Band 
Erster Theil.
Seite
679
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Tura t i.

tigte die Altartafel St. Maurelius, Beschützer die-ser Stadt, in der Kirche St. Gevrgius extra Murros, wo Tura i/,6g. 63 . I. alt begraben wurde.Seine Werke werden der Arbeit seines Lehrmeistersvorgezogen. Lrixenür p. 122.

Turari (Hercules), Baumeister zu Mailand ,wird unter des Martin Baßi Schüler gezählt.

Turbido. S. Torbids.

Turchi (Alexander), genannt Veronese undOrdens, weil er in seiner Jugend einem Blindenzum Wegleiter diente. Er zeigte eine besondereNeiguug zur Malerey, die er bey Felix Ricci lernte,und begriff seine Manier so gut, daß, als dieseri 6 o 5 . mit Tod abgieng , Orbetto dessen unvollkom-men hinterlassene Werke ausarbeitete, wozu ihmsein Mitschüler s)asca Orroni bchülflich war. Ermalte zwar anfangs nach der trocknen und glattenManier seines Lehrmeisters; aber zuweilen verließer dieselbe, uud ahmte des Correggio Färbung unddes G. Reni Geflchtszüge nach. Sein Aufenthaltzu Rom reinigte endlich vollends seinen Geschmack.Er wußte das Colorit der venetianischen und dieZeichnung der römischen Schule wohl mit einanderzu verbinden, und versäumte nie, die Natur zuRath zu ziehen. Seine Gewohnheit war, die Ge-mälde ohne vorher gemachten Entwurf oder Zeich-nung anzufangen. Ein starkes Colorit, guter Ge-schmack in der Zeichnung und angenehme Pinselzügesind die gewöhnlichen Kennzeichen seiner Arbeit.Bessere Stellungen und Gewänder, auch mehrüberlegte Compositionen würden ihn zu einem vvll-kommnen Maler gemacht haben. Er verfertigte vieleKabinetstücke, wobey er sich öfters des Marmorsund Agaths zum Grunde seiner Gemälde bediente.Man findet seine schönsten Werke in seiner Geburts-stadt; vor allen aber eine Abnehmung vom Kreuzin der Kirche della Misericordia, und, nebst vielenandern, in dem Pallaste Gherardi eine Anbetungder Weisen. Turchi starb zu Rom i6-j8. 66. I.alt. G. Scokin, I. Smith, I Bekets, Louisa,Beauvarlet u. s. f. haben einige Blättcr nach ihmin Kupfer gebracht. Sein Sohn Hiacynth zeigtevon Kindheit an große Talente für seines VatersKunst, starb aber frühzeitig 1670. /brno di°. 91.

Turco (Cesar), Maler von Jschitella in derneapolitanischen Provinze Capitanata gebürtig,lernte bey dem ältern I. Anton d'Amato und beyAndreas Sabbattini. Er folgte des Peter Peru-gino Manier, und copirte Vieles nach den beßteuMeistern, wodurch er den Namen eines guten Oel-malers erhielt, indem er wohl zeichnete und mit ei-ner lebhaften Färbung malte. Man findet seineWerke hin und wieder in den Kirchen zn Neapel .Er st. daselbst um i 56 u. ungefähr 5 o. I. alt. Do-Merrrci II. 102.

(Flaminius del), Baumeister von Siena ,verfertigte den Hauptaltar der Collegiatskirche St.Maria in Provenzano zu Siena , welcher von maje-stätischer Gestalt, ganz von kostbaren Steinen undcorinthischen Säulen aufgeführt ist. st'«»

s» /ta/re II. 696.

Tureßio (Franz), Musivkünstler, arbeiteteum 1618. in der St. Marcuskirche zu Venedig .Man siehet von ihm daselbst die Geburt Christi nacheinem Carton von Hieronymus Pilotti. ^a»ettrP. 585 .

Turianus, Töpfer von Fregella aus demLande der Volsker gebürtig, ward von Tarquinius Priscus nach Rom berufen, wo er einige Statüenaus Thon verfertigte. /A»i«r b. XXXV. L. 12.

' T « rinese ; Beyname von A. Mari.

Turini (Johann), Bildhauer von Siena , vonwelchem man eine Wölfin, mit den Zwillingen Ro-mulus und Remus, in Erzt gegossen findet. Die-ses Monument ward 1^29. auf einem öffentlichenPlatze dieser Stadt auf eine antike Säule gesetzt.S. den Art. Anron pollajuolo. ^eccr p. 80.

