafonds mit allegorischenFiguren in das Zunfthaus der Krämer, und malteeine große Anzahl Bildnisse mit einer zarten Fär,bung, die aber ins Graue fallt. S""ler hatte einsch nes Talent für das Blumenmalen, und es istSchade, daß er außer dem, was die Auszierungseiner Frauenzimmerbildniffe erforderte, wenig An-laß hatte, denselben zu üben. Er war Mitglieddes Großen Raths und Amtmann zu Stein amRhein , wo er 1748. 55 . 1 . alt starb. Füßli III.

Simoleo od. Semoleo; Veyname vonB. Franco.

Simone. 625

Simon, antiker Bildhauer von Athen , verfer-tigte die Statüe eines, genannt Morychus. (Je-mens ^/e-ca-riir-mr-L. — Ein anderer antiker Bild-hauer, Simon von Egino, ist durch die Statueneines Bogenschützen und eines Hundes bekannt. Erwird von Olintus (i^. XXXIV. L. 8.) angeführt.

— — (Andreas), Wachspoffirer aus Eng-land, bracht' es in dieser Kunst so weit, daß seineWerke mit den beßten des Alterthums konnten ver-glichen werden. Er arbeitete zu Stockholm unterder Regierung der Königin Christina und an ver-schiedenen andern Höfen. S. Thomas Simon.Füßli II. i 56 .

— — (Johann), Maler von Sevilla , wirdunter die Schüler des B. Murillo gezählt. — Einanderer I. Simon arbeitete um 1780. zu London in Schwarzkunst nach Kneller, Gibson, Dähl,Maratti, Rubens , Hemskerke u. s. f.

— — (Peter), französischerBildnißmalerundKupferstecher um 1680. arbeitete einige Zeit in Ita-lien . Man hat von ihm verschiedene Bildnisse nachseinen eigenen Gemälden gestochen; wie z. B. Lud-wig XIV . Er verfertigte auch historische Blätternach Poussin , F. Voet, St. Rosa u. s. f. — Ent-weder nach ihm oder nach einem andern s)erer Si-mon, der um gleiche Zeit müßte gelebt haben, fin-det man Bildnisse, die von A. Trouvain, St. Pi-cart u. s. f. gestochen sind.

Simon (Thomas), Edelstein- und IStahl-schneider, arbeitete zu London unter Cromwels Re-gierung. Er hatte zu seiner Zeit Wenige seines glei-chen. I. Cipriani und F. Perry haben nach ihmgestochen. G. Vertue gab 175z. eine Sammlungvon seinen Schaumünzen u. s. f. in -fto. DieserKünstler scheint viele Aehnlichkeit mit Andreas Si-mon zu haben. p. i 5 i.

— — ( ) geschickter Bildhauer, arbeitete

gegen das Ende des X VII. Jahrh. Vieles für dieKirchen zu Lyon . — Ein anderer Simon, odervielleicht der vorige, verfertigte die Bildhauerarbeitdes Marienaltars in dem Chöre der Kirche St. Ni-kolaus zu Brüssel . ste Oe5ca»rx>§.

S l m 0 ne. S. die Art. Avanzi und Bologna .

— — (Mr.),MalerzuNeapel,lerntebeyPhi-lipp Tesauro. Seine Gemälde wurden von Giotto,der damals für den König Robert arbeitete, ge-rühmt: Er empfahl ihn diesem Fürsten , und solchesthat eine so gute Wirkung, daß Simone seit derZeit beständig für ihn arbeitete und hochgehaltenwurde. Er starb um 1Z46. DoMenr'cr I. 6.4.

— — (Alexander oder Niclaus di), neapo-litanischer Maler, ward um 17Z5. in seinem Vater-lande dadurch sehr berühmt, daß er alte schadhafteGemälde von Mauern, hölzernen Tafeln und Tüchernablöste und auf frische Leinwand übertrug. Er ent-deckte dieses damalige Geheimniß seinem Toch-termann, Alexander Majelli. Den Fortgangdieser vortcefiichen und nützlichen Kunst, s. im Art.picaulr. /lomenicr' II. 1Z0. u. igs.

— — (Anton di), neapolitanischer Maler,lernte bev Jacob di Castro und bey Lucas Giordano.Er verfertigte Geschichte in kleinen Figuren, diemit den Landschaften wohl übereinstimmten, undahmte in Feldschlachten die Manier des Bourguig-non nach. Ancon liebte die Alterthümer und sam-melte ein sehnswürdiges Cabinet von Gemälden,Zeichnungen, Marmorstücken und Schaumünzen.Er starb in seinem Vaterlande 1727. 71. I. alt.AoEm'rr III. // j8.

— — (Franz di), florentinischer Bildhauer,lernte bey Andreas Derrocchio. Er verfertigte dasGrabmal des Alexander Tartaglia, eines berühm-ten Rechtsgelehrten vou Jmola, mit vielen kleinenFiguren, nach seines Lehrmeisters Manier. Mansieht dieses Monument in der Kirche St. Dominicuszu Bologna . Dieser Künstler blüheke um 147». Vst-tm'i I. jüi.