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Mahlerische Reise in die italienische Schweiz / mit geäzten Blättern von J. H. Meyer
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sind die Wände des Zimmers, wenig Hausgeräthe, kaum eine elende Banke und ein Tisch. DerItaliäner ist lieber in freyer Luft, und nur die Nacht oder der Frost treiben ihn zuriik; daherdie Vernachlässigung alles dessen, wodurch sich deutsche Schweizer ihr häusliches Leben sobequem und angenehm zu machen wissen, wofür aber der Welfe he ungleich weniger Sinn zuhaben scheint. Wirklich hatten wir eben so wenig Lust das dampfige Zimmer zu hüten. In derkleinen offenen Gallerie liess sich die kühle Dämmerung angenehm genug gemessen. Der weite

■Dorsplaz, die muthwilligen Spiele der Kinder, die sich aus demselben herumfummelten-zur

Seite ein rauschender Wasserfall-ein grosser Kaftanienbaum, der die artige Hotellerie be-

schattete, und obendrein die Freundlichkeit des Gastwirths, waren Entschädigung genug für die

mangelnde Bequemlichkeit. —— - Die Nähe von Bellenz ( Bellinzona ) und die reizende

Gegend waren Beweggründe, die uns beredeten den folgenden Morgen weniger eilfertig zu

reisen, als bisher.-Immer sanfter wird das Thal. Lieblich liegende Dörfer erscheinen auf

den Bergen. Das romantische kleine Bergkloster Claro glänzt im Morgenstral der Sonne undladet auf seiner erhabenen Stelle zu gliiklicher Ruhe und enthusiastischem Vergnügen ein, wel-ches von allen den Naturschönheiten erwekt wird, die von den klösterlichen Zellen herab rings-um das Aug’ erblikt. . Am stillen Tizin steigen Lerchen aus Rosmaringebüschen empor, undsingen in hoher Luft der Nachtigal entgegen, die hie und da in waldichten Schatten seufzt.Immer weiteres flacheres Thal. Neue Seitenthäler öffnen sich gegen die Revier , oberhalb das