740. Zambono.
bey Cignani . Man sieht von seinen historischenGemälden in der Kirche St. Nicolaus zu Rimino.Er st. in der Blüthe seiner Jahre. IHar-cüerM.
Zambono (Michel), ein Künstler aus derSchule der Vivarini zu Venedig , verfertigte dieMusivarbeit einer Kapelle in der dastgen St.Marcus-kirche, welche die Geschichten der H. Maria abbil-den. Er blühete um den Anfang des XVI. Jahr-hunderts. Zambono verließ gänzlich die Manierseiner Vorfahren, und richtete sich nach dem Ge-schmacke der berühmtesten Maler seiner Zeit. La§-
Zamdrano (Joh. Ludwig), Maler vonCorsdua, lernte bey Paul Cespedes und suchte des Mi-chelangelo Manier nachzuahmen, worinn es ihmoft gelang; denn man trift in seinen Gemälden Ge-schmack, Genie, Zierlichkeit, nebst einer richtigenund genauen Zeichnung an. Er arbeitete mit einerleichten und ungezwungenen Manier und mit gutenEinfällen, die seine Werke überall beliebt machen.Aber er st. der Kunst zu frühe ibZg. 4 ». I- alt. e-/ano 71.
Zamodia. S. Gamodia.
Zamora ( ), Maler von Biella, verfertigtefür die Augusiinerkirch« zu Turin eine Altartafel, dieBetrübniß der H.Maria vorstellend. Er arbeitete auchfür die dasige Verkündigungskirche. öarto/r I. 4.
Zambalocchio. S. Giuntalocchio.
Zampezzo (Joh. Baptist), Maler zu Vene-dig , dessen ausnehmende Geschicklichkeit, die Ge-mälde des Franz da Ponte - Bassano zu kopiren, vonBoschrm S. 2/5. sehr gerühmt wird.
Zampieri (Dominicus), genannt Dommt-chino, Maler von Bologna , lernte bey DionystusCalvart und bey den Carracci . Anfangs wandte erviele Mühe und Zeit auf seine Arbeit. Seine Mit-schüler trieben ihren Spott über seine Langsamkeit,und gaben ihm schmähliche Beynamen; indessen ent-wickelten sich seine vortreflichen Talente durch eineunablaßige Uebung, und setzten ihn in großes An-sehen, so daß ihm wichtige Werke anvertraut wur-den. Außer Franz Albani, seinem aufrichtigenFreund, waren alle übrigen Maler seine Feinde undNeider. Als er in Neapel in der prächtigen Schatz-kapelle arbeitete, plagten ihn diese so heftig, daßer aus der Stadt entfloh; und da er gezwungnerWeise an seine Arbeit zurückkehrte, bestachen siedie Mäurer, die ihm den Kalk zubereiten sollten,Asche darunter zu mischen, wodurch sowohl der An-wurf als die Malerey verdarben. Endlich starb erdaselbst vor Unmuth, und wie man insgemein glaubtvon beygebrachtem Gifte 1641. bc>. I. alt. ^ Do-minichino war stets mit seiner Kunst beschäftigt,und dachte derselben, in seinen Mantel gehüllt, so-gar auf der Strasse nach. Wenn er eine Leiden-schaft vorstellen sollte, suchte er sich selbst zu einersolchen anzureizen, und ward also ein eigenes Mo-dell , das er vor dem Spiegel nachzeichnete: EineErfindung, die dem Hannibal Carraccio, der ihnbey eine», solchen Anlaß überraschte, sehr wohl ge-fiel. Seine Geschicklichkeit in der Baukunst bewogGeorg XIII. ihm die Aufsicht über die päpstlichenGebäude anzuvertrauen, und die westliche Villa Al-dobrandina zu Frescati zeigt sowohl in Anordnungder Garten als des Pallastes, daß Dominichinoauch diese Knnst vollkommen besessen habe. Nichtsist mit mehrerer Ueberlegung behandelt als seineComposirionen; daher ihn Poußin vorzüglich denMaler nannte. Dieser westliche Künstler hielt dieVerklärung Christi von Raphael , die Abnehmungvom Kreuze des Daniel Ricciarelli, und den Hiero-nymus des Donn'nlchino für die größten Meister-stücke in der Malerev. Zampieri war in Frescovortreflich; seine meisten Oelfarbenbilder sind nichtso schätzbar; seine Pinselzüge sind in diesen hartund plump; die Carnation fällt ins Graue; seineGewänder sind schlecht gefaltet und von elendemGeichmacke; er verstand auch die Wirkungen desHelldunkels nicht allzuwohl. Aber seine Zeichnung
Zanchi.
