Band 
Erster Theil.
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662
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662 Tessin .

Tessin (Nicohemus), war 1619. aus einer«dein Familie zu Stralsund geb. und lernte anfangsdie Kriegsbaukunst bey einem Schwede, that auchin Diensten dieser Krone einige Feldzüge; aber seineschwächliche Gesundheit bewog ihn diese aufzuge-ben und sich aus die bürgerliche Baukunst zulegen,in welcher er bald so geschickt wurde, daß er 1645.die Stelle eines königl. Baumeisters erhielt. Zu Ver-vollkommnung seiner Kunst that er darauf eine Reisein Italien , und baute nach seiner Zurückkunft diekönigl. Lustschlösser Drotningholm und Stroems-Holm, das Grabmal König Carl Gustavs, u. s. f.Er ward in den Grafenstand und zu der Würdeeines Reichsraths erhoben, und starb 1674. DasKönigreich Schweden hat ihm die Einführung desguten Geschmacks in der Baukunst zu danken. S.le Clerc hat nach seines Sohns Zeichnungen 1694.die große Vorderseite des königlichen Pallastes zuStokholm und 1696. das Leichenbegängniß CarlXI. gestochen. Gandrarr I. Z47.

T e sso n ( ), niederländischer Liebhaber, der

um das Ende des XVII. Jahrhunderts starb; sam-melte ein Kupferstich-Kabinet von mehr als 3 o,ooo.Bildnissen, über 12,000. doppelte. Er hinterließseinem Sohne eine beträchtliche Rente, womit erdiese Sammlung fortsetzen sollte.

Tesra (Franz), neapolitanischer Maler; ko-pirte in seiner Jugend die Gemälde von LucasGiordano, seinem Lehrmeister, mußte aber bey her-anrückendem Alter seine halben Figuren um einengeringen Preis verkaufen, und sein Leben 1728.im Elende beschlossen. Do»re»ici V. 45 o.

— — (Peter), genannt Luccheftno, Malerund Kupferetzer von Lucca ; kam mit einigen An-fängen in der Zeichenkunst gen Rom , wo er dieSchule des Dominichino besuchte, hernach aberdie Unterweisung des Peter Beretini genoß. Manhält insgemein dafür, daß keine Antiquität vonArchitektur, Basrelief, Statüen, oder Theile der-selben in Rom zu finden seyen, die er nicht nach-gezeichnet habe. Der Ritter Pozzo, sein Gönner,besaß fünf große Bücher von diesen Zeichnungen.Nachdem er einige Zeit mit der Malerey zugebrachthatte, begab er sich auf das Kupferetzen, und etzteungefähr 45 - Blätter die Baldinucci beschreibt,und welche in Italien und Frankreich stark gesuchtwerden. Tefta war von Natur sehr furchtsam undschwermüthig, welches ihn an seinem Glück hin-derte. Als er eines Tags an dem Ufer des Tvberszeichnete, jagte ihm der Wind seinen Hut vom Kopf,und da er denselben wieder zu erhäschen suchte, fieler in den Fluß, worinn er elend ertrinken mußte.So st. er 16 ,8. erst 27. I. alt. Man siehet vondiesem Künstler viele Gemälde in den Kirchen seinerGeburtsstadt. Er hatte eine große Uebung in derZeichnung, und eine starke Einbildungskraft; aberdurch derselben Feuer allzusehr eingenommen über-trieb er die Characktere und Stellungen seiner Figu-ren. Seine Färbung ist hart, und ohne genügsameKenntniß ihrer Verhältniße. Indessen wird dochseine Aufopferung der Jphigcnia, ein Gcmäld imPallaste Spada, für ein Werk gehalten, welchesdie Aufmerksamkeit der Liebhaber verdient. Dage-gen sind seine Handrisse in höherer Achtung; nurwünschte man m denselben mehrere Wissenschaftin Schatten und Licht, eine richtigere Zeichnungund mehrere Ueberlegung in den Figuren. Seinvornehmster Talent bestand im Zeichnen der Kinder.Seine Blätter sind schätzbar, obwohl man keinenZusammenhang weder in der Ordnung noch in denIdeen suchen muß. Er häuft gewöhnlich so vielenicht zusammenhängende Einfälle, daß man seineAbsicht schwerlich errathen kann. In allen seinenZusammensetzungen zeigt sich eine Art von Begei-sterung, daraus man schliessen möchte, daß seineEinbildungskraft zuweilen etwas verwirrt gewesen.Immerhin sind seine Werke sehr unterhaltend; manfindet darin» eine Einbildungskraft, die, wenn siegleich «was verwildert ist, dennoch gefällt. Esgiebt vielleicht nicht viel Stiche, die ein Maler mitsolchem Nutzen, um darnach zu studiren, gebrau-

T e u b e r.

chen kann, als die von Tefta. Mariette besaß feinund seiner Kopisten Werk in 92. Blättern. — SeinBruder oder Neffe, Joh. Tesar, etzte Verschiede-nes nach perers Erfindungen; einen Communi-cirenden H. Hieronymus nach Dominichino, u. s.W. p. 85 .

