Band 
Erster Theil.
Seite
627
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Singher.

Geschichts- und Bildnißmaler, arbeitete zu Mün-chen / wo er 172g. starb. Man sieht von ihm einschönes Altarblatt in der Abteykirche zu Kempten in Schwaben . B. Kilian hat ein Marienbild nachihm gestochen. Füßl« lll. 126.

Singher (Hans), genannt der Deutsche ,gebürtig aus Hessen , malte schöne Landschaften inWasserfarbe und wußte in denselben die verschiede-nen Gattungen der Baume wohl zu unterscheiden.Er arbeitete meist für die Tapezierer zu Antwerpen ,wo er i 5 /» 3 . in die Malcrgesellschaft aufgenommenwurde. DercampL I. g5.

Srnoon. S.d. Art. s)öllchus, seines Sohns.

Sl'ures (Joh. Baptist), Kupferstecher zuRom , arbeitete nach C. Marakki, I. Odasi, F.Trevisani u. s. f. Man hat auch von ihm ein Blatt,welches die Bibliokhecare des Vaticans von 1619.bis 17Z0. in Schaumünzen darstellt. 6amste///»r.

Girant (Elisabeth), des Joh. AndreasTochter. Ihre Geschicklichkeit wurde frühzeitig sobekannt, daß sie mit ihrem Vater, mit D. M. Ca-nuki, Bibiena und Rösso von Neapel in der Cart-hause zu Bologna arbeitete, wo sie die Taufe Christiauf einer 3 c>^ hohen Tafel mit einer so großen undherzhaften Manier verfertigte, daß sie hierin alleihre Mitarbeiter übertraf. Sie hielt sich beständigan die westliche Manier des G. Reni , starb aber zugroßem Leidwesen ihres Vaters und aller Kunstken-ner rtE. 27. I. alt, an beygebrachtem Gift, undward mit großem Gepränge in der Kirche St. Dö-minicus in des Guido Grabe beygesetzt. Sie rtzteauch einige Blatter nach Raphael, G. Reni undihren eigenen Erfindungen. L. Tinti, L. Loli, F.Bartoiozzi u. s. f. haben nach ihr gestochen. IhrGemäld in der Kirche St. Leonhard zu Bologna ,welches den H. Anton von Padua , der dem KindJesus die Füße küßt, vorstellt, ist sehr schön, wohlgezeichnet, von einer festen Manier und kräftig aus-gedrückten Schatten, auch von einer schönen Fär-bung und Lebhaftigkeit in den Mittellinien; indes-sen fehlt ihm doch das männliche Feuer, welchesman selten in den Werken ihres Geschlechts antrift.Immerhin ist sie vielleicht die einzige gründliche Ma-lerin, zu deren Lob nicht Schmeichele», sondernwirkliches Verdienst beytrug. Man findet zwey ge-druckte Lobreden auf diese Künstlerin. Ms/vM-rII. 453 .

Girant (Joh. Andreas), Maler zu Bologna ,lernte bey Guido Reni und Jacob Cavedone. Erwarb ein westlicher Meister in großen Gemälden,welche er in der schönen und zierlichen Manier desGuido ausarbeitete. Girant st. 1H70. du. I. alt.L. Loli hat nach ihm geetzt. — Nebst obgemeldterElisabeth hatte er noch zwey Töchter: Barbaraund Anna Maria, die er in seiner Kunst unter-wies. i^ie verfertigten verschiedene historische Ge-mälde für die Kirchen und Pallaste ihrer Geburtö-stadt. /Vüv-e» /-ittr/ce III. 69. u. 7s.

Sirceus (Philippus). S. Soye.

Siressa (Mariit di). S. Ziriczee-.

Siriep. S. Strtep.

Giries (Ludwig), königlich-französcher Gold-arbeiter, erhielt 17 s/- die Aufsicht über die Künstlerder großherzogl. Galerie zu Florenz . Seine Werke-dle meist in überaus kleiner und zarter Dratharbeitbestanden, sind von sehr gutem Geschmacke. Erstin einem ziemlich angerückten Alter versuchte er es,in Edelsteine zu graben, und verfertigte einige sehrschöne Stücke; und als er den Vorwurf hören mußte,daß seine Zeichnung schwach wäre , machte er sichum 1/52. öffentlich anheischig, demjenigen, dernach einer von «hm in eine» Sardonich geschnittenesFigur, die das goldene Alter vorstellte, eine ähn-liche aber richtiger gezeichnete graben würde, luou.Duplonen für seine Arbeit zu zahlen. S-eris warder erste, der es mit glücklichem Erfolg versuchte,in Lapis lazuli zu arbeiten; er verfertigte in vielerArt eine» aus etlichen Figuren bestehenden Camco,

Skalken. 627

von welchem man eine gedruckte Nachricht findet.Er lieferte auch sehr schöne von Gold damascirkeStahlarbeit. — Sein Sohn Cosinus folgte demVater in dessen Stelle in der Großherzogl. Gallerie.

