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537. Hellbrauner sandiger Humus vom Strande bei Port-Elisabeth. Der mit Tnglochin maritimum im Decembervon Ecklon am Strande bei Port-Elisabeth in der Algoa-Bai gesammelte Sand ist ein hellbrauner humusreicher glimmerloser Ouarzsandmit vereinzelten Kalktheilchen, welche letztere durch Säure sich auflösen* während die erstoren unveränderlich bleiben. Durch Glühenwird der Sand erst schwarz, dann weisslich. In 10 Analysen fanden sich 27 Formen, 26 des kleinsten Lebens, nämlich 20 Polymistern,15 Phytolilharien, 1 kalkschaliges Polythalamium und grüne Crystalle. Am zahlreichsten ist Sijnedra Ulna, daneben sind Eunolia Sphaerulaund Cocconeis borealis häufig. Die Phytolilharien sind sehr vereinzelt und selten. Das Polythalamium ist nur einmal vorgekommen. DieEuastra und Micrasterias sind sammt den Pleurosiphonien bemerkenswerthe Süsswasserformen. Nur die Rotalia ist ein Zeichen des nahenMeeres. Neue Gestalten sind nicht dabei.
538. Schwarzer Boden einer Commelinee bei Omtendo. In einem sumpfigen Thale zwischen Gesträuch wurde vonDrege zwischen Omtendo und Omsamendo Dithyrocarpus capensis gesammelt. Die Erhebung des Ortes ist unter 500 Fuss über demMeere. Der schwarze Humus hat sehr wenig Spuren von Quarzsand, aber sehr viel verbrennbare unförmliche schwarze Tlieilchen, offenbarPflanzenreste, zwischen denen sehr zahlreiche Phylolitharien und Polygastern-Schalen liegen. Mit 20 Analysen sind 49 Arten enthülltworden: 29 Polygastern, 20 Phytolitharien, nur Süsswasserformen. Besonders zahlreich sind die Himantidien. Eunotia gibbcrula undDesmogonium sind demnächst häufig, das Uebrige ist vereinzelt. Unter den Lithostylidien ist wieder L. sigillatorium ausgezeichnet.Bemerkenswerth sind zahlreiche Exemplare der Surirclla constricta.
539. Dunkelbraune sandige Erde von Omblas hei Port-Natal. Die Probe hat Drege an einem Polamogeton vonder Höhe Omblas hei Port-Natal aus weniger als 500 Fuss Erhebung mitgebracht. Es sind einige grobe Quarzkörner in einem schwarz-braunen mulmigen Humus. Diese Erde wird durch Glühen erst schwarz, dann rothbraun, und hat weder Glimmer- noch Kalkgehalt.In 5 Analysen erschienen 23 besondere Arten: 15 Polygastern, 8 Phytolitharien, sämmllich vereinzelt und bekannt. Spongolithis amphioxysdeutet auf eine besondere Spongillen-Art, welche dort sammt der Spiongilla lacustris einheimisch ist. Meeresformen sind nicht mit Sicherheitanzusprechen, doch könnte das Fragment einer wahrscheinlichen Dijdoneis sammt der Spongolithis atnphioxys zu Anzeigen mariner Bei-mischungen werden.
Es ergiebt sich aus dieser grossen Reihe untersuchter Erdarten und Fluss-Ablagerungen, dass in der östlichen Hälfte der Süd-spitze Afrika’s glimmerhaltiges Gestein sehr selten oder gar nicht vorhanden ist.
Hierauf werden 6 Reihen von Untersuchungen zur Uebersicht gebracht, welche keine bestimmte Oertlichkeit anzugeben erlauben,die nur als vom Cap stammende Materialien bezeichnet sind. Da sie sämmtlich sich durch Mangel an Glimmer charakterisiren, so mögensie so"ar mit mehr Recht hier hei der östlichen Abtheilung als bei der westlichen eingereiht werden. So gewagt auch der Schluss vonder mikroscopischen Reschaffenheit des Erdanhanges einer Pflanze auf ihre ursprüngliche unbekannte Oertlichkeit erscheinen mag, so wirdes doch einen Fingerzeig abgeben, dass dergleichen Untersuchungen annähernden Restimmungen zu Hülfe zu kommen allerdings geeignetsind. Von diesen 6 Reihen sind aber auch einige deshalb hier aufzunehmen, weil sie die ersten Materialien enthalten, welche Aufschluss
über die Verhältnisse des mikroscopischen Lebens im Cap-Lande gegeben haben.
