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Wären diese Ablagerungen in Thälern, als ehemaligen verzweigten Mündungen des Colorado und anderer betreffender Flüsse, die mansieb gehoben denken könnte, so würde sich durch Aufstauen des brakiseben Flusswassers bei der Meeresfluth die Mischung mit einzelnenMeeresformen leicht und genügend erklären, indem überall die Polythalamien und kalkschaligen Meeresformen nicht oder weniger zahlreichin das obere Fluthgebiet der Flüsse reichen, als die kieselerdigen, und wo die Fluthwirkung mit brakischer Mischung aufhört, alle fehlen.Die Oberfläche der dazu gehörigen Vorzeit scheint aber in Patagonien überall durch die überwältigende Thätigkeit der gedrängt stehendenVulkane der Cordilleren wesentlich verändert zu sein. — Wenn man bei jenen Tuffbildungen von Port St. Julian und Port Desire ohneZwang annehmen kann, dass die offenbar marinen Tuffe, welche viele marine Kieselschalen, aber keine Kalkschalen zeigen, den gewöhn-lichen Gebalt des Meeresschlammes an kohlensaurem Kalk dadurch verloren haben, dass derselbe durch vulkanische Schwefel-Gase, wiegewöhnlich, in Gyps verwandelt worden ist, der sich massenhaft dort findet, so lässt sich diess in diesen Knochenumgebungen deshalbnicht annehmen, weil sie noch vielen kohlensauren Kalk enthalten, der aber unförmlich oder in kleinen Spathcrystallen ist. — Der Mangelan Polythalamien zeigt hierbei mit an, dass die Pampas und Berge dort keine Kreide enthalten, und auch Polycystinen verralhen sichnicht. — Die brakiseben Meeresformen sind in der Uebersicht durch Sternchen bezeichnet.
Ob die unter No. 624 S. 293 angeführte Analyse eines braunkohleartigen Fossils der Falklands-Inseln den jetzigen Torfen oder vor-weltlichen Verhältnissen der Braunkohle angehört, blieb im Zweifel, doch ist die Formenreihe nicht ausser Acht zu lassen. — Der 1848anaiysirte fossile Guano aus Patagonien gehört den Meeresbildungen an (Monatsber. der Berl. Akad. S. 7).
CHILE, LIMA UND PERU MIT DER INSEL JUAN FERNANDEZ.
DCXLIII —DCLIV.
Die ersten Nachrichten über das kleinste Leben im eigentlichen Chile wurden 1841 gewonnen und in den Abhandlungen derBerliner Akademie desselben Jahres als 36 Formen verzeichnet und abgebildet. Im Jahre 1844 wurden überaus merkwürdige grosse fossileLager und vulkanische Auswurfsstoffe Chile’s als aus dem kleinen Süsswasser-Leben gebildet und in Wechselverbindung mit demselbenerkannt (Monatsber. S. 338). Neuerlich sind mir reiche Materialien für Nord- und Süd-Chile besonders durch den so mulhigen BeisendenHerrn Prof. Poeppig in Leipzig zugänglich geworden, welche nicht nur vielseitig die Küste, sondern auch die höchsten Schneeregionender Vulkane erläutern. Süd-Chile ist als Araucanien bereits bezeichnet worden.
Aus Lima, dem Küstenlande Peru’s, wurden bereits 1837 von Herrn Dr. Montagne in Paris 2 Meeresformen als von du PetitTuouars und Alcide d’Orbigny mitgebrachte Algen von Callao beschrieben. Aus einem Theile derselben Materialien, welcher mir vondem Autor mitgetheilt wurde, entwickelte und verzeichnete ich 1839 4 und 1841 14 verschiedene Formen des dortigen stillen Oceans.Ueberdiess gewann ich 1841 aus einer von Fucis des königl. Herbariums entnommenen Erde eine ansehnliche Beihe noch anderer Mee-resformen, welche sämmtlich in den Monatsberichten der Berliner Akademie 1841 S. 140 u. 204, noch vollständiger aber in demselbenJahrgänge der Abhandlungen (erschienen 1843) gedruckt und bis auf 38 Formen, welche meist abgebildet wurden, vermehrt worden sind.Seitdem sind wieder 1844 und 1845, bei Gelegenheit der Analysen des Guano von Arica und anderen dortigen Oerllichkeiten viele Mee-resformen der peruanischen Küste verzeichnet worden (s. Monatsber. der Berl. Akad. 1844 S. 414. 1845 S. 66, 82).
