664 Thibault.
Thibaulr, Priester und Cantor der Kirche St.Genevieve zu Paris , wird für den Baumeister einesTheils von dem Glockenthurme dieser Kirche gehal-ten. Fr/ibre».
— — (Johann), Bildhauer von Orleans ,lebte als Ordensbruder in der Abtey St. Germaindes Pros zu Paris . Derselbe verfertigte an demGrabmale König Joh. Cafimirs aus Polen , her-nach Abts dieses Klosters, das Basrelief und dieStatüen der zween Sclaven, die an den Siegeszei-chen angefesselt sind, aus Lrzt. Er st. 1708. 71. 1 .alt. Vrice.
Thiboust (Benedict), ein vermuthlich franzö-sischer Kupferstecher, arbeitete um 1690. zu Rom nach I. L. Bernini , L. Baldi, H. Calandrucci,Sc. Pulzone, I. B- Lucatelli, C. Fern, C. Ma-ratti u. s. f. Er ahmte ungefähr des Melans Ma-nier nach. Sara».
Thibour (Wilhelm), von Gouda , malte1563 . ein sehr schönes Fenster für die Kirche St.Ursula zu Delfk, worin er Philipp II . König inSpanien und seine Gemahlin Elisabeth von Valois mit zween Engeln und beyder Wappen abbildete.Oben in diesem Gemälde siehet man die Anbetungder Weisen mit vielen Figuren, die alle wohl ge-zeichnet und gemalt sind. Er arbeitete auch anden berühmten Fenstergemälden der St. Johanns-kirche seiner Geburtsstadt. S. den Art. lDourerCraberh. Oercamxr I. 127.
Thiebaud (Jonas), von Genf gebürtig, ar-beitete um 17Z0. zu St. Gallen in der Schweiz ,und ward 1740. zu Augspurg als Stadtmedailleurangenommen. Er arbeitete auch für andere Städte,Klöster, Standespersonen u. s. f. Thiebaud grub1742. eine Schaumünze auf das doppelte Reichs-vicariat der Churfürsten von Bayern und Pfalz,wovon man bey Röhler (N. XV. 'Nr.) einen Stichfindet. Um 1760. verfertigte er einen schönen Me-daillon auf das Absterben der verwittibten GräfinChristina von Stollberg-Geudern, geborner Her-zogin von Meklenburg-Güstrau, wovon man eineAbbildung ebenfalls bey Röhler C?.XXI. p. 26a.)findet. — Seine Söhne Ionas und Joh. pererhaben sich mit glücklichem Fortgang dieser Kunstbeflissen, von Sterten Br. IX.
Thiele (Joh. Alexander), Landschaftsmalervon Erfurt , copirte die Gemälde des C. L. Ägricola,und nutzte den guten Rath, den er von ihm erhielt.Derselbe malte die schönsten Aussichten SachsenS ,und bemühete sich die Natur auf das Genauestenachzuahmen. Einige behaupten, er seye der erste,der in Deutschland Landschaften in Paste! gemalthabe; andere aber schreiben diese Erfindung derAnna Maria Hayd zu. Er arbeitete an dem Hofezu Dresden , wo er 1762 67. I. alt starb. Manhat von ihm große radirte Aussichten der StadtDresden und einiger merkwürdigen Gegenden desChurfürstenthums Sachsen. — Sein Sohn folgtedes Vaters Manier, und lernte auch bey JosephRoos. /iKAesto»-» p. 2/sl. — Ein andrer I. A.Thiele, arbeitete um das Ende des XVII. Jahrh,an dem Hofe des Herzogs von Würtemberg. L.Lilian hat nach ihm gestochen.
Thielen (Joh. Philipp van), genannt Rig-holrs, Herr von Tourvenbergh, geb. zu Mechelnibr8., lernte bey dem treflichen Blumenmaler Da-niel Segers. Das beßte Lob, das man dem Schü,ler geben kann, ist, daß er seinem Lehrmeistergleichkam. — Er hatte drey Töchter: MariaTheresia , geb. 1640. Anna Maria, geb. 1641.und Francisca Tarherina, geb. 1646. Alle dreywaren in der Kunst ihres Vaters wohl erfahren. —lvepermann kannte auch einen Sohn unsers Künst-lers, der aber in Ansehung der Kunst seiner nichtwürdig war. Joh. Philipp st. 1667. und wardzu Doesschot, vier Meilen von Mecheln begraben.OncamxL II. 36g.
