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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Mantua zu Wien an/ dem Kaͤyſer etliche Sachen/ ſo dem Hertzog ſeinem HerꝛenVatter angelegen/ beyzubringen: aber er konte nichts außrichten; auch wolte dievorgenomiene Vnderhandlung des Herꝛen von Sabran Koͤnigl. Frantzoͤſiſchen Ab-geſandten bey Ihrer Kaͤyſ. Maſeſt. den Inveſtitur Vergleich betreffend/ nicht vonſtatten gehen. Waͤhrender zeit als ich mich in BVngarn aufgehalten/ bekam ichgelegenheit/ etwas im Kriegs weſen zu erfahren/ geſtalten ich dann meinem Her-ren in mancher ſchoͤnen begebenheit beygeſtanden. Alhier will ich das jenige/ ſozwiſchen uns und den Tuͤrcken vorgegangen/ ſtillſchweigend vorbeygehen/ weilenſchon manche Feder davon geſchrieben/ auch ſolches wenig zu meiner Reiß ⸗Be-ſchreibung dienet. Der Koͤnigliche Statthalter hatte ſich in der a weyten Ehe mitdes Grafen von Arch Schweſter verheuraytet/ welcher der vornehmſte Staatsbediente des Hertzogs von Mantua, und mit dem Printzen als Abgeſandter nachWien verſchickt geweſen; Gedachter Graf war der Kaͤyſerin die auß Gonzachi-ſchem Gebluͤth entſproſſen/ mit ver wandſchafft zugethan/ und nach dem er denStatthalter zu beſuchen angelangt/ wurde mir/ jhm die zeit uͤber ſo er ſich zu ſava-rin aufhalten wurde/ auffzuwarten an defohlen Vnd als er auf ſeiner Ruckreißbegriffen/ gab er dem Koͤnigl. Statthalter zuverſtehen/ daß er dem Printzen vonMantua, weilen er niemand bey ſich/ ſo der Sprach erfahren/ keinen ſchlechten ge-fallen erweiſen wurde/ dafern er wolte zugeben/ daß ich jhm/ ſo lang er ſich amKayſerl. Hof wurde auffhalten/ dienen mochte. Der Graf/ ſeiner bitt gewaͤhret/fuͤhrte mich mit ſich nach Wien/ und weil ich das Gluck hatte dem Printzen zu ge-fallen/ bezeigte er mir bey ſeiner Abreiß/ daß es jhm lieb ſeyn wurde/ mich zu Man-tua zu ſehen/ alwo er/ bey dem ſeiner meinung nach ſich erhebenden Krieg/ meinerjhm geleiteten Dienſten/ am beſten gedencken wolle. Oiſe H unſt⸗ bezeugung warkraͤfftig genug/ in mir eine groſſe Begirde zu erwecken/ in Italien uͤberzugehen/und meine vorgenommene Reiſe weiters fortzuſetzen. 5Hierauff crachtete ich mein Vorhaben durch meines Herꝛen gutbefinden zuvollziehen/ welcher ſich zwar anfangs darein zuver willigen weigerte/ aber doch ent-lich in betrachtung meiner ihm treugeleiſteten Dienſten/ erhielt ich einen freundli-chen Aböſchied/ und verehrte er mir uͤber das dem gebrauch nach einen Degen/ einPferd/ und ein paar Piſtolen/ ſamt einem mit Ducaten angefuͤllten Beutel. OerHerz von Sabran war eben um diſe zeit auf ſeiner Abreiß naher Venedig begrif-ſen/ und weilen er gern einen Frantzoſen/ ſo der Teutſchen Spraͤch erfahren/ in ſei-ner Geſellſchafft geſehen/ edlente ich mich dieſer Gelegenheit/ und kamen wir in-nerhalb s. tagen zu Venedig an Der Her: Graf von Auaux, damahliger Fran-Böſiſcher Abgeſandter bey derſelben Republic empfieng den Herꝛen von Sabran,welcher hn auß Koͤniglichem Befehl heimſuchte/ ſehr hoͤflich. 5 5Weilen aber den Venetianeren nicht weniger/ als dem Gontzachiſchen Haußanobgemaltem Krieg gelegen/ wurde der Herꝛ von Sabran von der Republic gleich-lAhls ſehr wol empfange/ welche jym s. groſſe Schalen mit conlect und allerhandZuckerwerck verehren ließ/ deren eine mit einer ſtattlichen guldenen Ketten gezie-ret war/ ſo er ein wenig um den Halß gehenckt/ und alſobald zu ſich geſteckt. Zwoderſelben wurden unter die anweſenden un Saal außgetheilt/ und weiſen eben da-zumahl der Hertzog von Rohan mit den ſeinigen ſich zu Venedig befand/ wurdemir von dem Herꝛn von Sabran aufgetragen/ die ſechs übrigen Schalen in ſeinemNamen der Hertzogen zu uͤberbringen/ welche ſie mit bezeugung groſſes wolgefal-lens von meiner Hand angenommen. Die wenige zeit uͤber/ ſo wir uns zu Venedigaufgehalten/ hab ich dieſe in der weiten Welt ſo hochberuhmte Statt mit hoͤchſterergoͤtzlichkeit betrachtet/ daß ſie in vilen ſachen/ als in der gelegenheit/ in der groͤſ-ſe und herꝛlichkeit/ gewerb und zulauf ſehr viler fremden/ Amſterdam gleichet/welches mein verlangen Europa und Alia zuerkennen/ uber die maſſen vergroͤſſert.Von Venedig reißte ich mit dem Herꝛn von Sabran vollends naher Mantua; derPrintz bezeugte alſobald eine groſſe Freude uͤber meiner Ankunft/ mir 8 ein5 dahn-