Band 
[Erster Teil.]
Seite
186
JPEG-Download
 

I

186

Arten genannt wurden. Im Jahre 1837 wurde dann von mir der Polirschiefer von Oran in ähnlicher, aber wesentlich verschiedener Artzusammengesetzt gefunden, und es wurden 10 vorherrschende Beslandtheile namentlich verzeichnet, welche Untersuchungen im folgendenJahre auf einer Reise nach Paris an den von Herrn Rozet von Oran mitgebrachten Materialien weiter vervollständigt wurden. Jenes wurdeals fossile Süsswasserbildung, dieses als fossile Meeresbildung erkannt.

Die 1838 nach England fortgesetzte Reise eröffnete einen neuen grossen Formenkreis für Europa und Afrika , indem die Untersuchungder englischen Kreidefelsen ihre Bildung aus mikroscopisehen Polythalamien ergab, in welchem Charakter auch die Kalksteine von Ober-ägypten und der Nummulitenkalk bei Cahira übereinstimmten. Im Anfänge des Jahres 1839 wurden diese Beobachtungen der BerlinerAkademie milgetheilt, wo die damals neue Gruppe der Polycystinen zuerst als Familie der Polygastern mit 3 Gattungen eingeführt wurde.Ausserdem wurden 2 neue Genera und 31 neue Arten von Polygastern, sammt 69 Arten von Polythalamien, zusammen 100 Arten, ver-zeichnet, deren nur einige zum rothen Meer und Arabien, die meisten zu Afrika gehörten. Alle jene Felsarten enthalten aber nurMeeresformen.

In dem 1838 erschienenen grösseren Infusorienwerke wurden Fragilaria pectinalis und Synedra Ulna, sowie Bacillaria majorweiter genannt und beschrieben. Die Formen der Gebirgsmasse von Oran wurden 1839 und 1840 ansehnlich zahlreicher ermittelt, undim November 1840 wurden unter den damals der Berliner Akademie vorgelegten 274 Abbildungen und Diagnosen neuer Infusorien-Artenauch 3 libysche Arten, und Eunotia nodosa von Isle de France charakterisirt.

Neue, besonders Erden scharf analysirende Beobachtungsmethoden, welche zuerst auf.Amerika und Asien angewendet wordenwaren, wurden es allmälig auch auf Afrika , und so konnte denn im Jahre 1843 der Berliner Akademie die Summe von 257 Artenmikroscopischer afrikanischer Formen in Präparaten und meist in Zeichnungen vorgelegt werden (s. Monatsberichte 1843 S. 135). Vondiesen zahlreichen Arten ist jedoch eine grosse Anzahl den fossilen Verhältnissen zugehörig und eine andere Mehrzahl gehört den jetzigenMeeresbildungen an. Die in diesem Abschnitt zu betrachtenden Süsswasserformen Afrikas betrugen an Zahl etwa 134 Arten: 114 Poly-gastern, 20 Phytolitharien. Es war nun nicht mehr nöthig neue Reisen nach Afrika zu machen, um das kleinste dort wesentlich ein-greifende Leben zu beobachten, sondern die vorhandenen, an Pflanzen aller Art mitgebrachten, Erden und die Felsproben der Sammlungenerlaubten eine formenreiche Uebersicht direct zu erlangen. Es wurden damals in den Monatsberichten S. 136 3 neue Genera von Poly-gastern beschrieben. Ausser den früheren 8 Beobachtungspunkten waren noch dazu gekommen: Capland 9 Arten, Madagascar 13 Arten,Isle de Bourbon 13, Eilet in Habessinien 9 Arten, Senegambien 58, Teneriffa 2 Arten.

Die in den Jahren 1820 bis 1825 in Afrika von mir lebend .beobachteten, und 1829 der Berliner Akademie vorgelegten,35 Formen sind durch eine schärfere physiologische Auffassung der einheimischen Gestalten allmälig in etwas veränderter systematischerOrdnung weiter in Uebersicht gebracht worden. Es wurden schon 1830 die Polygastern von den Räderthieren geschieden, die Anguillulaezu den Fadenwürmern (Nematoiden) gestellt, das Zoobotryon zu den Halcyonellen gezogen, und einige als zu gleichem Art-Typus gehörigbeobachtete Formen vereinigt. In den Symbolis physicis meiner Reise, Evertebrata I. 1831, wurde folgendes Verzeichniss jener Formenin 32 Arten publicirt. Einige Namen sind 1838 abgeändert worden ( Epistylis, Zoothamnium).