90.

-(VlolandaBeatrix), Ludrptgs Tochter,

geb. zu Florenz «71»., lernte bey Philipp de Vallöund bey Johanna Marmocchini. Um 172h. kamsie mit ihrem Vater gen Paris , wo Jacob de Lyensie inBehandlung derOelfarben unterwies, und siezugleich von Rigaud und Doucher, die öfters ihrenVater besuchten, nützliche Lehren erhielt. Nacheinem fünfjährigen Aufenthalt kam sie mit ihremVater gen Florenz zurück, und lernte von Neuembey Franz Conti. Sie hielt sich auch einige Zeit zuRom auf, und malte nach ihrer Zurückkunft 25 I.alt, auf kaiserl. Befehl ihr eigenes Bildniß für diegroßherzogl. Gallerie, und die kaiserl. Familie aufeine Tafel von mittelmäßiger Größe, mkt 14. Figu-ren. Ihre Bildnisse sind sowohl im Colorit, alsin den Kleidungen sehr natürlich; in diesen letztemwußte sie die mancherley Stoffen und Beywerkewohl auszudrücken. Auch malte sie aus eigner Er-findung in Oel und Pastel Figuren, Früchte undBlumen. (k/«§ea /'Unet/tto l V. 2ö5.

Sirigari (Lorenz). S. den Art. s)ererBer-nini, seines Schülers. Man hat von ihm einepraktische Perspectiv, die t 5 gb. zu Venedig in Foliogedruckt ist.

Sirigatti (Rudolph), Ritter des St. Ste-phan-Ordens, ein in der Malere» und Bildhauer-kunst wohl geübter Edelmann zu Florenz um dieMitte des XVI. Jahrhunderts; derselbe wird indes Raphael Borghlm Riposo rühmlich angeführt.

Girier» (Flavius), Goldschmied und Edel-steinschneider zu Rom , wird unter die beßten Künst-ler der neuern Zeiten gezahlt. Er verfertigte einigeBildnisse berühmter Personen seines Zeitalters,wornnter des Carl Maratti bekannt ist. Was aberseinen Namen besonders bekannt «nachte, sinddie schönsten antiken Staküen zu Rom , die er mitungemeiner Geschicklichkeit in Edelsteine grub, unterwelchen die vortrefliche Gruppe Laocvvns und sei-ner zween Söhne für sein Meisterstück gehalten wird.Giriere» bezeichnete seine Arbeit mit den griechischenAnfangsbuchstaben feiner Tanf- und Familien»,r-men. Er st. «707- — Don seine» Söhnen, Franzund Raimund , überlebte ihn der letztere nur wenigeZeit. Franz folgte dem Ruhm seines trcflichenVaters nach aller Möglichkeit. wo.

Giscara (Matthcus) von Neapel , lernte beyAndreas b'Asta. Er malte Geschichte, vornehm-lich aber sehr wohlgleichende historische Bildnisse.Carl III. und seine Gemahlin Maria Amalia wurdenvon ihm auf diese Weise geschildert, und dieselbenhernach zu Paris in Kupfer gestochen. — SeineTochter Angelica, malte um «74». 17. I. alt)mit einer angenehmen und lebhaften Färbung, undkopirte die Gemälde des Solimena sehr wohl inSKleine. Oomemcr III. 46h. 67 «.

Slsl'sberr (Lambert). S.Adain.

S»sil, ein verdorbener Name von p. Titi.

Srriens (Philipp), Kupferstecher. Man hakvon ihm ein Kruzifix nach M. A. Bonaroti u. s.w.

Girone (Joh. Franz)- Baumeister zu Mai-land , wird von Larnada (I V. s.) angeführt.

Slvesta (Martin), Vasarr schreibt MannstSiressa. S. Ziriczee.

S ivigl ia-R 0 Itiero. S. Sevilla u. s. f.

G>rvert(A. W.) S. Sieverr.

Sixnis (Fraker)- Dominicanermönch uud Bau-meister. S. den Art. Johann Fiorenrino.

Gkalken. S. Schalken.

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