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Mantua zu Wien an/ dem Kaͤyſer etliche Sachen/ ſo dem Hertzog ſeinem HerꝛenVatter angelegen/ beyzubringen: aber er konte nichts außrichten; auch wolte dievorgenomiene Vnderhandlung des Herꝛen von Sabran Koͤnigl. Frantzoͤſiſchen Ab-geſandten bey Ihrer Kaͤyſ. Maſeſt. den Inveſtitur Vergleich betreffend/ nicht vonſtatten gehen. Waͤhrender zeit als ich mich in BVngarn aufgehalten/ bekam ichgelegenheit/ etwas im Kriegs weſen zu erfahren/ geſtalten ich dann meinem Her-ren in mancher ſchoͤnen begebenheit beygeſtanden. Alhier will ich das jenige/ ſozwiſchen uns und den Tuͤrcken vorgegangen/ ſtillſchweigend vorbeygehen/ weilenſchon manche Feder davon geſchrieben/ auch ſolches wenig zu meiner Reiß ⸗Be-ſchreibung dienet. Der Koͤnigliche Statthalter hatte ſich in der a weyten Ehe mitdes Grafen von Arch Schweſter verheuraytet/ welcher der vornehmſte Staatsbediente des Hertzogs von Mantua, und mit dem Printzen als Abgeſandter nachWien verſchickt geweſen; Gedachter Graf war der Kaͤyſerin die auß Gonzachi-ſchem Gebluͤth entſproſſen/ mit ver wandſchafft zugethan/ und nach dem er denStatthalter zu beſuchen angelangt/ wurde mir/ jhm die zeit uͤber ſo er ſich zu ſava-rin aufhalten wurde/ auffzuwarten an defohlen Vnd als er auf ſeiner Ruckreißbegriffen/ gab er dem Koͤnigl. Statthalter zuverſtehen/ daß er dem Printzen vonMantua, weilen er niemand bey ſich/ ſo der Sprach erfahren/ keinen ſchlechten ge-fallen erweiſen wurde/ dafern er wolte zugeben/ daß ich jhm/ ſo lang er ſich amKayſerl. Hof wurde auffhalten/ dienen mochte. Der Graf/ ſeiner bitt gewaͤhret/fuͤhrte mich mit ſich nach Wien/ und weil ich das Gluck hatte dem Printzen zu ge-fallen/ bezeigte er mir bey ſeiner Abreiß/ daß es jhm lieb ſeyn wurde/ mich zu Man-tua zu ſehen/ alwo er/ bey dem ſeiner meinung nach ſich erhebenden Krieg/ meinerjhm geleiteten Dienſten/ am beſten gedencken wolle. Oiſe H unſt⸗ bezeugung warkraͤfftig genug/ in mir eine groſſe Begirde zu erwecken/ in Italien uͤberzugehen/und meine vorgenommene Reiſe weiters fortzuſetzen. 5Hierauff crachtete ich mein Vorhaben durch meines Herꝛen gutbefinden zuvollziehen/ welcher ſich zwar anfangs darein zuver willigen weigerte/ aber doch ent-lich in betrachtung meiner ihm treugeleiſteten Dienſten/ erhielt ich einen freundli-chen Aböſchied/ und verehrte er mir uͤber das dem gebrauch nach einen Degen/ einPferd/ und ein paar Piſtolen/ ſamt einem mit Ducaten angefuͤllten Beutel. OerHerz von Sabran war eben um diſe zeit auf ſeiner Abreiß naher Venedig begrif-ſen/ und weilen er gern einen Frantzoſen/ ſo der Teutſchen Spraͤch erfahren/ in ſei-ner Geſellſchafft geſehen/ edlente ich mich dieſer Gelegenheit/ und kamen wir in-nerhalb s. tagen zu Venedig an Der Her: Graf von Auaux, damahliger Fran-Böſiſcher Abgeſandter bey derſelben Republic empfieng den Herꝛen von Sabran,welcher hn auß Koͤniglichem Befehl heimſuchte/ ſehr hoͤflich. 5 5Weilen aber den Venetianeren nicht weniger/ als dem Gontzachiſchen Haußanobgemaltem Krieg gelegen/ wurde der Herꝛ von Sabran von der Republic gleich-lAhls ſehr wol empfange/ welche jym s. groſſe Schalen mit conlect und allerhandZuckerwerck verehren ließ/ deren eine mit einer ſtattlichen guldenen Ketten gezie-ret war/ ſo er ein wenig um den Halß gehenckt/ und alſobald zu ſich geſteckt. Zwoderſelben wurden unter die anweſenden un Saal außgetheilt/ und weiſen eben da-zumahl der Hertzog von Rohan mit den ſeinigen ſich zu Venedig befand/ wurdemir von dem Herꝛn von Sabran aufgetragen/ die ſechs übrigen Schalen in ſeinemNamen der Hertzogen zu uͤberbringen/ welche ſie mit bezeugung groſſes wolgefal-lens von meiner Hand angenommen. Die wenige zeit uͤber/ ſo wir uns zu Venedigaufgehalten/ hab ich dieſe in der weiten Welt ſo hochberuhmte Statt mit hoͤchſterergoͤtzlichkeit betrachtet/ daß ſie in vilen ſachen/ als in der gelegenheit/ in der groͤſ-ſe und herꝛlichkeit/ gewerb und zulauf ſehr viler fremden/ Amſterdam gleichet/welches mein verlangen Europa und Alia zuerkennen/ uber die maſſen vergroͤſſert.Von Venedig reißte ich mit dem Herꝛn von Sabran vollends naher Mantua; derPrintz bezeugte alſobald eine groſſe Freude uͤber meiner Ankunft/ mir 8 ein5 dahn-