540. Erdanhang eines .Ornithogalum vom Cap. Die S. 186 und 233 erwähnten Kenntnisse süd-afrikanischer Formendes kleinsten Lebens, welche seit dem Jahre 1843 ermittelt und angezeigt worden sind, beziehen sich besonders auf diese und die folgendekleine Erdprobe, welche mir der verstorbene Professor Kuntii aus seinem reichen wohlgeordneten Herbarium zufliessen liess. Eine spe-ciellere Oertlichkeit war aber an den übrigens sicheren Pflanzen nicht bemerkt. Die Masse war eine feine graue Erde, ohne Glimmerund ohne Kalk. Das Mikroscop zeigte als vorherrschende Grundmasse sehr feinen doppeltlichlbrechenden unorganischen Sand — Quarzsplitler —zwischen dessen Tlieilchen viele meist kleinere Phytolitharien und auch viele meist kleine Polygastern-Schalen sichtbar waren. Die Masseging in 5 Analvsen auf und zeigte darin neuerlich bis 21 Formen: 5 Polygastern, 16 Phytolilharien. Vier Polygastern waren bereits1843 unter den verzeichneten Arten; die Phytolitharien sind erst später schärfer unterschieden und specieller registrirt worden. Pimulariaborealis und Eunotia amphioxys a sind sehr zahlreich, die übrigen Formen vereinzelt. Unter den Phytolitharien ist, wie unter denPolygastern, keine neue Form, auch keine Charakterform. Spongolithen fehlen ganz. Die Pflanze sammelten Mund und Maire.
541 Erdanhan" eines Anthericum vom Cap. Auch diese Probe ist von 1843 aus Prof. Kunth’s Herbarium. Es warebenfalls eine graue glimmerlose, mit vielen schwarzen Tlieilchen gemischte Erde, von welcher 5 Analysen gemacht werden konnten.Sie ergaben 27°kleine Formen: 4 Polygastern, 22 Phytolilharien und Morpholithe von Kalk. Von den Polygastern sind 2 übereinstimmendmit den Formen der nächstvorhergehenden Analyse, 2 sind verschieden, aber keine ist charakterisirend. Nur Spongolithis robusta unterden zahlreichen Phytolitharien könnte eine aus urweltlichen Verhältnissen beigemischte Meeresform sein; die übrigen sind offenbar sehrfrisch erhaltene neueste Gebilde Gleiche augenartige, verschieden aneinander gereihte (Scheiben-) Morpholithe von kohlensaurem Kalksind aus Vanstadesherg im Bezirk Uitenhage in der 521. Analyse angezeigt. Auch geübte Beobachter können solche Morphol.Then leicht fürPolvthalamien halten. Dass ähnliche Formen zuweilen durch Staub-Orkane massenhaft abgelagert werden, zeigt der Slaubfall am Argun-Flusse an der russisch-chinesischen Grenze 1834, welcher in den Monatsberichten der Berliner Akademie 1851, S. 319 erläutert ist.Uehri-ens ist auch Spongolithis robusta im Bezirk von Uitenhage, Analyse No. 524, beobachtet. — Aus Mund und Maire’s Sammlung.
° 542 Erdanhang einer Drosera vom Cap. Bald nach Publikation meiner Mittheilung an die Berliner Akademie i mJahre 1843 erhielt ich aus dem königl. Herbarium durch Herrn Dr. T. Pihlippi eine kleine, der Drosera cistißora anhängende, Erdprobevon schwarzbrauner Farbe. Die Erde war fein sandig und mit vielen braunen und schwarzen theils unförmlichen, tlieils uoch mit Pflan-zenstructur versehenen Tlieilchen gemischt, die offenbar verrotteten Vegetabilien angehörten. Aus 16 Analysen der feinsten Masse traten28 Formen hervor: 14 Polygastern, 12 Phytolitharien, 1 Anguillula und grüne Crystalle, letztere zahlreich. Ob ein Glimmergehalt vor-handen sei ist nicht scharf entschieden worden. Da jedenfalls grössere, dem blossen Auge oder der Loupe durch Glanz auffallendeSchüppchen’fehlten, so ist Mangel angenommen worden, allein von den feinsten unorganischen Tlieilchen gleichen einige feinen Glimmer-theiiehen auffallend.’ Beim Glühen, was unterblieben ist, würde sich der Charakter mehr ausgesprochen haben. Sämmlliche beobachteteFormen sind vereinzelt und ohne Lokal-Charakter, bis auf Anguillula ecaudata, eine kurze nur einmal vorgekommene Form; SpongolithisFustis? kann zu Spongilla lacustris gehören, ist nur ein Fragment. . M .
543. Erde an einer schwarzen Schlacke vom Cap. Auf dem Berliner komgl. Mineralien-Cabinet wird eine schlacken-artige schwarze Felsprobe vom Cap aufbewahrt, an welcher dünne schwarze Crustenflechlen äusserlich hier und da befindlich waren. DieUnterlage dieser Flechten bildete eine schwache Spur von Erde, welche von mir behutsam geprüft worden ist. In 9 Analysen fanden