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aus eignem Triebe die Maler- und Bildhauerkunst,das Stahlschneiden aber bey Dupre. Zu dieser letz-ter» Kunst erfand er verschiedene sehr sinnreiche Ma-schinen. Ludwig XIII . ließ ihn deswegen nachParis kommen, wo ihm die Verfertigung derMünz -- und Medaillen-Stempel übergeben, auchdie Führung und Aufsicht dieser Arbeit durch dasganze Königreich anvertraut wurde. Seine Mün-zen sowohl als seine Schaupfenninge sind von sol-cher Schönheit, daß sie den Antiken gleich geachtetund von den Kennern aufbehalten werden. Vonseiner Bildhauerarbeit siehet man ein Bruststück undeine 7 — 8^ hohe Statüe Ludwig XI V. und in derBibliothek der Sorbonne das metallne Brustbilddes Cardinals von Richelieudie als Meisterstückebetrachtet werden können. Er'starb zu Paris 1672.an Gift, das ihm von Bösewichtern beygebrachtwurde, weil er ihnen einige Münzstempel verwei-gerte. Wenigstens war dieß damals die allgemeineSage; man weißt aber nicht ob sie begründet ist.Es ist hier anzumerken, daß, nach dem Tode die-ses großen Künstlers, Caftain, ein geschickter In-genieur, um 1680. eine Maschine zum Münzen er-fand, die sogleich im ganzen Königreich eingeführtwurde. /'erran/t II. 85 .
Darin (Quintin), von AmienS , lernte dieMalerey bey dem Chorherrn Franz Gaget (von wel-chem man etliche Gemälde in der dasigen Haupt-kirche siehet, die seines Schülers Arbeit nicht bey-kommen) und die Perspektive bey Bonavenkura vonAmiens . Darin arbeitete mit vielem Ruhme zuParis . Man siehet von ihm auf dem Hauptaltareder Kirche St. Louis zu Fontaincbleau die Geschichtedes Gichtbrüchigen an dem Teiche Bethesda in ei-nem treflichcn Gemälde, und die Darstellung imTempel auf dem Hauptaltare der Carmeliterkircbebey dem Luxemburg zu Paris . Die Königin Mariavon Medicis gedachte anfangs, die Galerie ihresPallastes im Luxemburg durch Darin malen zulassen; da aber ein Zufall diesen zwang sich vonParis zu entfernen, ward Rubens zu dieser Arbeitberufen. Darin wußte die Charaktere sowohl mitdem Pinsel als mit der Feder sehr deutlich auszu-drücken. Er unterwies seine Tochter, eine Urseli-nernonne, in der Kunst. Sie zeichnete die Kirchen-gemälde ihres Klosters, welche durch FranciscaBecquerel, Margaretha Canreraine, und Fran-cisca Ducroqiier, alles Nonnen, mit dem Pinselausgeführt wurden. Nuinrin munterte den be-rühmten Niclaus Poußin auf, die Malerey zu er-lernen, worin er ihm einen glücklichen Erfolg ver-sprach, der auch richtig eintraf. Er blühete um»620. Dariö p. 197.
— — ( ), zwey Brüder, Kupferstecher zu
Rheims um 1760. Man hat von ihnen die Feier-lichkeiten bey Aufrichtung der Rittersiatüe LudwigX V. auf dem großen Platze dieser Stadt. Danndie Porten und öffentliche» Brunnen zu Rheims.
Dario. S. Derio.
Darle (Joachim), verfertigte die Statüe desH. Augustin von Stucco , die in dem prächtigenSaale des Klosters dieses Heiligen zu Rom zu se-hen ist. Mttica e -»ocier »n.
Darmoser. S. Oermoser.
Darnei (Peter), französischer Künstler, maltein dem Speisesaal der herzoglichen Pallastes zu Ve nedig ein Turnier, welchem der Doge beywohnt.LaLLKAÜ'a.
Darnerram. S. Tainm.
Darone, Bildhauer und Baumeister zu Flo renz , lernte bey Anton Filarete. S. kxiclausFiorentino.
