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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
Entstehung
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Des Verfaſſers YMorinnen ſeine erſte Reiſen/ ſo er in den ſchoͤnſten Theilen

in Europa biß nach Conſtantinopel gethan/kurtzlich erzehlet werden.

8 Ann die erſte Aufferziehung gleichſam eine andere Geburt iſt/ſo kan ich wohl ſagen/ daß ich die Luſt zum Reiſen mit mir aufdie Welt gebracht. Die anmuhtige Vnderꝛedung von der Erd-% beſchreibung/ womit viel gelehrte Leuthe meinen Vatter/ als derdurch derſelben Wiſſenſchafft ſich keinen geringen Ruhm er-worben/ taͤglich underhielten/ und die ich/ ſo jung ich auch war/

mit groſſem Luſt anhoͤrete/ haben alſobald das vornehmen in

Smir er weckt/ einen Theil deren in den Taffeln ent worffenen Landſchafften/ die ichdamahlen nicht genugſam anſchauen konte/ zu beſichtigen. Ich hatte ſchon im22. Jahr meines Alters/ die vornehmſten Lander in Europa, als Franckreich/ En-gelland/ Holland/ Teutſchland/ Schweitzerland/ Polen/ Vngarn/ und Italien ge-ſchen/ auch war ich der jenigen Sprachen/ ſo am nothwendigſten und am meiſtenuͤblich/ zimlich wohl erfahren. 0 5 8Mʒaͤeine erſte Außreiß nahm ich in Engell and/ alwo damahlen Jacobus derErſte diſes Namens/ der ſechß te Koͤnig in Schottland regierte/ welcher ſich Koͤ-nig von Groß Britannien. den Engellaͤndern und Schottlaͤndern/ durch einen di-ſen beyden Nationen gemeinen Namen/ ein genuͤgen zu lelſten/ nennen ließ.Auß Engelland gieng ich in Flanderen über/ Antorff meines Vatters Ge-purts⸗Statt zu ſehen: auß Flandern ſetzte ich meine Reiſe in die Vereinigte Ni-derlande fort/ awo meine Begirde zu Reiſen/ durch den groſſen zuſam̃enlauff ſehrvieler Frembdlingen/ welche von allen Orten der Welt zu Amſterdam ſich einfin-den/ vermehret wurde. Nach dem ich nun das merckwuͤrdigſte in den 17. Pro-vintzen beſchauet/ begab ich mich in Teutſchland: und als ich durch Franckfurthund Nlugſpurg/ zu Nuͤrenberg angelangt kam mich ein ust an in den Krieg zu ge-hen/ weilen eben damahlen viel Voͤlcker/ Prag wider einzunehmen/ in Böhmen zo-gen/ damit ich zu der erfahrung des Kriegs weſens welches mir nachgehends aufmeinen Reiſen dienen konte gelangen mochte. Ich war nur eine Tagreiß vonNuͤrenberg/ als ich einen Obriſten zu Pferd/ Namens Hans Brenner/ PhilipsBrenners/ des Com̃endanten zu Wien Sohn antraff/ welcher mich jhme in Boͤh-men zu folgen uͤberꝛedett/ dann es war ihm lieb einen Frantzoſen bey ſich zu haben.Ich gedencke hier nicht das jenige/ ſo ſich auf den Tag als die Schlacht vor Pragdorgangen/ erzehlen/ weilen ſolches zu weitlaͤuffig/ und auß ſelbiger Zeit Ge-ſchichten genugſam bekant. Etliche Jahr hernach verfügte ich mich mit gemelteinSbriſten nach Wien/ welcher mich dem Kommendanten in Raab/ ſeinem Vettern/ſo Koͤniglicher Statthalter in Vngarn war/ untergab. Beſagter Fommendantnahm mich vor einen Edelknaben auff: In dieſem Stand kan man in Teutſch-land biß ins fuͤnff und zwatzigſte Jahr dienen/ und man begibt ſich nicht eher di-ſes Dienſts/ man ſeye dann küͤchtig die Waffen zu tragen/ alsdann gelangt manentweder zu einer Fornets /oder Faͤndrichs⸗Stelle. Nachdem ich mich funf undein halb Jahr bey erwehntem Statthalter auffgehalten/ kam der Peu vonl g Mantua

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