der Infusionsthierchen in Nonl- yjjrikcl und JVesl- Asien. 13
lebend, tbeils todt aus den Ebenen, Sümpfen und Meeren bis zu einer HöbeVon 18000 Fufs unwillkührlich emporgetragen, und zum Theil auf den höch-sten Spitzen der Gebirge abgesetzt werden, zum Theil wieder in entfernteEbenen herabsinken, so ergiebt sich dadurch das Interesse jener anderenReihe meiner Versuche, von der ich schon in der Einleitung gesprochenhabe, und deren speciellere Resultate ich nun mittheilen will; es sind dieUntersuchungen über das Verhalten der Infusorien im frisch gefallenen Thau,welche ich mir um so mehr zur Pflicht gemacht hatte, da die Akademie die-selben uns speciell aufgetragen hatte.
Je mehr in unseren Gegenden allerlei Vorsichtsmafsregeln angewendetwerden müssen, um nicht Feuchtigkeit und Infusorien, welche aus der näch-sten, überall mit Leben erfüllten, Umgebung stammen, als aus der Atmosphärekommend anzusehen, und mithin falsche Resultate zu erhalten, desto ge-eigneter erschien uns die libysche Wüste zu Untersuchungen dieser Art. Der
am Mittag durchglühte, alles Leben ertödtende Felsboden zeigte sich uns beider Morgendämmerung, nicht selten dicht mit Thauperlen besät, und gabuns mit unseren ebenfalls bethauten Effecten von Holz, das Material und dieBedingungen zu scharfer Reobachtung im besten Verhältnifs.
Im Ganzen habe ich in der grofsen libyschen Wüste die Beobachtun-gen des Thaues an den Ruhepunkten sechsmal angestellt, und überdies nochdreimal in Dscheil el achterie hei Alexandrien . Ich untersuchte jedesmal 15bis 20 Thautropfen, zuweilen mehr, ich zählte aber gewöhnlich nur bis 15.Nach dieser Zahl des Minimi, beträgt die Summe der von mir in Libyen be-obachteten Thautropfen 135, deren Resultat war, dafs ich nie ein einzigesInfusorium erblickte.
Überdies habe ich während meines sechsjährigen Aufenthaltes am Nilund in Arabien noch mehrmals die Versuche wiederholt, und den Thau untersehr verschiedenartigen Umgebungen beachtet. Während unserer Reise nachDongala, stellte ich im Nil auf der Barke vor Theben mehrere Beobachtun-gen an. Von Theben südlich gab es scheinbar keinen Thau aus der Atmo-sphäre mehr, und obwohl ich in Dongala Infusorienbeobachtungen mit Nil -wasser öfter anstellte, so war doch jener Zweck nicht weiter zu verfolgen.Thautropfen, die sich an der Unterseite der Pflanzenblätter fanden, undwelche vom Boden aufsteigende Wasserdämpfe anzeigten, beobachtete ichin Dongala am Nil wohl, hielt aber diese nicht für geeignet, das gewünschte