ist von großer Manier und correct, die Stellungensind wohl gewählt, und die Gesichtsmienen von be-wundernswürdiger Einfalt und Verschiedenheit, de-nen weder Zierlichkeit noch ein edles Wesen mangeln.Man bewundert in seinen Werken den Ausdruckseiner Gegenstände überhaupt, und der Leidenschaf-ten insbesondere. Seine Landschaften find zwar inder Caracci Manier, aber nicht so leicht Man er-zählt eine Anecdote, die den gütigen und bescheide-nen Character dieses großen Mannes sehr wohl aus-drückt : Er traf eines Tags in der Kirche St. Giro-lamo della Earita zu Rom einen Maler an, der ihnnicht kannte, und mit großer Aufmerksamkeit seinAbendmahl des H. Hieronymus copirte. Donu-nichino riech ihm, er sollte einige Fehler, die sichin dem Original befanden, verbessern; dieses hörteder Maler mit großen Unwillen an, bot ihm Pinselund Palette dar, um es selbst zu machen, welchesdieser willig annahm, dem Original den Rücken zu-wandte, die angezeigten Fehler verbesserte, undzu-gleich mit der größten Fertigkeit diese Kopie überalldurchging. Man hat ungefähr 120. Blätter nachseinen Werken. S. den Art. M. Abel. Ma/rm-rra II. Z10.
Zampieri (Peter), malte eine Verkündigung,die man in der Augustinernonnenkirche St. MariaMagdalena zu Brescia siehet,
Zanardi (Gentile), des Julius Tochter, undJoh. Pauls Schwester, lernte die Malerey beyM. A. Franceschini. Sie kopirte aus bloßem Ge-dächtniß mit einer zarten und angenehmen Manier,und malte auch aus eigner Erfindung. Gemileheyrathete den geschickten Ornamentmaler Seba-stian Monci, einen Schüler von August,n Mewlli.Beyde starben um den Anfang des XVIIl. Jahr-hunderts.
— — (Johann), Ornamentmaler zu Bologna ,lernte bey Stephan Orlandi. Er verfertigte vieleArbeit in Kirchen und Palläflen zu Bologna, Bres-cia , Venedig , u. s. f. Zanardi war Ehrenmitgliedder Academia Clementina zu Bologna , wo er 1769.69. I. alt noch lebte. /Anna xr'twrce III. 289.
— — tJoh. Paul), geb. zu Bologna i 658 .lernte bey seinem Vater Julius. Er malte zu Ve-rona Früchte, Blumen, Thiere, Figuren und Or-namente. In der Kapelle Riguzzi der Kirche St.St. Vitalis und Agricola zu Bologna ist das Bild-niß der H Apollonia von seiner Arbeit. ^5co§o.
Zanara (Josephe von Mailand, lernte bey CarlFranz Nuvoloue. Dieser geschickte Maler arbeiteteum 1740. für öffentliche und bürgerliche Häuser sei-ner Gcburtsstadt. (ir-a-üe-rtr.
Zancarli (Polyphilus), Kupferstecher, etzteneben Anderm zwölf Blätter von antikem Laubwerkin Friesen.
Zanchi (Anton), geb. zu Este in dem Paduani-schen 1HZ9. lernte bey Franz Rusca. Die Stadt Ve-nedig besitzt ungemein schöne Gemälde von seinerArbeit; vorzüglich die Schule St. Rochus, die Ab-bildung von der ihZo. daselbst eingerissenen Pest,und eine Geschichte des Leidens Christi: Die SchuleSt. Hieronymus , den barmherzigen Samariter undden Verlornen Sohn, nebst vielen andern, in wel-chen Zanchi seine westlichen Kenntniße in Erfindung,Zierlichkeit, Colorit und Ausdrucke zu erkennen giebt.Obiges Pestgemald wird von Cochin als sehr schön,in einem großen Charakter gezeichnet, mit einer star-ken Manier, wohl ausgedrückten Schatten und zier-lichen Gewändern gemalt, beschrieben. Anron mal-te noch 1721. die Vertreibung der Verkäufer für dieKirche St. Paterniano, worinn man das hohe Al-ter dieses Malers leicht wahrnimmt. Er st. um 172b.— Sein Sohn, Joseph, malte in der Kirche St.Paterniano eine Tafel, worauf der Doge mit vielemVolk umgeben, und unter diesem auch des Künst-lers Bildniß abgebildet ist, und an der Decke derSt. Paulskirche die Geschichte dieses Apostels Lar-— Ein andrer Anron Zanchi, lernte zuBologna bey I. Joseph dal Sole. Er malte Bild-