Dar 0 rari (Darius). Sein Vater soll vonEtraßburg aus einem Patrizier-Geschlechte, Na-mens Dariorer, entsprossen seyn, und sich wegender um i 52 ». in dieser Stadt vorgefallenen Reli-gionsveränderung von da weg, und nach Verona begeben haben. Darius ward daselbst geboren.Er lernte bey Paul Caliari und arbeitete zu Venebig,
V a sa r i.
in dem Polesinischen Gebiete; vornehmlich aber zuPadua , wo er sich haushablich niederließ. Mansiehet daselbst von seinen Gemälden in Kirchen undPallasten. Derselbe verfertigte auch Zeichnungenund Modelle zu Gebäuden, von welchen man einangenehmes Landhaus an der Brenta zeigt. Alser die Decke eines Zimmers malte, fiel er eine ziem-liche Höhe von» Gerüste; gleichwohl empfieng erhievon keinen Schaden, welches er der Beschützungder H. Maria in dem Carmeliterkloster zu Padua zuschrieb, und sich daher entschloß, diesen Ordenanzunehmen; als er aber im Begriff war sich ein,kleiden zu lassen, überfiel ihn eine Krankheit, woraner 1598. starb. Ein Gemäld von diesem wunder-baren Falle siehet man von seines Sohns Arbeit inder Kirche St. Maria Maggiore . Darius war desberühmten Bazzacco Eidam. Louisa hat ein Blattnach ihm geliefert. Sein Sohn Alexander, ge-nannt padoanino, malte nach des Vaters unddes Paul Caliari Manieren sehr schöne Bilder zuSt. Justin« und in andern Kirchen seiner Geburts-stadt. I» der dasigen Kirche St. Giovanni diVerdara findet man von ihm ein Gemäld, demnichts als ein berühmter Name fehlet, um unterdie beßten Werke von ganz Italien gezählt zu wer-den. — Seine Schwester Clara machte sich eben-falls durch die Malerey, besonders in Bildnissenberühmt. Sie schlug viele Anläße, sich Vortheil-haft zu verheyrathen, aus, und wollte ihren Bru-der niemals verlassen, dem sie bis an seinen Tod,der i 65 o 60. I. alt erfolgte, in der Malerey be-hülflich war. F. van Steen, M. Desbois u. s. f.haben nach Alerander gestochen. — Darius,Alexanders Sohn, übte sich im Kupferetzen; erarbeitete nach F. Ruschi rc. — In der
Galerie des Erzherzogs Leopold findet man zweyhalbe Figuren nach einem j). Darorari.
Darorti (Peter Paul und Joseph), vermuth-lich Vater und Sohn Von diesen Künstlern siehetman in etlichen Kiechen der Stadt Bologna histo-rische Gemälde. Sie lebten um 1740. Berardihat nach Joseph etwas gestochen, welches in demWagnerischen Beilage zu Venedig zu finden ist.^rcoro.
Darson (Gregorius). S. G- van Son.
Dasanzio (Johann). S. Sanzio.
Dasari (Georg), der ältere, des Lazarus Sohn, war ein Liebhaber, und verfertigte mit sei-nen fünf Söhnen Vasen und Basreliefs. Er starbi/j 84 - 68. I. alt, und ward in der Pfarrkirche zuArezzo begraben. — Georg Dasari der jüngere,Maler, Baumeister und Verfasser einer schätzbarenMalergeschichte. Derselbe lernte den Wilhelm vonMarseille, Baccio Bandinelli , Andreas del Sartound M A. Buonaroti. Er gieng nach Rom , woer alles Seltene in der Maler-, Bildhauer- undBaukunst nachzeichnete, und bracht'es auch darinso weit, daß er verschiedene Päbste, die Herzogenvon Florenz , viele Städte, Fürsten , Standesper-sonen und Klöster bedienen konnte- Seine Werkesind so zahlreich, daß es fast unmöglich scheint, indem Laufe von 65 . Jahren so viele Gebäude undGemälde samt einem so weitläufigen und mühsamenWerke, als sein Malerbuch ist, auszufertigen.Dieses Werk gab 1709. der AL-t Borrari zu Rom von neuem aus Licht, wo er Vieles von dem Sei-nigen hinzuthat, und manche Unrichtigkeit desDasari verbesserte. Dieser empfieng von der Na-tur vortreflichc Gaben; sie bestanden in einer gutenZeichnung, fruchtbaren Erfindung, leichter und hur-tiger Manier, einem so kräftigen und zierlichen Co-lorit, daß einige seiner Gemälde eher aus der Vene-tianischen Schule als von der Hand eines Florenti-ners zu seyn scheinen. Er war auch in der Geschichteund in Fabeln wohl erfahren. Dasari starb zu Flo renz 1074. und sein Leichnam ward nach Arezzo ge-bracht wo er in der Pfarrkirche bey seinen Vorälstern begraben wurde. D. Ghisi, Ph. Thomaßin,und andere haben nach ihm gestochen. — Sein Nefe,der Ritter Georg Dasari, Maler und Baumeister,