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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
Entstehung
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21
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Erſtes Buch.

1

nicht in der Stadt einkehret. Man zaßlet meiner letſten Reiſe nach Iſpahan zu Pferd

von der Ladung eines Kaineels zehen Abalsis,ſo auf neun Francken unſerer Wahrung kom-men/ und diß iſt für die Straſſen zu bewah-ren. Dergleichen Zoll mehr oder wenigerwerden in underſchiedlichen Orken in Perſtenbezahlt/ und die Waaren bleiben unbeſichti-get. Die Guberngtor oder Statthalterſprechen ein jeder in ſeinem Gebieth gut dafl/

2

im Fallwelches fr l e we e gantzPerſten ſehr ſicher/ und weme nicht beliebet/mag guſſerhalb der Caravanen reiſen.Von dieſer Brucken/ nahe bey Nakſivan,iſt biß nach Zulfa nur eine Tagreiſe/ und weildieſe Stadt vaſt ganz zerſtoͤret/ lageren die

die Waqren geraubet werden ſolten/

gereiſet. Wir lieſſen die Caravane, welcheder Landſtraß folget/ und niemalen keinen an-deren Weg nimmt/ weilen derſelbe/ wiewolennicht langer/ aber voll Felſen und Steine/ ſo

den Kamnelen die Fuſſe verderben/ hindern

uns. Mir ware lieb ein neues Land zu ſehen/und kill ſoches/ ehe ich der Landſtraß folge/kürtzlich beſchreibenVon dem Bach/ allda wir die Caravaneverlieſſen ware unſer Nacht⸗ Jager in einemDorff nur ein und ein halbe Meil weit.

Den folgenden Tag/ nachdem wir den

Fluß Aras fünff oder ſechs Stund auf der Dos etedt-Seite ritten/ kamen wir nach Aſtabar, ſo ein len Altabut.

Meil von dem Fluß/ und blieben daſelbſtenbey zween Tagen uns luſtig zu machen. Es

Caravanen gewohnlich 700. Schritt weit heꝛ-

warts am Geſtad des Fluſſes. N 5.zußene ulla das alte Vatterland der Armenier/alte Stadt. welche Cha-Abas in Perſienentfüͤhret ͤiſt zwi-1000 zweyen Bergen/ an einem engen Ort er-bauet/ dadurch der Fluß Aras ſeinen Lauffnimt/ und wenig Land beyderſeits übrig laſſet.Er wird erſt zwo Meil Wegs ungefehr un-derhalb beſchiffet(dann oberhalb kan derſelbenicht wol anders als Floſſe tragen) und weildas Land ſich eindringet/ und in eine Ebnegußbreitet/ ſeynd keine Felſen mehr zu befoͤrch-ken/ und iſt der Fluß ſtiller. Es ware daru-ber eine ſchoͤne ſteinerne Brucken/ welche Cha- ö fAbas abbrec en laſſen/ und die Ae F Farb/ obſchon von dieſer Wurtzel ſehr langewurde zerſtoret damit den Tur en nichts Stuck auß der Erden gezogen werden/ ſchnei-übrig bleiben moge. Weder an den üͤberge⸗ det man doc von ſolchem Stuck nur einerbliebenen Gebaͤuen/ noch bey jhrer Gelegen⸗ Hand lang ergb/ Buͤndlein davon zu ma-heit/ kan man abnehmen/ daß ſolches jemalen chen welche für die Sack/ n denen dieſe Waareine ſchone Stadt geweſen/ die Steine wa⸗ verſchickt wird/ bequem ſeyn. Es iſt ſich zuzen grob/ ohne Kütt zuſamengefüget/ und vertvunderen/ daß gante Carayanen mit die-

die Gebau gleicheten mehr den Holen als den ſt

gleicheten den ſer Ronas- Wurtzel beladen und die in In-Hauſern. Die Seiten Nord⸗Weſts ware dien mit zuruckfahrenden Schiffen verſandtan dem meiſten bewohnet/ und auf der ande-

werden zu Omas ankommen. Dieſe Wurtzelren Seiten faſt niemand. Weil das Land ee und geſchwinde Farb von ſich.um Sue ſehr fruchtbar end etliche Arme⸗ Ass ein Indianiſches Schiff mit dieſer Wupzelniſche Geſchlechter wiederum dahin kommen/ beladen/ guß Unvorſichtigkeit auf der Rhede

welche geruͤhig leben. Nachdem Cogia Na- Ormus, allda ich damals geweſen/ zerſcheiteꝛte/

zar, einer der vornehmſten Armenier/ wel⸗ ware das Meer nach langs dem Geſtad/ da diecher von Zulfa weggezogen/ durch die Hand⸗ Sacke ſchwimeten/ etliche Tag lang gantz roth.lung groſſer Reichkhum/ und bey Cha Abas

18 2 ö bs Als wir von Aſtabat abreißten/ muſtenguch Che sen, feinem Nathkommenen der wir um Stroh und Gerſten für unſereihne Kelonter, das iſt/ ein Haubt und ich-

ö ee ee e den-ter der Armeniſchen Nation ernennet/ groſſen ſelben Tag keines zu bekommen/ VorſehungCredit erworben/ har derſelbe ſeinem Vatter-land zu gefallen/ zwo groſſe Carvanſeras, die

thun. Der Weg gehet von dar anfangende 1 as die eine gantze Stund 1 abwerts biß zu demden beyderſeits des Fluſſes geſehen wer⸗ 8 übden/ erbauen laſſen/ und über hundert kau-ſend Kronen angewendet/ es ſeynd glich zpehſchoͤne Gebaube/ ſie ſeynd aber wegen ſeines

Fluß Kras, über welchen man im Schiffkähret und die übrige Zeit des Tags reiſet890 erfolgten Tods nicht allerdings gußge-VVEine halbe Meil diſſeit Tulfa, ehe man

man ztviſchen Bergen VBachen und Stei-nen/ wir 7 0 denſelben Abend bey ei-nem Abaſprbachlein. Den folgenden Tag önach einer Reiſe von zwo oder drey Stun⸗ 8den/ gieng unſer Weg durch einen Thal/über ein Bach der inden Aras laufft/ konnt/ über einen hohen Berg, auf welchem dreyſeynd zween Weg nach Taurjs zu 8 5Der eine auf der rechten Seiten gegen Sud-Oſt/ welches der gewohnliche Teg iſt/ derandere auf der Lmcken gegen Nord⸗Oſt/xwelchen ich mit acht oder zehen Perſonen in

iſt zwar nur eine kleine Stadt/ aber ſehr ſchon/und mit vier Caravanſeren verſehen/ es hatauch ein jedes Hauß einen Brunnen. Der U-berffuß des Waſſers macht das Land trefflichgut/ und inſonderheit wachſt allda herelicherWein. Es iſt das einige Land in der Welt/ſo den Ronas, der in Perſten und Indien gros-en Abgang hat/ herfürbringt. Ronas iſt eineWurtzel/ welche in der Erden laufft/ undwachſt gleich wie das Süß⸗Holtz/ iſt auchnicht viel groſſer. Dienet zum rothfaͤr ben/ undgibt allen denen auß des Groſſen MogolsReich kommenden Leinwad⸗ Tüchern/ dieſe

Ronas ases ſey. 5

oder bier schlechte Haußlein/ da wir uber-nachteten/ gebauet ſtunden. Den anderen

Tag/ welches der funffte/ nach dem wir die

Satavanen verlaſſen/ reiſeten wir bey dreyStunden abwerts/ biß in ein groß Dorff in

5 5 1729 einer

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