Aus Peru angeblich stammende Materialien sind theils 1841, theils 1848 analvsirt worden. Die ersteren sind eine aus Kuntii’sHerbarium stammende Erdprobe von einer 1777 von Dombey gesammelten Sumpfpflanze. In der Erde liegende Samen von Chara ver-ralhen die Anwesenheit dieser Formen. In den Monatsberichten 1841 S. 204 und in den Abhandlungen der Berl. Akad. 1841 sind6 Süsswasserformen verzeichnet, welche hier auf 26 vermehrt werden. Ferner erhielt ich gegen Ende 1847 von dem Mitgliede desPariser Instituts, meinem Freunde Herrn Prof. Valenciennes , den Magen-Inhalt eines peruanischen Flussfisches zugesendet, um ihn aufInfusorien zu prüfen, und es gelang 31 organische Formen darin feslzustellen. Der Fisch, Lebiasina bianaculala, soll in einem Abflüssedes Titicaca-See’s, im inneren Peru am östlichen Fusse der Cordilleren, gefangen worden sein (Monatsber. 1848 S. 3). Ausserdem sindmir noch von Herrn Tscnum Kreideproben mit Polythalamien aus Peru zur Ansicht gekommen.
Von der Insel des stillen Meeres Juan Fernandez, welche hier an Chile angeschlossen wird, übergab mir mein verstorbenerFreund, Prof. Kunze in Leipzig , 1850 die Erde von einer Pleopeltis aus Cuming’s Sammlungen, von der hier zahlreiche Formen zurVergleichung gebracht werden.
Die ersten 9 Analysen betreffen das eigentliche Chile:
643. Wurzelerde einer aus Chile stammenden Pflanze. I. Von den durch Bridges gesammelten Pflanzen aus Chile entnahm Herr Dr. Tn. Piiilippi im königl. Herbarium 1841 auf mein Ansuchen eine Erdprobe, die mir zur Analyse diente, welche damalsder Berliner Akademie mitgetheilt wurde. Die Erde ist dunkel graubraun mit wenig Sand und ohne Glimmer. In 40 Analysen habensich nun allmälig, anstatt der 36 Formen von 1841, 70 gezeigt: 45 Polygastern, 24 Phytolilharien und grüne Cryslalle. Vorherrschendsind kleinere Phytolilharien, unter denen jedoch viele Polygastern liegen. Eunotia amphioxys und Dianae (leicht mit Syneclra Entomonund spectabilis zu verwechseln) sind häufig. Gomphonema, Stauroneis und Stauroplera haben zahlreiche Arten. Stauroplera cardinalisund Leguanen sind nicht selten. Von dem 1841 mitgetheillen Verzeichniss sind einige Namen jetzt abgeändert, da die weiteren Unter-suchungen dazu Veranlassung gaben. Achnanlhes pachypus und Stauroneis conslricta sind nur verschiedene Zustände der Achnanlhesbinodis und von der Meeresform verschieden. Arcella hyalina ist später wieder Arcella Enchelys genannt, welcher Name früher war.Lüliostylidium dentatuan war Schreibfehler für denliculatum. Die 8 damals neuen Arten, Navicula limbata, Pimularia chilensis, Esox,Stauroneis ( conslricta), dilatata, phyllodes (. Folium), Stauroplera gibba, Leguanen, sind aus dieser Erdprobe nicht vermehrt worden.Surirella Craiicula ß chilensis ist nicht selten und immer in gleicher Form. Unter den Phytolilharien wird L. Clepsammidium als Be-standlheil gewisser Familien der Gräser und jede Spur von Spongolitben vermisst. Viele Formen der Polygastern lassen grünen Inhalt(Ovarien) erkennen.