Band 
Erster Theil.
Seite
665
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Thomas.

Thomas (Johann), geb. zuWern um i6lv.,durchreiste mit feinem Freunde Dieppenbeck ganzItalien . Beyde verdienten die Titel würdigerSchüler von Rubens . Der Bischof von Mez be-rief ihn zu sich, wo er verschiedene große Werkeverfertigte. Thomas ward 1662. von Kayser Leo-pold zu seinem ersten Hofmaler ernannt und genoßein beträchtliches Gehalt. Von seinem übrigen Le-ben und seinem Tode weiß man nichts. Manschreibt ihm einige unehrbare Blätter zu. W. Vail-lant, P. Balliu und einige andere haben ungefährneun Bl. nach ihm gestochen. Dercampr II. 169.

— — ( )- S. den Art. L-lrhasar van

den Losch, seines Schülers.

Thomaßin (Heinrich Simon), SimonsSohn und Schüler, lernte auch bey BernhardPicart, und ward ein sehr geschickter Kupferetzer.Er machte die Umrisse seiner Gegenstände bloß durchverengerte Schrafierungen spürbar, brauchte auchöfters den Kunstgriff, freye und dem Ansetzn nachhinläßige Schrafirungcn anzubringen. Durch denGrabstichel, der sich nach der Radirnadel richtete,wußte er die reibenden Schönheiten der Gemälde,die er copirte, auf seine Platten überzutragen.Man hat von ihm schöne Blätter in der Samm-lung von Crozat; auch arbeitete er nach la Fosse,Jouvenet, C- Coypel, F. le Moine u. s. f. Er st.-74t- 53. I. alt. Danckrs Aar-io» II. 22l.

— — (Philipp), von Troyes in Champagne gebürtig, kam nach Rom , wo er Zierathen aufGürtelschnallen und anderes Geschmeide stach. Hier-auf lernte er das Kupferstechen bey Cornelius Cort und ward hierin ein geschickter und arbeitsamerKünstler. Derselbe arbeitete nach den berühmtestenGemälden dieser Stadt. Seine Stiche bestehenaus mehr als 200. Blattern; man findet unter den-selben eine Sammlung von 52. Stücken, welche dieantiken Statüen zu Rom vorstellen. Er wird auchunter die Formschneider gezählt. Thomaßm ver-fertigte kleine Bilder von Erzt, blühete um denAnfang des XVII. Jahrhunderts, und starb zuRom ungefähr 70. I. alt. S. den Art. DererBrea. ÄaFÜ'our p. 260.

— — (Simon), aus der gleichen Familie wievorgemeldter Philipp, verfertigte viele Bildnisseund historische Blätter mit dem Grabstichel. Seinvornehmstes Merk ist ein Folioband, worin er alleStatüen und andere Bildhaueracbeit des königl-Schlosses und der Gärten zu Versailles in 218. Bl.vorstellte. Dieses Werk ist nachher in Holland ingroß Octav copirt worden. Thomassin blüheteum 1700. zu Paris .

Thonnauer. S. Donnauer.

Tbornhill (Jacob), berühmter englischerMaler, der Sohn eines Edelmanns, ward 1676.in der Provinz Dorset geboren. Seine schlechtenGlücksumstände bewogen ihn, die Malerey ^zu er-lernen, in weicherer, ungeachtet der mittelmäßigenGeschicklichkeit seines, dem Namen nach unbekann-ten Lehrmeisters, in kurzer Zeit treflich zunahm.Er verfertigte einige große historische Bilder für dieKönigin Anna und malte den großen Saal in demJnvalidenspithal zu Greenwich . Tbornhill warderster königl. Maler und Ritter; er löste aus sei-nem sehr beträchtlichen Verdienst die von seinemVater veräußerte Famiiiengüter wieder ein. Der-selbe war in allen Gattungen der Malerey wohl be-wandert, und verfertigte Risse zu Gebäuden. Alser ,722. starb, war er Mitglied des untern Parle-ments. Man hat die Geschichte des Apostels Pau-lus in der Hauptkirche zu London nach seinen Ge-mälden in acht Abtheilungen in Kupfer gestochen.

Thornthwaite (I.), Kupferstecher in Eng«land, blühete um 1770.

Thoro oder Toro (Johann Baptist), Bild-hauer zu Paris um 1716., ctzte 60. Blätter von Ge-fässen, Tischen, Arabesken u. s. w.