Thienpondr (Carl Friedrich)»geb. zu Berlin »7Z0., lernte bey Anton Peöne, der ihn im Zeich-nen und Oelmalen unterrichtete; weil er aber mehr
Thomann von Hagelstein.
Neigung zur Miniatur bey sich spürte, lernte erdiese Kunst bey Ismael Mengs . Während demKriege hielt er sich meist zu Berlin auf; er malteBildnisse und legte sich auch auf das Schmelzmalen.Nachricht, von Künstlern I. 85 .
Thierrp (Johann), Bildhauer von Lyon , ar-beitete zu Paris , wo man in der Cathedralkirchedie Bilder der Reinigkeit und der Jungfrauschaftvon ihm siehet. Anderes dann im königl. Gartenzu Marly. Tbierry war der Könige in Frankreich und Spanien ordentlicher Bildhauer, wie auch Pro-fessor der Academie zu Paris um 1720. Lr-rce.
Thiers ( . . Baron von), französischer Kunst-liebhaber um 176h., etzte einige kleine Blatter undLandschaften nach Boucher u. s. f. Lara».
Thieß (Caspar), baute um i 54 «. das alteChurfürstliche Schloß zu Berlin . Man siehet dasGrabmal dieses Baumeisters in der dastgen St.Nicolauskirche, und seine Statüe bey ChurfürstJoachim des II. seiner, über dem Eingänge desJagdschlosses Grünenwald. Beschreib, v. Berl.S. 58 .
Thierland, Herzog von Schwaben und zwey-ter Abt des Klosters Einsiedlen in der Schweiz ,ward in der Bankunst so erfahren, daß ihm seinVorfahr, Herzog Eberhard von Franken , Stifterund erster Äbt dieses Klosters, den Riß und Besor-gung der Gebäude auftrug. Er blühete um 845.
Thill (Joh. Carl von), Maler zu Nürnberg ,lernte bey Christian Rupert. Er studirte um 1644.zu Rom. von Thill malte Vögel und Früchte inOel und Miniatur, und bracht' auch einige Bild-nisse in Kupfer. Dieser Künstler starb 1676.52. I.alt. Doppelmayr S- 234.
Th iv e r (Vuldequin), Formschneider, arbeiteteum i 58 o. zu Paris . Es sind einige Vignetten u. s. sivon ihm bekannt, /'api/io« II. 209.
Thomann (Christoph Raymond), Kupferste-cher, arbeitete an der Sammlung von antiken Sta-tuen in der Galerie zu Dresden , die der Baron levlarr ans Licht stellte.
— — (Hieronymus ), von Augspurg, lerntebey Elias Holt, und ward aus einem bloßen Mau-rergesell ein geschickter Baumeister, von Srerren.
— — von Hagelsiern (Jacob Ernest),geb zu Lindau i 588 ,, lernte zu Constanz und zuKempten . Derselbe hatte schon im Siebenzehntcnden Ruhm eines guten Malers. Er verließ seinVaterland und kam in Italien , wo er er i 5 . Jahrenach den dasigen Seltenheiten und der Natur stu-dirte. Rom, Neapel und Genua waren die Städte,in denen er arbeitete. Elzheimer, Lastman undPinas studirte» mit ihm: Alle beobachten die Ver-änderungen der Natur bey Auf- und Niedergängeder Sonne. Thomann ahmte auch ElzheimersManier sehr genau nach, und kam nach dessen Todin sein Vaterland zurück. Er st. zu Lindau in kaiserl.Diensten 1655. DercaMxn I. 372.
— — — — (Philipp Ernest), JacobErnefts Enkel, ein guter Geschichtsmaler zu Aug-spurg, hielt sich lange Zeit in Italien auf. Nachseiner Heimkunft malte er zwo Tafeln für die H.Kreuzkirche, die ihm viel Ehre machen. Im Alterlegte er sich auf die Schwarzkunstarbeit und verfer-tigte nach eigner Erfindung Thier- und Jagdstücke.Er st. 1726. 89. I. alt. B. Vogel und E. C. Heißhaben Bildnisse nach ihm geschabt, von StertenBrief VIII.
— — — — (TobiasHeinrich), war in
jungem Jahren ein sehr gesctnckter Maler und Zeich-ner in Thierstücken; seine Gemälde sind aber selien.In ältern Lagen trieb er, wie Obiger, die so ge-nannte schwarze Kunst, darin er Verschiedenes vonThieren, das ihm Ehre macht, herausgegeben. Erst. 176». 65 . 1 . alt. von Srerren Br. IX.