2 Ehr en berg : die geographische Verbreitung
Cubiklinie wird, nimmt man sie auch nur zu k ihres Raumes, mit Thiercheuerfüllt, 500 Millionen, jeder Cubikzoll aber über 800,000 Millionen Thier-chen enthalten. Sind in jenen Wassergefäfsen 6 Cubikfufs Wasser, so be-stehen diese aus 10368 Cubikzollen, oder fast 18 Millionen Cubiklinien, undda in jeder einzelnen derselben 500 Millionen Thierchen leben, so enthältjener Raum 9000 Billionen lebendiger Wesen, und ein einziger davon unterdasMicroscop gebrachter, eine Cubiklinie grofser Tropfen enthält deren 500Millionen, gerade soviel als es den nicht überschätzenden Berechnungen zu-folge, Menschen auf der ganzen Erde giebt. Man denkt sich nun die Zahlender lebendigen Körper eines stagnirenden Grabens, man denkt sich mit die-sem Leben im Sommer dicht erfüllte Teiche und Seen, und endlich beachtetman, dafs zwei Drittheile der Oberfläche unseres Erdkörpers von Wasserbedeckt wird, welches, wie in der neuern Zeit die Beobachtungen des Capi-tains Scoresby wieder bestätigen, selbst als Ocean häufig fähig ist, die Ent-wicklung ähnlicher Organisationen zu begünstigen, so erhält man, auch heihöher angenommenen Gröfsen und Zwischenräumen dieser Thiere, ein Re-sultat, welches die Masse des organischen Lebens als unermefslich und fürden Ausdruck unerreichbar fühlen läfst, aber jenes unscheinbare, nur dembewaffneten Auge des Naturforschers sichtbare, in zahlloser Menge ver-streute Leben erhält auch die Bedeutung, welche sie zu einem besonderswürdigen Gegenstände einer wissenschaftlichen Forschung erhebt.
Die Wichtigkeit der Erforschung und fortdauernden Beachtung derFormen und Bedingungen dieser zahllosen Menge unserm gewöhnlichen Ge-sichtskreise unerreichbarer lebendiger Wesen, welche die Zahl der sichtbarenso unendlich übersteigt, wie die Sternenzahl der Milchstrafse des Himmelsdie dem gewöhnlichen Auge offen liegenden Sterne ins Unzählbare übertrifft,und deren Existenz für die Öconomie der Natur vom entschiedendsten undgröfsten Einflufs sein mufs, ist auch seit den ersten Zeiten der Entdeckungdes Microscops eingesehen worden. Denkende Gelehrte, denen die Erklä-rung der Lebenserscheinungen, die Auffindung ihrer Bedingungen und dieFeststellung des Begriffs des Lebens am Herzen lag, haben sich schon frühbemüht, das unter dem Schleier der Kleinheit verborgen wirkende riesen-hafte Leben ans Licht zu ziehen und genau zu beachten. In der neuestenZeit ist man sogar vielseitig auf das Resultat gekommen, dafs hier wirklichdie Werkstätte der bildenden Natur, der Anfang und das Ende aller Orga-