Thwenhusen. 66§

Thourneiser (Joh. Jacob), berühmter Ku-pferstecher von Basel, lernte zu Straßburg bey Pe-ter Aubry. Er arbeitete zu Turin, Wien , Aug-spurg, vornehmlich aber zu Lyon , wo er allein 19.Jahre, und überhaupt seine meiste Lebenszeit außerseinem Vaterlande zubrachte, und starb zu Basel 1718. 82. I. alt. Man bewundert unter seinenzahlreichen Werken vornehmlich diejenigen, welchenach Melans Manier mit einer einfachen Schrafierrung und Spirallinien gestochen sind. Papillonzählt ihn auch unter die Formschneider. — SeinSohn, Joh. Jacob, arbeitete zwar auch nach desVaters Manier, kam ihm aber in der Kunst nichtbey. Füßli I. n5.

Tbouvenins ), verfertigte für den Altarder Communionskapelle der Kirche St. Jean deGreve zu Paris drey Engel von verguldetem Erzt.Vrice.

Thrasimedes, antiker Bildhauer von ParoS ,verfertigte Statüen von Elfenbein und Gold. L,u--ama- s,. II.

Thrason. S. den Art. Barron.

Thufel (Johann), einer der alten Formschneksder, aus Sachsen gebürtig, bezeichnete seine Holz-schnitte mit I. und T. zwischen welchen Buchstabenei» Schlüssel steht. I. i 58 .

Tbuilliers (I.), niederländischer PerspektiveMaler, folgte des van der Heyden Manier. M.Oesterreich beschreibt eines seiner Gemälden, wel-ches mit vielen Figuren geziert ist, in dem Steig-lischen Babinerre Nr. 112.

Thu!den (Theodor van), geb. zu Herzogen-busch 1607., lernte bey P.P. Rubens , den er nachParis begleitete, und die Ehre hatte, an den Ge-mälden der Luxemburgischen Galerie zu arbeiten.Er malte daselbst in dem Chöre der Kirche Mathu-rins die Geschichte des H. Johann von Math«,Stifters dieses Ordens, in 24 Tafeln, van Tbul-den malte zuweilen Geschichten, worin er das er-habenste Genie zeigte; gleichwohl erniedrigte er sichso sehr, daß er öfters nach Teniers GeschmackeMärkte und Kirmeßfeste schilderte. In der Aca«demie zu Antwerpen bekleidete er i 638 . die Stelleeines Directors, gieng aber in seine Geburtsstadtzurück, wo er 1662. noch lebte. Seine Manier isthurtig und ungezwungen. Man hat auch von ihmviele geetzte Blätter; wie z. D- vorgemeldte Ge,schichten des H. Johann von Math«; die Geschichtedes Ulysses in 58. Bl. nach Niclans dell' Abbatein dem königl. Schlosse zu Fontainebleau , und dieGalerie des basigen Tanzsaals auf i 5 . Blättern;den Einzug des Cardinais Jnfants Ferdinand zuAntwerpen nach Rubens in 42. Blättern R. Per-syn, P. Balliu u. s. f. haben nach ihm gestochen.S. den Art. zJ. dell' Abbare. DeLcamx-L li. uz.

Thun (Melchior), geschickter Historien- undBildnißmaler zu Danzig , wählte eine leichte Ma-nier, womit er viele Altarblätter für Klosterkirchenund Deckenstücke in Privathäusern mit Geschichtenbemalte. Er st. 1727. 65 . 1 . alt.

Tbura ( . van), geb. zu Kopenhagen 1706.,ward 1720. Hofbaumeister und 1754. Generalbau-meister. Er bekleidete auch als Kriegsbaumeistecdie Stelle eines General-Majors. Thura schriebden Dänischen vitruv, von welchem aber beyseinen Lebzeiten nur zwey Theile erschienen. Er st.1760. bstachricht v. dem Zustande d. Wissen-schaft. und Rünste in Dänemark (V. il. ?. 2.?. 192.)

Thurner( ), Landschaftsmaler und Schü-ler von Joseph Orient, arbeitete um 17Z0. in Dien ,sten des Königs in Polen und starb zu Dresden .7 /a§scior».

Tbrvenhusen, ein Danziger, malte Bild-nisse und viel alte Köpfe in Rembrandts Maniernach dem Leben. Diese waren in Holland hoch ge-halten, daher die meisten dahin kamen. Er lebteum die Mitte des XVII. Jahrhunderts.