Band 
[Erster Teil.]
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haben, welche in der Boca del Dragon ihren Ausgang hat und die die Insel an ihren beiden Endpunkten vom Festlande nothwendi°-getrennt erhält. Ueber die Meeresströmungen und das Süsswasser-Meer vergleiche man Humboldt, Kritische Unters. II. S. 69 70 425Das dortige Süsswasser-Meer ist übrigens nur oberhalb süss, in der Tiefe salzig. Schon Diego de Lepe ermittelte 1499 an der Mündun^des Yviapari oder Orinoco , dass nur eine 6 Klafter starke Schicht Süsswassers das Meer bedeckt (Humboldt 1. c. I. 260. II. 436)Die sämmtlichen hier zu analysirenden Proben erhielt ich durch die Güte des Bryologen Herrn Dr. Müller in Halle. Es sind vomApotheker Herrn Krüger 1847 daselbst gesammelte Moose.

763. 1 Sumpfwasser-Absatz an Sphagnum trinitatense Müller. I. In 10 Analysen der Wassertrübung beim Auf-weichen des Mooses fanden sich 26 Formen: 15 Polygastern, 11 Phytolitharien, 2 weiche besondere Pflanzentheile. Ueberwiegend istHumus aus Moosresten, darin vereinzelt liegen oft Rimantidium gracile? und Euastra mit Closterien. Keine Spongolithen. Das Closte-rium? ist vielleicht neu.

764. 2 Moos-Erde vom Monte Tamanaco. Krüger sammelte Hookeria incurva im Mai. Das Moos hat Baumrindentheilean sich und braunen Humus. In 5 Analysen der feinsten Theilchen des Anhanges waren 14 Formen: 10 Polygastern, 2 Phytolitharien,2 weiche Pflanzentheilchen. Zwischen verrotteten Moosresten sind Lithosphaeridien ganz vorherrschend zahlreich. Es ist ein besondersauffallendes Verhällniss. Alles Uebrige ist vereinzelt. Gehören diese Lithosphaeridien, welche zuweilen in grossen glockenarligen Häutendicht gedrängt liegen, einer Difflugia an? ( Difflugia asterophora?). Man vergleiche Analyse 766. Diese Form wäre dann eine ausge-zeichnete neue Art.

765. 3 Erste Moos-Erde vom Monte Tacuche. Die Erde ist der Boden einer Hookeria latifolia Müller, welche Krügerim September gesammelt hat. In 5 Analysen des Humus-Anhanges waren 20 Formen: 14 Polygastern, 4 Phytolitharien, 1 Räderthier,1 kleiner Same. Alle Arten sind vereinzelt zwischen Moosresten. Das Räderthier, eine in Berlin in Dach-Moosen lebende atmosphärischgetragene Form, sammt den Euastern, in Verbindung mit Closterien, sind bemerkenswert!).

766. 4 Zweite Moos-Erde vom Monte Tacuche. Das Moos wird von Dr. Müller Hookeria callicostata genannt und istam 20. Januar gesammelt. In 5 Analysen fanden sich 15 Formen-Arten: 13 Polygastern, 2 Phytolitharien, 1 Acaroid, 1 weicherPflanzentheil. Am zahlreichsten unter Moostheilchen ist Pinnularia borealis acuta mit Fragilarien ? - Stäliehen. Am bemerkenswerlhestenaber ist Difflugia asterophora?, eine nur aus Fragmenten noch zu erkennende neue grosse Form, welche fast als Umbildung aus D. assulatazu entstehen scheint und zu der vielleicht die Lithosphaeridien gehören, welche dabei vereinzelt Vorkommen (vergl. 764).

767. 5 Dritte Moos-Erde vom Monte Tacuche in 3500 F. Höhe. Sie wurde an Hookeria flexifolia Müller am 14. Märzgesammelt. In 5 Analysen erschienen 9 Formen: 4 Polygastern, 3 Phytolitharien, 1 Pflanzentheil, 1 Crystall. Alle Formen sind vereinzeltzwischen Moosresten und bekannt.

Die Gesammlzahl der beobachteten Arten auf Trinidad beträgt 54: 31 Polygastern, 15 Phytolitharien, 1 Räderthier, 1 Acaroid,5 weiche besondere Pflanzentheilchen, 1 Crystall.

INSEL BARBADOS .