C

*c

o

>e

J G

3

s 'fS

B

V

u

a

.©

£ s

S ä

K

TS

«!s

9 JA

S

<

cc 2

B

E

<

.a

o*$P

ecg

<o

W S«3 O

«Q

CA A<3 «3

sa

M

<

I

S

<

X)

3

9

i!

ao

CA £t

SS

Polygastern: 21.

i

2

3

4

5

6

7

8

1

2

3

4

5

6

7

8

*\Bacillaria Cleopalrae.

+

Uvella Glaucoma. . .

.

+

.

.

.

+

*! t Plolemaei .

-t-

*Zoothamnium niveum.

+

Bacterium simplex . .

+

(Zoocladium)

* Iriluculare .

Cyclidium lentiforme .

+

+

Räderthiere: 7.

* planum . .

+

Cycloglena elegans . .

+

Disligma Planaria . .

+

Diglena aurila? . . .

.

+

Enchelys Pupa't . . .

+

# caleltina. . .

.

.

+

* Epistylis ? parasitica .

+

Hydrias cornigera . .

+

( Vorticella )

Ichlhydium Podura .

+

Monas inanis ....

+

llotifer vulgaris . . .

.

.

+

* Termo ....

+

Typhlina viridis . . .

+

Pandorina hyalina. .

Faden-Würmer: 3.

Paramecium Chrysalis

+

.

+

+

Trichoda aelldopica .

+

Anguillula dongalana

.

.

.

.

+

5 Nasamonum

+

f fluviatilis.

+

* ovata ....

+

; inflexa . .

.

.

+

Vibrio Lincola ....Vorticella Convallaria

+

+

Halcyonelleen: 1.

Uvella Uva? .

*

+

*Zoobolryon pellucidus .

+

+

Die grosse Mehrzahl dieser Formen sind weich und schalenlos, nur die beiden mit ! bezeichnten sind kieselschalige Polygastern.Bis auf die 5 mit * bezeichnten sind alle Süsswasser-Formen, diese 5 aber gehören dem Meere an.

Im Jahre 1847 hat der angesehene ägyptische Arzt, Dr. Pruner in seiner Schrift: Aegyptens Naturgeschichte und AnthropologieS. 50, mit Benutzung der von mir gegebenen, aber anderswoher entlehnten Namen eine Reihe ägyptischer mikroscopischer Formen namentlichaufgeführt, und bezieht sich in der Anmerkung zur folgenden Seile auf Nilschlamm, welchen er nach seiner Ankunft in München mitProf. Erdl untersucht habe, und worin die Gattungen Spirillum, Monas, Bodo, Stylonychia, Vorticella, Leucophrys, Gallionella undParamecium lebend, die Gattungen Squamclla, Nomatoma (?), Synedra, Pyxidicula und Navicula todt erkannt worden wären. Er wünscht,dass man mit besseren Instrumenten dort beobachten möge und nennt: Cryptomonas, Monas Crepusculum, Termo und Enchelys, VibrioBacillus, Spirillum JJndula, Volvox Globator, Bodo saltans, Bacterium Enchelys; es gebe mehrere Arten von Pyxidicula, Euglenaeuchlorum (?), Echinella flabellala; von Amoeba gebe es mehrere den europäischen nicht ähnliche Arten, Cyclidium planum und lentiforme,Stenlor, Vorticella citrina, senta (?) und socialis (?), Epistylis parasitica (?), Trichocha ovata, Bursaria Vorticella, Paramecium Chrysalisund Colpoda, Stylonychia pustulata, Leucophrys pyriformis, Squamella und Nomatoma (?) mehrere Arten, ebenso Trachelius, OxytrichaPantotrichum, Actinophoris (?) ; endlich sehr viele Arten von Gallionella, Bacillaria, Navicula, Synedra. Ueberdies macht er auf 2 ihm