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fiüiiersees. Schon von Fliielen weg sängt die bepflasterte Straffe des ' Gottbards an, einfürstliches Werk, das jeder Reisende immer mehr bewundert, je höher er das Gebürge besteigt;je mehr er in Anschlag bringt, wie oft sie entweder von der Tiefe ausgemauert, oder in Felsendurch gehauen, oder durch Bogenbrüken über gefährliche Abhänge musste zusammenhängend ge-macht werden. Altorf war der erste Ort, den wir auf der heutigen Reise antrafen. Die frühesonntägliche Stille aus den Gaffen, wo wir noch wenige Menschen fanden, gestattete uns wenigmehr als die Lage von Altorf zu betrachten. Am Fulse eines hohen steilen Gebürges scheintsie nicht die sicherste zu seyn; daher sind die Tannwälder dieses Gebürges als Schuzwehr gegenlosreißende Felsenstlike ein unverlezbares Heiligthum, das durch keine Axt berührt werden darfEin zweyter gefährlicher Nachbar ist der wildströmende Scbäcbenbacb , der aus dem Thalgleichen Namens mit periodischer Wuth der Reuss entgegenrauscht, und (umsonst oft, daß manihm starke Dämme entgegensezt) Steine und Schlamm über Gefilde und Wiesen daherrollt. Jen-seits dieses Waldwaffers führt die Straffe über flache Ebenen senkelgeraden Felsen näher, die wiesteile Ufer eines Sees aus der horizontalen Fläche emporsteigen. Und wahrscheinlich war vor-mals da ein See; denn wie oft verändert die Natur ihre Auffengestalten in Gebürgen! Unauf-hörlich arbeitet hier der nagende Zahn der Zeit an künftigen Revolutionen! Doch, überlastenwir diese Beobachtungen dem scharfsinnigern Naturforscher. Wir bemerken mehr das, was dieffatur Malerisches hat. Hier öffnet die Schöpfung ihre reichhaltigen Quellen für den Künstler,
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