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Diese kalkerdigen Stellen enthalten nur seilen deutliche Polythalamien, obschon einzelne Formen davon in der neuesten Erde erkannt sind.Es mögen ähnliche Zusammensintcrungen des aufgelösten Kalkgehaltes sein, wie die Osteocolla. Beim Glühen schwärzen sich alle etwasund werden dann blassrötldich. Die ersten zwei hier zu beurteilenden Erden sind zwei verschiedene Päckchen von dem neuesten Nil-Absatz bei Korusko. No. I ist eine braune etwas dunklere, glimmerreiche und feinsandige Erde, die wenig plastisch ist. In 10 Analysenderselben fanden sich 24 mikroscopische Formen: 4 Polygastern, 18 Phytolitharien, 1 Polythalamie und Glimmer. Eine auffallende Formist die grosse Surirella undata in nur einem Exemplar, die übrigen sind ohne Auszeichnung.
399. Neuester Nil -Schlamm bei Korusko. II. Die Substanz ist der nächstvorhergehenden ganz gleich. In 10 Analysenwaren 26 Formen: 1 Polygaster, 24 Phytolitharien und Glimmer. Alle Formen, ausser etwa Lithostylidium Gutta und Lithodontiumbidentatum, ohne Auszeichnung.
400. Ueber der jetzigen grössten Wasserhöhe liegende alte Nil-Erde. III. Diese mürbe Erde ist etwas hellergefärbt als die vorigen und hat weissliche Stellen. Sonst ist sie durch feinen Glimmergehalt und alle übrigen Charaktere den neuestenNiederschlägen sehr gleich. In 10 Analysen fanden sich 32 Formen: 3 Polygastern, 28 Phytolitharien und Glimmer, sämmtlich diegewöhnlicheren Formen.'
401. Probe alter Nil-Erde bei Korusko, 2 — 3 Fuss über dem höchsten Wasser. IV. Diese Erde hat etwasmehr Cohärenz, und aus dem faustgrossen, sonst dem vorigen ähnlichen, blasser gefärbten Stück ragt ein Fragment eines gebranntenThongeschirrs hervor. In 10 Analysen wurden 20 Formen beobachtet: 18 Phytolitharien, grüne Crystallprismen und Glimmertheilchen,gar kein Polygaster. Vereinzelt werden die letzteren bei weiterem Nachforschen schwerlich fehlen.
402. Probe der ältesten Nil-Erde bei Korusko. V. Die Probe ist J / 2 Stunde oberhalb Korusko am rechten Nil -Uferentnommen und sie ist nach Herrn Lepsius, der sie als Ur-Nilerde bezeichnet hat, die älteste Ablagerung des Flusses, weit höher alszu geschichtlicher Zeit je der Fluss gestanden haben kann. Die Masse enthält grössere weissliche Flecke, die mit Säure lebhaft brausen,sich aber nicht ganz autlösen, welche Thonerde- und Kalkerde-Efflorescirungen zu sein scheinen. In 10 Analysen fanden sich 14 Formen:
2 Polygastern, 11 Phytolitharien und Glimmer. Keine derselben ist charakteristisch.
403. Andere Probe der ältesten Nil-Erde bei Korusko. VI. Die Farbe dieser staubartig mürben Erde ist am hellsten,blass graubraun. In 10 Analysen wurden aus derselben 41 Formen-Arten festgestellt: 6 Polygastern, 33 Phytolitharien, grüne Crystall-prismen und Glimmer. Eine mehrgliedrige Kette einer grösseren Fragilaria und Gallionclla varians als grosse Form sind bemerkenswert!!.Von Phytolitharien ist Lithostylidium Fulgur auffallend.
Darüber kann kein Zweifel sein, dass die verzeichneten 6 Erdarten Nubiens, welche das culturfähige schmale Land am Nilebilden, wirklich Nil -Ablagerungen sind. Die auch mikroscopisch so gleichartige Mischung nöthigt dies anzuerkennen. Eine andere Frageist aber die über das hohe Aller, wenn man den jetzigen Nilstand als Maassstab benutzen wollte. So wie in Schweden die Erde sichjetzt fortwährend langsam lokal erhebt, ist es an vielen Orten der Erde schon nachgewiesen, und Senken und Heben sind öfter alsperiodisch abwechselnde Erscheinungen bekundet. Wie weit die Differenzen der alten Nil-Messer, welche so hoch über dem jetzigenWasserstande stehen, von solchen lokalen Hebungen mit bedingt sind, bedarf scharfer Untersuchung.
Im Ganzen sind hier in den Nil -Ablagerungen bei Korusko 73 verschiedene Formen-Arten nachgewiesen: 11 Polygastern,
59 Phytolitharien, 1 Polythalamie, 2 Crystalle.
404. Nil -Er de von Wadi halfa. Der Ort liegt südlicher als Korusko an der zweiten Nil-Kataracte. Die Probe ist vonden Wurzeln der dort von mir selbst gesammelten Capraria dissecla entnommen. Es ist eine braune etwas quarzsandige Erde mit vielenfeinen Glimmertheilchen. In 10 Analysen wurden 37 Formen erkannt: 9 Polygastern, 23 Phytolitharien, 2 Polythalamien, 2 weichePflanzenlheile und Glimmer. Unter den Polygastern zeichnen sich die Genera Gallionella und Eunotia durch mehrfache Arten aus, abernur. Gail, nilotica ist bemerkenswerth. Die Phytolitharien sind die weitverbreitetsten. Die Polythalamien deuten auf Kreide-Gestein imoberen Nil -Laufe, wie der Glimmer einigermassen auf granitische Gebirgsarten.
405. Nil -Erde von Tangur. Tangur liegt auf dem westlichen Nil-Ufer bei Okme, südlich von Wadihaifa jenseits des Batn
el hajar, nahe am 21. Breitengrade. An dort von mir gesammelten Pflanzen halte sich Wurzel-Erde in reichlicher Menge rein erhalten,welche ich schon 1841 (s. Monatsbericht der Berl. Akad. S. 129) analysirt habe. In ehemals 10, später noch 10 (20) Analysen der imAeusseren den bisher bezeichneten ganz ähnlichen Erde, welche gelblichbraun und mit feinen Glimmertheilchen reichlich gemischt ist,sind 58 Formen hervorgetreten, welche aus 20 Polygastern, 35 Phytolitharien, einem unsicheren Geolithium und 2 Cryslallen zusammen-gesetzt werden. Besonders zahlreich sind weitverbreitete Arten von Gallionellen samint Gallion, nilotica. Die Stauroptera ist ein Fragment,Mitteilheil, einer grösseren Form. Der Geolith ist einer ansehnlichen Fragilaria mit breiten aber ungleichen Kettengliedern ähnlich, aus -
deren Rande kleine Spitzen hervorstehen. Lithodontium auritum ist eine eigentümliche Art von Phytolitharien.