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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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eimer ſchoͤnen und angenehmen Gegend gele-den/ und allda treffliche gute Fruͤchte ange-troffen werden. Wir ruheten daſelbſten einoder zwo Stund/ und von dar kamen wirzu einer groſſen ſteinernen Brucken/ über ei-nen Fluß/ ba auſſer dem Regenwerter we-nig Waſſer zu finden. Dieſer Fluß ergeußtſich in den See Roumi, darvon ein mehrersdrunden gemeldt werden ſolle/ und das Waſ-

Ein viertel Meil diſſeit der Brucke/ ſeynddrey lauge in die Erde/ gleich wie Saulegeſetzte Steine. Das Land⸗Volck gibt vor/daß ſolche dahin/ als den Ort/ an welchem DaDer Ort Dos rius des Hyltaſpes Sohn/ auf Angebung55 Ehn ſeines Stallknechts/ wie die Geſchicht mel-zum König det/ zun Konig in Perſien erwehlet/ zum. Gedenck⸗ Zeichen an dieſen Ort geſetzt wor-den; und von dannen biß nach Tautis iſt we-nig mehr uber eine halbe Meil. e

Die Berge in NMeden, welche wir durch-

reiſeten/ und die Berge/ ſo gegen Aufgang

an die alten Parther reichen/ ſeynd die aller-

frucht barſten in gantz Peyſten bringen KoꝛnFeuchten in Überfluß; Jumaſſen die ſchonen eb-

n Helder oben auf den Bergen/ gantz mit Koꝛm

angeſaet ſeynd/ und groſſen Nutzen geben. Die

Quellen/ die ſich da befinden/ und die frueht-

baren Regen machen alle Dinge viel beſſer

und wolgeſchmackter/ als in anderen Land-ſchaften in Perſten/ da es an Waſſer manglet.

elches Urſach/ daß es an ſelbigen Orten

Wit haben die Caravane eine halbe Mei-

ſe von Zulfa verlaſſen/ und dahin müſſen

wir wieder umkehren/ um die Landſtraß zu

Alls die Caravane über den Bach/ da

wir ſelbige verlaſſen/ ware/ lagerte ſie ſich am

25 Geſtad des F iuſſes Aras, ſo ſie den folgendens Dag zu Schiff Uberfuhre/ kame nicht in Zultahinein/ wie wol ſie nahe waren/ weil jenſeit

der Stadt zwo oder dreh Meilen ein ſehr

8 raucher und nieht viel gebrauchlieher Weg/15 da man nochtwendtg aul und abe undrecht zu melden es kein ordenlicher Ideg zu

nennen iſt. Derdwegen lafſet man Tulta zur

nehmen) welches doch wenig uin iſt. Narh ei-

net Fweyſtindigen Oreife gehet der Weg einein Dorff sugiac geneimet/ vorben/ hernach

komt man in den Wald/ welcher mit hohen

Feen umgeben. In dieſer elſten Tagreiſe

wird kein ander Mafſer als bey einem Brunn-

lein gefunden weiches aber alſo ſchlecht/ daß

auch das Dieb karin davon teineken witDen folgenden Tag konnt man durch eineben/ aber wüſt und odes Laih/ dg ein groſ-ſes Carvanſera 900 den/ aber nieht befuchtwird/ obschon e e de geben-6v5i1i!!ß!!den Steinen die weit hergebracht werdenmüßen/ düftrbauet iſt. Von apnen altman das Nacht- Lager zu Watentse fegenDer On der Begräbnis des Weibes Noah beruh-

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2 NRMeisbeſchreibung in Perſten

met. Dieſer Ort iſt nicht groß/ und vielmehr 1einem Gebuſch/ als einer Stadt gleich; aber Wel 185

ſonſten an einem ſehr angenehmen Ort/ in ben worden.

Mitten einer fruchtbaren Ebne/ die mitdolckreichen Doͤrffern beſetzt iſt/ gele en. Dißebene fruchtbare Land erſtrecket ſich alleineine Meil Wegs weit um Marante, auſſertdeme iſt vaſt alles Wüſteney. Jedoch nichtallerdingen wuſt/ weil ſolches durch und durch

ſer beſſelben iſt ſo ſcharff und ſo boſen Ge⸗ eine Heyde unſerem Sand⸗Boden zu Bour-ſchmacks/ daß niemand dar von trincken kan.

deaux gleich/ und demnach die Nahrung fuͤr

die Kammel/ ſo allda zu den Caravanen zugebrauchen/ erzogen werden/ herfürbringet.Deßwegen eine ſo groſſe Anzahl Kameel-Treiber zu Sugiac und Marante ſich befin-

den/ und welche Vermog der Ordnung/ ſounder dieſem Volck iſt/ einen Theil der Kamee-

len zu dieſem Weg verſchaffen. 1 Ma-rante werden 13. Abalsis, ſo ohngefehr vierKronen ſeynd/ von einem beladenen Kameel

bezahlt/ und diß iſt/ wie droben gemeldt/

ein Zoll/ ſo zu Bewahrung der Straſſen auf-JJJJJVVVVVVVVVon Narante komt man den dritten Tageine Meil von Sophiana, in ein Sandboden/da das Safer nichts Nutz iſt/ nachdem manein vertiſchtes und zimlich oͤdes Land/ daallein ein ſchoͤne Cara vanſera, in einem Thalgefunden wird/ durchreiſet hat. Sophians Die Send

iſt eine zimlich groſſe Stgdt/ welche zu ſehen blies.nicht moglich iſt/ es ſeye dann/ daß man da⸗ g

rin ſey/ die Urſach ſeynd die viele Baumendie in den Gaſſen und um den Ort ſtehen/

alſo daß ſolche mehr das Anſehen eines Wal-

des/ als einer Stadt hat.

Dien folgenden Tag welches der zehendegemeiner Tagreiſen von Erivan auß/ nachde.me wir groſſe/ ebene/ ſchoͤne und fruchtbareFelder durchreiſet/ komt die Caravane nachTautis. Dieſe ebenen Felder ſeynd nit viekleinen Bachen die von der Meder Bergenauf der Nord⸗ Seiten herkommen/ begoſſen;aber das Waſſer iſt nicht in allem gut/ ſon-dern theils kan nicht getruncken werden.Auf halbem Weg von Upahan und Tauris,05 Hügel/ von deme man dieſe ſchoͤne ebeneFelder beſchauen kan/ und daſelbſten hatte desSultans Amurat Kriegs⸗Heer/ da ex Taurisbelagerteein Feld⸗ Lager. Als Cha- Seh,Konig in Perſſen Bortſchaft bekame/ daß erdieſelbe in die Aſchen gelegt/ und ferner witmehr als hundert kauſend Mann in dasLand hinein zoge fegte er ohne einge Beſdegung/ man muſte hne nur annghern laßt

Einfall der Türcken ſſch zu rachen vuſte. Sie

wark allein noch ungefehr y. Tagreis weit von denEde Denen g F e el in el don, Kernen und hinden alle Waſſer/ ſo allein auß den elendiglichQuellen kommen/ und durch Canal in deninneren Theil Perſien/ da keine Fluſſe ſeynd/

geleitet werden fenen; und alſo gieuge

das Türckiſche Heer guß Mangel Waſſerd,

in einem tveſſen und dürren Land/ in welche

daſſelbe unvorſſcheiglieh ſich eingelaſſen harte

in wenig Tagen zu Grund. 5

Tauris