Wußim.
ttr seines vermeinten Lehrmeisters fand Wust nichtrathsam, sich lange bey ihm;u verweilen; hingegenfand er in dieser Hauptstadt genügsame Gelegen»heit, theils seine Kunst für Liebhaber zu üben, theilsnach schönen Werken zu studieren. Nach einemdortigen zweyjährigen Aufenthalt kam er 1789. inseine Geburtsstadt zurück, wo er sogleich das Glückhatte, seine in der Fremde erworbene Talente durchvielfältige Arbeit bekannt und beliebt zu machen,unterließ auch nicht die Lage seines Vaterlandes, dieeinem Landschaftsmaler unzählige Schönheiten derNatur darbietet, nützlich zu gebrauchen. SeineLüfte sind leicht und seine Hintergründe schmelzensich mit denselben; sein Baumschlag ist mannigfal,tig, und mit einem kecken Pinsel behandelt. Figu-ren und Thiere sind wohl gezeichnet, und in geist-reichen Stellungen angebracht; die Färbung istmännlich und stark. Fößli IV. 180.
Wußim (Caspar), ein Kupferstecher zu Prag ;kopirte die nach M. de Vos von den Sadelers gesto-chenen Einsiedler. — Daniel A?ußl»n arbeitetenach C. Secreta, u. s. w. — I. Fr. LVußim ra-dirte das Bildniß Kayser Joseph I. u. s. f.
V?ybe (Adam), Baumeister von Harlem; ar-beitete zu Hamburg . Marperger.
Vpberr. S. wiberr.
wyck (Thomas). Dieser Künstler, der um 1616.zu Hartem geb. ist, verdient unter die größten Malerin seiner Art gesetzt zu werden. Er malte mit einerausnehmenden Geschicklichkeit Seehafen und Ge-stade mit Schiffen und aller darzu gehörigen Gerath-schaft; dann öffentliche Märkte, die er mit Seiltän-zer-Taschenspieler- und Marktschreyerbühncn zierte.Man hat einige Bilder von ihm, worin er die Werk-stätte der Chymisten mit allem dahin einschlagendenWerkzeuge vorstellte. Sein Colorit ist glühend, unddie Farben sind stark angelegt. Thomas st. 1686.Er etzte auch einige Blätter, die sowohl als seineGemälde stark gesucht werden. Z. B. 14 Blatter,von Ruinen, die aus der Mariette Kabinette um006 Livres verkauft wurden. Dann har P. Hutinden Chemisten in seiner Werkstätte nach ihm geetzt;ein Gemald , welches dem G. van Eckhout fälschlichzugeschrieben wird. Man glaubt, Th. Wpck habeinige Zeit in Italien zugebracht. C F. Boetius,I. Baille, u. f. w. haben auch nach ihm gearbeitet.DercM»P 5 II. 245. — Sein Sohn Johann nutztedie väterliche Unterweisung so glücklich, daß er einengrossen Ruhm erlangte. Man wußte kaum, daß erMaler wäre, als er Hirschen - Schweins, und an-dere wilde Thiers-Hatzen lieferte. Seine Gemäldesind angenehm; prächtig nach der Mode gekleideteJäger von beyderley Geschlechte machen dieselbensehr reitzend. Seine Färbung und Zeichnung, be-sonders der Pferde, sind sehr gut, die Landschaftenvoll Abwechslung, die Bäume wohl ausgesucht,die Lüfte licht und voller Dunst. Er wurde nachEngland berufen, wo er neben Anderm das Pferdzu dem von Kneller verfertigten Bildniße des Her-zogs von Schomberg malte. Johann st. zu London 1702. ungefähr 5 o I. alt. John Faber hat nachihm Wilhelm III. zu Pferde bey der EroberungNamurs in Schwarzkunst, und J. Smith zwo Jag-den geschabt. De-cawxr III. 117.
wyde (Roger van der), geb. zu Brüssel umi 48 o. lernte bey Johann van Eyk. Derselbe beflißsich, die Ausdrücke der Leidenschaften gründlich zuerlerne», welches seine Gemälde sehr rührend macht.In dem Rathssaale zu Brüssel siehet man vier histo-rische Bilder von seiner Hand; in deren einemstellte er einen sterbenden Vater vor, der seinen la-sterhaften Sohn mit eigener Hand umbringt; einBild, das voll lebhafter und starken Ausdruckes ist.Er malte auch Bildniße von vielen Standespersonenund st. 1H29. in seinen beßten Jahren an einer an-steckenden Krankheit. Diesem Künstler, der inJta,lien unter dem Namen de Salice bekannt ist, schrei-ben einige die mit treflichem Colorit gemalte Abneh-mung vom Kreuze zu, die man in einer Kapelle der
Xavery. 737
Kirche St. Pi'etro in Montorio zu Rom sieht.