Tesrana (Joh. Baptist), Kupferstecher vonGenua, blühete um ib6o. zu Rom . Man hat vonihm verschiedene mit dem Grabstichel verfertigteBlätter nach Gemälden und Zeichnungen vielerKünstler aus der römischen Schule. Lara». —Man kennt auch einen Stecher, Namens JosephTeftana. Dieser arbeitete nach P. Beretino, D.Piola, C. Fern, u. s. w. 6a»cie//i»r. — Sopransspricht auch in der Lebensbeschreibung des LucianBorzone von einem Hieronymus Teftana alseinem bekannten Maler; gleichwohl ist dieses Alles,was man von ihm weiß.

Tesre (Borgognone dalle), Beyname von Joa-chim Gonzales.

Te stelin (Ludwig und Heinrich) Gebrüder,lernten bey Simon Vouet . Ludwig besaß einglückliches Genie, guten Geschmack und große Liebezur Arbeit. Mit diesen natürlichen Hülfsmittelnward er in kurzer Zeit sehr geschickt. Er studirteheimlich nach den Gemälden einiger berühmtenMeister, und zeigte darauf seinen Talent an derAuferwcckung der Tabitha, die er für die Cathe-dralkirche zu Paris malte; man bewundert darinneine frische und markigte Färbung, zierliche undedle Composition, richtigen Ausdruck und beherzteAusarbeitung. Man findet auch von ihm in ge-dachter Kirche die Gciselung der H.H. Apostel Pau-lus und Silas; und in einem Saale des Spiihals,genannt la Charite des Hommes, ein Gemäld,welches Ludwig den Heiligen, der Kranke heilet,vorstellt. Ludwig hatte die Grundsätze der Kunstso wohl inne, daß le Brun sich öfters seines Rathsbediente, ihn seiner Freundschaft würdigte, undin seinen nicht allzuglücklichen Umständen ihn groß-müthig unterstützte. Er ward i 65 o. Professor derköniglichen Akademie, und starb i 655 . 4 ». I. alt.Dieser Künstler hat verschiedene Blätter selbst geetzt,und A. Bosse, M. Mouzin, E. Rousseler, L. Fer-dinand, G. Audran, u. s. f. haben nach ihm ge-stochen.^ Man schätzt sein Kupferwerk auf ungefähr70. Blätter. — Heinrich, sein Bruder, arbeitetesnr den Konig, und hatte eine Wohnung in derköniglichen Tapezereymanufactur aux Gobelins.Er malte unter C. le Bruns Aufsicht einen großenTheil von den Feldschlachten Alexander des Großen.Auch war er Secretär der Malerakademie, und der-selben Professor; schrieb auch ein Buch: Lonle-rsnces de l'^cadernie avec les sentimens desplus kabiles peintres sur la pratique de la pein-ture, zu Paris 1696. in Folio gedruckt. NachAufhebung des Edikts von Nantes , begab.sichTeftelin in Holland , und st. itigb. in Haag, 79.I. alt.

-(Pasquier), Maler zu Paris um i 5 yo.

arbeitete mit Heinrich Lerambert, Johann de Brie,Gabriel Honnet, Ambrosius du Bois, WilhelmDumee, u. s. f. in den königl. Pallästen und Lust-schlössern. Le/iüie» lll. 127.

Test 0 ni ( ), ein reicher Bürger von Sciacca ,einer Stadt in Sicilien, lebte um 1762. Er besaßvielen Talent in der Malerey, und würde vermuth-lich ein großer Meister geworden seyn, wenn erzuHiom studirt hätte. Riedesel S. 20.

Tesrorino (Bartholin) von Brescia , wirdfür einen treflichen Fignrenmaler gehalten, undseine Färbung als unvergleichlich beschrieben. Mansiehet von seiner Arbeit an den Wänden der nntcr-irrdischen Kirche St. Faustinus. Oor-Lancio p. iri.

Teuber (Joh. Martin), geschickter Kunst-drechsler, blühere um 1720. zu Regenspurg. Erwar auch in verschiedenen Künsten und Wissen-schaften geübt, wovon er eine Beschreibung in