Turneyser. S. Thourneiser.

Tyssens. 679

Turnus, antiker Bildhauer, verfertigte dieStatüe der berüchtigten Lais. TÄtramru.

Turonensis; Beyname von S- Francois.

Turpilius (L.), römischer Ritter, malteschöne Werke zu Verona , und war in kleinen GeLmalden, und wegen einer leichten Behandlung desPinsels berühmt. Er lebte zu Plinius Zeiten, derihn (I.. XXXV. L. 4 ) anführt, und starb in ho,hem Alter. /ÄLLo r.

Turriani (Horaz ). S. Toriani.

Turrira (Jacob da), trug den Namen seinesGeburtsorts in dem Gebiete von Siena . Er lerntebey Andreas Tafi, und verfertigte zu Rom einigehistorische Stücke von Musivarbeit, in- und aus-wendig an den Kirchen St. St. Peter und Johann,und St. Maria maggiore. Turrira trat in denFranciscanerorden, und starb um i 3 c> 3 . S. denArt. seines Lehrmeisters. La/äi-rr-cci.

Tu scher (Marc), westlicher Maler, Bildhauer,Baumeister, Kupferetzer und Edelsteinschneider vonNürnberg , wo er in dem Fündelhause erzogen,und von I. Daniel Preißler in der Kunst unterwie-sen wurde. Er arbeitete in verschiedenen Städtenvon Italien ; von da gieng er in England, undward endlich nach Koppenhagen berufen, wo er alskönigl. Geschichtsmaler arbeitete. Er heyrathetedaselbst I. S. Mahls Tochter, und starb zu großemLeidwesen der Kunstverständigen 1751. ungefähr /; 5 .

I. alt. S. den Art. Abraham wogrer. Sm-/iauelli p. 66 . und i 5 o.

T » ßi (Ludwig), ein Künstler von Genua , maltedie Tafel des Hauptaltars in der Kirche St. St.Quaranta Martin zu Rom , welche den Tod dieserHeiligen vorstellt, und in einer Kapelle eben dieserKirche die Empfängniß Mariä. Tlitr.

Turelo. S Tuorüo.

Tutianue (Bartholome), einer der altenFormschneider, von welchem Dapillori (I- 192.)das Monogramm anführt.

Tybour. S. Thibour.

Tydemann (Gcerit), geschickter Perspectiv-maler zu Zwoll . gab nach einiger Zeit seine Kunstauf, und ward Buchhändler und Drucker. Er lebtenoch 1710. eclich und 70. 1 . alt. Uffenbach 1 l. 365 .

Tyler (Wilhelm). S. E- Lurch.

Tbyou (Johann), gab 1693. zu London ein Zei-chenbuch von allerley Eisenarbeit, als Portale,Treppengeländer, Gitter, Balcons u. s. w.

Tyroff (Martin), Kupferstecher, geb. zu Aug­ sburg 1705., arbeitete an dem ScheuchzerischenBibelwerke und in Kochlers Münzbelustigung, woman einige schöne Titulblätter von ihm findet.

Tys (Glsbert). S. Tbys.

Tyssens (Augustin), Dircctor der Maleraka-demie zu Antwerpen , ist vermuthlich einer von dennachfolgenden zween Brudern

(Peter), geb. zu Antwerpen um 1625.,malte in seiner Jugend historische Gemälde, dieRubens beynahe gleich kamen; aber die Gewinn-sucht verleitete ihn, diese Art Malerey zu verlassen,und Bildnisse zu verfertigen, welches ihm aber nichtglückte. Er kehrte also wieder zu seiner vorigenArbeit zurück, und lieferte so schöne Bilder in die-ser Art, daß man nicht weiß, ob man die richtigeZeichnung, die erhabne Erfindung oder das schöneColorit mehr bewundern muß. Tyssens war 1661.Director der Antwerper - Academie.

II. 363.

( ), von Antwerpen , malte aller-

hand Kriegsgeräth von Harnischen, Sturmhauben,Degen, Geschütze u. s. f Dann Geflügel, alsTauben, Hahnen, Hennen u. s. f., die weder Boelsnoch Hondekoeters Arbeit etwas nachgaben. Erarbeitete um ryuo. zu Düsseldorf , Breda , Rotter-