Buch 
Mahlerische Reise in die italienische Schweiz / mit geäzten Blättern von J. H. Meyer
Entstehung
Seite
5
JPEG-Download
 

5

dieser Stadt bespült, seine glänzende Fläche aas. In feiner stillen Flut mahlt stell im Rükglanzder von Nebeln umschlichene Rigiberg. Die mit Gebüschen und hohen Eichen wild bewachseneBaarburg, und ihr Nachbar, der von Alpen und Kastanienwäldern bekleidete Z.ugerberg, erhe-ben sich ihm zur Linken-zur Rechten hingegen die beschneiten Gipfel der Vierwaldftäd-

tergebärge Und der steile Berg P ilatus.Von dieser Höhe herab kamen wir in die langenSchattengänge von Baar; aber ein Regenguss beschleunigte unsre Schritte nach Zug, wo wirim Gasthös zum Hirschen gutes Obdach und reinliche Bewirthung fanden-

Bey klarem Wetter ist die Fahrt von Zug dem östlichen Seeufer nach hinauf sehr mahlerisch.Die Gegend von l^alchweil und Ober weil ist eine sortgesezte romantische Hirtenflur: Schat-tichte Hayne mit hölzernen Hütten, an denen die Weinrebe hinaufklimmt> grasreiche Alpen,dunkle Kastanienwälder, und ein hinter diesem Allem emporsteigendes Gebürg von Gebüscheund Waldung bekrönt! (S. Tab. /.) An sonnigteh Tagen ist es eine entzükende Fahrt, besonderswenn der goldne Abenddust die schöne Rigi umschleicht, und alle Gebüsche der nahen User irti

Glänze sieh tauchen -- Wenn die Bewohner dieser Gebüsche den Abschied der Sonne seyern,

und das Geblök und Geklingel der Viehheerden am Ufer weit auf die stille Seefliiche hinausertönt! Diesmal fehlte,die Seele der schönen Gegend, die Beleuchtung; graue Wolken verfin-sterten den Horizont, und ein Regensturm jagte hinter dem Rigiberg hervor, der unser SchiffVerfolgte, bis wir beym Fleken Artb ans Land stiegen.