Barbados ist eine der zahlreichen, östlich von der anlillischen Vulkanenreihe liegenden, Kalk-Inseln ohne alle vulkanischeMerkmale, und zwar die östlichste derselben, auf aller deren übereinstimmend besondere Lage L. v. Buch aufmerksam gemacht hat. Neuerlichist diese Insel durch Sir Robert Schomburgks geistvolle Untersuchung musterhaft ausführlich und allseitig erläutert worden (The historyof Barbados by S. B. Sch. London 1847). Der ursprünglich portugiesische Name kommt wahrscheinlich von den durch ihre Luftwurzelngleichsam langbärtigen Feigenbäumen, Ficus laurifolia Lam. her. Herr Sciiomburgk, angeregt durch die Fortschritte der mikroscopischenForschung (p. 560), hat mir sowohl von den Gebirgsarlen, als von Wasser-Absätzen der Quellen und Bäche zahlreiche und umfangreicheProben zur mikroscopischen Untersuchung gesandt. Daraus wurde bereits 1847 die wichtige Eigenllmmlichkeit der bis 1147 Fuss überdas Meer ragenden Polycystinen-Mergel als mächtigste Gebirgsart und als gehobener Meeresboden erläutert, welcher auf der ganzen Erd-fläche bisher nur in den Nicobaren-Inseln (s. vorn Seite 160) seines Gleichen gefunden. Auch wurde gleichzeitig die so merkwürdige,1812 von dem Vulkan Morne Garou in St. Vincent durch den oberen Passat nach Barbados geführte vulkanische Asche, Maistaub genannt,analvsirt. Die hier zunächst zur Uebersicht kommenden Verhältnisse des jetzigen kleinsten Süsswasser-Lehens hat Herr Sciiomburgk. durch5 übersandte Materialien möglich gemacht, worunter auch der grüne Schaum der stehenden Gewässer ist, welchen Ilr. Hughes in seinerNaturgeschichte von Barbados für Federvieh und Schwarzvieh für giftig erklärt hatte. Noch muss besonders bemerkt werden, dass nachSciiomburgks Mitlheilungen (1. c. p. 166 Note) aus dem Annnal-Register vom Jahre 1769, Urwaldserde von Guiana als Schiffsladungeneingeführt wurde, was nur wegen Zerstörung solcher Schiffe durch die Holzwürmer dann unterblieben ist. So werden aber längst dieErden aller Länder in die botanischen Gärten Europas gebracht, und dennoch giebt es Charakterformen des kleinsten wie des grösstenLebens, die sich nicht überall acclimatisiren.

768. 6 Grüner Wasserschlamm von Barbados . R. Sciiomburgk hat auf Papier die grüne Färbung eines Sumpfwassersantrocknen lassen. Diese rücksichtlich der Oertlichkeit nicht näher bestimmte Probe bezieht sich offenbar auf die Miltheilung in seinerBeschreibung von Barbados (p. 11), dass Hughes solchem grünen Schaume daselbst eine stark giftige Eigenschaft beilegt, welche demFedervieh und Schwarzvieh tödtlich werde. Sciiomburgk hält die giftige Eigenschaft für noch unerwiesen und bemerkt, dass die grüneFärbung unzweifelhaft von kleinen Thieren komme. Aus 10 Analysen der vom Papiere sorgfältig abgelösten Substanz, welche schaumarlio'die Wasserfläche bedeckt zu haben scheint, ergab sich, dass'der Ueberzug viele unförmliche Kalklheilchen enthält, etwas Quarzsand°zerstörtes Pflanzenzellgewebe und grüne Kieselschalenthierchen. Es wurden 12 Formen erkennbar: 4 Polygastern, 7 Phylolithurien ?1 Schmetterlingsschüppchen. Die Polygastern sind zum grösseren Tlieile brakische Charakterformen und würden anzeigen, dass die m-üneFärbung einer Küsten-Lache angehört. N. barbadensis ist der N. baltica zunächst verwandt, Entomoneis alata ist ebenfalls eine bekannteMeeresform. Die erstere ist am zahlreichsten und meist bündelweis eigenlhümlich vereinigt. Sollte sie eine Gallerthülle haben wieSchizonema? Dass Granularia IchthyoblabeFischtödler genannt, zuweilen auch Coccodea und Trichodesmium Flos aquae bei Fischsterben