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Sitten und Freyheitsfinn. Obschon abgesondert durch ihre Lage von aller übrigen Welt, führtden Bewohnern dennoch der starke Pafi nach Italien und von da ins Deutschland zurük, vieletausend Menschen aus allen Ständen zu. Ihnen fehlt freylich manches zu gänzlicher Anmuth desLebens; sie haben einen wichtigen Theil des Jahres Winter; aber dennoch gab ihnen die Naturhinreichende Quellen des Unterhalts: Ihre Alpen, die Viehzucht, und den Nuzen, den sie vonden Durchreisenden und vorn Säumen der Güter ziehen. Es sind Menschen von gesunderLeibesbeschaffenheit; und mancher unter ihnen mag Geisteskräfte besizen, die nur des Anlassesund der Aufmunterung bedürfen, um sich entwikeln zu können. Herr Diog von Ursern istein Beyspiel davon; ein jeztlebender geschikter Bildnilsmaler, der in Rom studierte, und sich in
seinen Arbeiten durch richtige Zeichnung und höchstnatürliche Carnation auszeichnet.-Jezt
verloren wir das Ursernthal aus dem Gesichte, und wieder einsamer wurde die Gegend.Neuerdings führte die gepflasterte Straffe in manchen Wendungen allgemach den Berg hinan. Dieimmer kleinere Reufs stürzt auch da oft von Felsen in die Tiefe; aber nicht mehr mit der don-nernden Gewalt wie in den Schollenen. Keine Aussicht vorwärts mehr, als die annoch be-schneite Gegend der Alpe Rodunt und der von Wolken umschlichene Gipfel des Gotthards ,und rükwärts ein enges von Bergen und Felsengipfeln eingeschlossenes Thal, unter denen derkalte Orcino sich als der nächste auszeichnet. Immer stiller wurde die Gegend, immer mehrhüllte sie sich in tiefen Schnee, der im Licht der aufgehenden Sonne blendenden Glanz zurükwarf.
Bey