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Praxis Geometriae : worinnen nicht nur alle bey dem Feld-Messen vorkommende Fälle ... / Johann Friedrich Penther
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Zugabe zum 1 . Cap. im II. Theile.

43 §.66s.! Tab.XXXVII.

Sand setzen kan, so die Abschleiffung befördert. Und zwar habe ich gefunden/ daß,wann die Schleiffung im Ringe oder Gliedern erst an einem Ort eine kleine Verkief-fung gemacht, die Abschleiffung immer daselbst fortgefahren, und die andern Oerrerim Abschleißen nicht so angegriffen hat, biß eine zimliche Vertieffung daraus gewor-den, so, wie mit einer runden Feile gemacht zu seyn geschienen, da dann ein Ring unddie Enden der Glieder dir Gestalt bekommen, wie Fig. i. Tab. XXXVII. welches die Kette mercklich verlängert hat, da jede Vertieffung fast eines halben Stroh-Halms Breite ausmacht, derer Vertieffungen aber bey jedes Fusses doppelten Glie-dern und »hremRinge achte, einfolglich ander gantzen Kette von s. Ruthen 42c». Ver-tieffungen gewesen sind. Daher, wann nach einigen Jahren eine gewisse Lange, mirderselben Kette, wieder hat nachgeschlagen werden sollen, sich ein mercklichrr Unter-scheid gefunden, und die Kette nicht mehr zugetroffen hat.

Damit aber dieser Fehler derEinschleiffung keine Irrung mache, thut man wohl, §.666.daß man aufeiner gehobelten Latte eine accurare Ruthen in Füssen, und halben Füsseneintheile, und mit solcher jezuweilen die Kette collationire, und wann man findet, daßsie sich ein wenig verlängert, sie bald wieder reüistciren. Kan man das Maaß dergantzen Kette unten an eine gerade Wand anzeichnen, laßt sich bey solchem Maaß dieVerlängerung der Kerie noch geschwinder beurtheilen, wornach aber auch die Recti-ticirung vorzunehmen. Endlich wird man gar genöthiget, eine neue Kette machen zulassen. Der Fehler der schwachen Ringe und Glieder wird durch stacckere verbessert.

Noch will gedencken, daß observiret habe, daß die grossen Ringe, jo die gantze undhalbe Rurhen an der Kette unterscheiden, ohnerachtet ein Qurr-Balckchen durchge-het , ( welches eigentlich den Anfang oder das Ende der Ruthe anzeiget) sich jedan-noch länglich gezogen, daher sie nach der Zeit so habe machen lassen, wie Fig. 8. Tab.XXXVII. zeiget, so eine weitere Ausdehnung verhindert hat. Die Unterschiede derhalben Ruthen sind auch so gemacht worden, ausser daß sie kleiner, als bey den gantzenRuthen.

Zugabe

zum V. Cap. im II. Theile.

ist so wohl in der Vorrede der Praxis Geometriae gesagt worden, daß der- §.667.

Mensul der Vorzug vor andern Instrumenten zum Ausmessen gebühre, als auchderselbe im fünfften Capitel des andern Theils in der Application gewiesen worden.

Nicht minder habe in gedachter Vorrede Erwehnung gethan , daß man in jeder Sta-tion die Mensul mit der Boussole stellen soll. Von diesen zweyen Stücken , nemstchvom Vorzug und von Stellung mit der Boussole, will hier noch ein wenig weitlaufi-tiger handeln. „ „ j

Was nun das erste betrifft, so wird der Vorzug bey kleinen Aufgaben, als, die §.668.Distanz zweyer Oerter aus einem oder zwey andern Oertern , inalerchen ein vierecktStück Acker, rc. zu messen, sogar groß nicht seyn, mercklich grösser aber wird er seyn,wann was ansehnliches, als, ein gantzes Laud-Gut und dergleichen, ausgemessen wer-den soll, weil es darbey gar sehr viel zu merckrn gibt, so, wann man die Mensul braucht,so gleich bey der Messung aufgetragen werden, und, falls es nut dem übrigen Nichtgehörig zutrifft, untersuchet, woran der Fehler liegt, und in Ordnung gebracht wer-den kan; Welches, wann man der gantzen Messung Eintragung aufe Papier zu Hauseallererst verrichtet, wie beym Astrolabio und der Boussole allein geschehen muß, einesehr mühsanie, und das Gedächtniß starck mitnehmende Arbeit macht, und wann esnicht zutrifft, öffters einer Kleinigkeit halber einen weiten Weg zur Untersuchung desFehlers, und darbey Vcrsaumung verursachet.

Was das zweyte , nemlich die Stellung mit der Boussole, anbelangt, so habe §.66-.ehedessen bey weitlaufftrgen Messungen eine ordentliche Boussole neben der Mensul ge-habt, weil aber nach der Zeit gesunden, daß die Gradus der Boussole , zu Stellungder Mensul , nicht nöthig gewesen, sondern nur die Mitternachts-Issnie gebraucht wor-den, habe mir eilte eigene leichte Art von Boussole machen lassen, welche m einem dreyZoll langen, ein Zollbreiten, und etwas über einen halben Zoll hohen m-ssingenm Käst-chen bestehet, und unmittelbar auf den Dioptren mit Schrauben befestiget wird, da-rin ist die Magnet-Nadel befindlich, welche mit ihrer Spitze auf Nichts, als auf eineandere im Kästchen befestigte Spitze zu weisen nöthig hat. Damit aber durch das vieleTragen und Rütteln der Srifft, worauf die Magnet- Nadel stehet , nicht stumpffwerde, ist ein Drucker verbanden, mit welchem man die Nadel ausser dem Gebrauchvom Grifft abheben kan. Die Dioptten mir dem Kästchen haben die Gestalt, wieFig. 2. Tab. XXXVII. im kleinen zeiget. Fig. 3. laßt das Kästchen mit der Nadel und

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Fig.3.

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