I. 33 .
Wvdenhofc ), malte Gesellschaften in spa-nischen Kleidertrachten.
Wpttants (Johann), geb. ju Harlem um»6oo. wird für Wouwermans Lehrmeister gehalten.Obwol er wegen seiner Kunst in grossem Ansehenstand, findet man doch bey keinem holländischenSchriftsteller etwas von ihm aufgezeichnet. Eineleichte und verständige Behandlung des Pinsels,gute Austheilung des Lichts, welches den Zuschaueran sich lockt, glückliche Lagen und schöne Lüste fin-det man in seinen Landschaften vereinigt. DieFiguren in denselben hält man für des van Tulden,Ostade , Wouwermans, Lingelbach, Adrian vander Velde und Anderer Arbeit. Gleichwol machteW)>nants hieraus ein Geheimniß, und wollte dar-für angesehen seyn, als ob er sie selbst verfertigthabe.
Wpne ( ) englischer Capitain, ein gelehrterund geistreicher Baumeister. Derselbe führte 1705.den Pallast von Bukingham in der angenehmstenLage des Parks von St. James in London auf. DieVorderseite ist mit korinthischen Wandsaulen, unddie obere Balustrade mit Statüen geziert. Di<Haupttreppe ist edel und erhöht. Man findet indiesem Pallaste eine Sammlung von den kostbarstenSeltenheiten, Tl^o-ra/ämr. p. 400.
tvynen. (Dominicus van) grnanntAscanius,geb. zu Amsterdam 1661. lernte bey Wilhelm Dou-dyns. Er that eine Reise nach Rom , wo er sicheinige Jahre aufhielt. Seine Neigung gieng aufmoderne Kabinetsstücke, in welchen er die Leiden-schaften wohl auszudrücken wußte. Die Ceremoniender niederländischen Schilderbent zu Rom bey An-nahme eines neuen Mitglieds, die Ascanius in dreyGemälden abbildete, zeigen einerseits die Geschick-lichkeit dieses Künstlers in Vorstellung lustiger Ge-sellschaften; anderseits findet man leicht die Ursa-chen, warum diese Zusammenkünfte von einigenPäbsten bey Strafe des BanneS verboten worden.Diese Liederlichkeiten sind vermuthlich auch die Ur-sache, daß ein Vandyk u- a. mehr sich nicht entschlief,sen konnten, dieselbe anzunehmen. S. hierübereine Anmerkung bey Descamps ll. 261. vannen verfertigte diese Gemälde für Bonavenkuravan Overbeck zur Erkenntlichkeit, weil dieser aufihrer Rückreise von Rom in ihr Vaterland sich seinerannahm. M- Pool hat sie gestochen, va» 600/ II. 451.
Vyngaerde oder N)pgarde (Franz van),Kupferstecher und Kunsthändler zu Antwerpen umi 63 o. arbeitete nach Rubens , Vandyk, I. ThomaS,Callot, Teniers , u s. f. Papillon führt ihn auchunter den Formschneidern an.
N) ynne (Wilhelm). S. Ryland.
ÜVytenbrock. S. vyrembrock.
Wptman (Matthäus), geb. zu Gorkum «Miküo. lernte bey Heinrich Verschuuring und bey Jo-hann Bylaert. Er kopirte des Caspar NetscherSGe,mälde, und malte aus eigener Erfindung nach des-sen Manier. Seine Werke sind mit angenehmenLandschaften, die er wohl ausarbeitete und natürlichfärbte, geziert. Ferner sah' man von ihm Früchteund Blumen, worin er vermuthlich alle seine Kunst-genossen würde übertreffen haben, wo ihn der Todnicht in seiner Jugend -689. hingerissen hätte. SeineGemälde verdienen einen Plaz in den beßten Kunst-kabinetten. III. 264.
L.
Zkaph eri'nus ( ) S. den Art. Mclaus Ca-ron. Suppl. Z.
Lavery (G. I.) ein Holländer, etzte Bildnisse,u. s. w.
— — (Jacob), Bildhauer, geb. in der Ge-gend von Aniwerpen 1697. arbeitete inDiensten desPrinzen vonOranien. Man kennt von seiner Arbeit