II
lehnenlose ßrüke, wo er den schwindlichten Abgrund unter sich erblikt, in den der Waffersallin Staub versprizt. Nicht weit von dieser Stelle sind die Häuser im Riedt. Sanfter abwechselndist die kleine Ebene von da bis Jdeiischlingen. Feierliches Dunkel hoher Tannen beschattetjezt die Bergstrasse, und halb verborgen schallt die Reuss aus der Tiefe herauf. Am Ausgangdes Waldes erscheint auf der Höhe die Dorfkirche von Wäse». Ueber hohe Felsen führt dieerste steinerne Brake über die Reuss. In schauerlicher Tiefe sieht sie der Wandrer da, wo dieGegend im Pfaffensprung heisst, von der Brake herab. Sie schäumt im holen Gewölbe halbVerborgen unter vorstehenden Felsen und überhangendem Gebüsche, und rauscht majestätisch, wieder Donner, der im grauen Gewölke langsam daherrollt. Aus einem wilden Nebenthale kömmtmit tobendem Geräusche der Meyenbach hervor und vereinigt sich mit der Reuss. -Keu-
chend und müde erreichten wir endlich auf der Anhöhe das Dorf Wäsen , wo eine schlechte
Mahlzeit unsern Hunger stillte.-Von trafen hinweg ist die erste malerische Merkwürdigkeit
der Rohrb ach. In enger Felsenklüft stürzt er in mancherley Säzen durch wilde Gebüsche undübereinander geworfene Steinklumpen herab, und rauscht unter einer hölzernen Brüke weg indie Reuss. Ausser W attingen liegt der Stein, den der Teufel auf die Brüke werfen wollte,welche eine Volkssage zu seinem Werke gemacht hat. Muthwillig schäkerten einige Hirten undHirtinnen in seinem Schatten, und Ziegen frassen das Gras um die Vertiefungen weg, die alsMerkmale der Klauen dieses Bösewichts gezeigt werden! Unweit Von da führt, in einer Wendung