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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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der StadtLulpha,

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folget/ welche jhn am beſten duncket/ ligt vonIſpahan gegen Suden/ eine halbe Stundzu. Fuß zu gehen/ und der Fluß Sencleru fiieſ-ſet bey nahe von einer Stadt ſo weit als vondey anderen/ darzwiſchen durch. Das ſchoͤn-ſte in Iſpahan und in gantz Perſien iſt derWeg/ ſo von einer Stadt zu der anderen ge-

het/ wiewol er in Franckreich vor nichts

außgearbeitete Gitter davor.

abſonderliches wuͤrde gehalten werden/ daman viel Privat⸗Hauſer findet/ ſo ſchoͤner undbeſſer gelegen ſeynd/ als dieſe/ welche ich ebenjetzund zu beſchreiben vornehme. Es iſt einGang mehr als 1500. Schritt lang/ und 70.oder 80. breit/ ſo von dem Fluß/ worüber andemſelben Ort eine ſehr ſchone Brucke gehet/davon ich drunden kveiker ſagen will/ faſt inder Mitten üͤberzwerch durchgeſchnitten. Die-ſe Gaſſen fängt bey einem Thurn an/ derohngefehr 40. Schuh in die viereck hat undhinden an den Königlichen Pallaſt ſtoſſet/er hat 2, Stockwerck/ von oben biß undenvoll groſſer Fenſter/ und auß Holtz kuͤnſtlicharb Der Konigund die von dem Königlichen Hauß gehen al-lein dadurch in dieſe Gaſſen: dann wer vonpahan quß nach Zulpha, oder andere Oer-ter jenſeit des Fluſſes will/ gehet durch der

Stadt Thor/ ſo an den gedachten Thurn an-ſtoſſet/ in dieſe Gaſſen. Und ſo viel mit we-

nig Worten von dieſer Gaſſen/ und wie die-ſelbige angelegt iſt/ ins gemein wird ſie die

Straſſen von Tcharbag; welches ſo viel iſt/

Gaſſen und

Wege da-ſelbſt.

als der vier Gaͤrten genennet.

Langs dieſer Straſſen iſt ein Canal/ und

von dem viereckichten Thurn an/ worauß die

Bache entſpringen/ biß an die groſſe Brücken/

flieſſet das Waſſer dadurch/ die beyde Ufer da-

ran ſeynd von gehauenen Steinen/ 2. oder 3.

Schuh breit/ ſo bißweilen von den Fußgaͤnge-

ren vor einen Fuß⸗Pfad gebrauchet wird: dann

der ordenliche Weg ſo wol vor die zu Fuß alsvor die zu Pferd/ iſt auf beyden Seiten der

Gaſſen/ von denen in einer geraden Reye ge-

pflantzten Baumen an/ biß an die Mauren der

Königlichen Garten/ ſo die Gaſſen auf beyden

Seiten beſchlieſſen. Dieſer Weg iſt mit ge-

hauenen Steinen gepfiaſtert/ und ohngefehr

vier Schuhe breit. Auf jeder Seiten iſt nureine Reye von Baumen/ ſie ſeynd aber ſehrgerad und hoch/ werden ins gemein Tehinardsgenannt/ und haben allein in der Hoͤhe einendicken Buſch; der Zwiſchen⸗Raum aber vonden Baumen und dem Canal iſt nicht gepfla-ſtert/ ſondern nur Erdreich/ welches zu weilen

beſcet wird. Ohngefehr 200. Schritt von

dem viereckichten Thurn/ fallt der Bach in ei-

nen Fiſch⸗ Behalter/ von 30. oder zy. Schuhenim Umkreiß/ und an dieſem Ort ſo wol/ als an

den anderen/ die weiter drunden ſeynd/ wo esguch dergleichen Behalter hat/ gehen uͤber-zwerch die Gaſſen erhabene und gepflaſterteKreutzwege/ gleich wie die andere/ von 10. oder42. Schuhen breit. Auf der lincken⸗ Hand

dieſes erſlen Behaltersiſt ein viereckichter

Thurn/ bey nahe von gleicher Groͤſſe/ und eben

ſo gebauet/ als der jenige/ ſo beydem Eingang

Reaisbeſthreibung in perſien/

der Gaſſen iſt/ in deſſen underſten gewolbtenSaal/ ſo in der Mitten einen mit Waſſer an-gefuͤllten Siebe Weyer hat/ pflegt man denTranck Caffe zu trincken. f

Alle Garken auf beyden Seiten der Gaf⸗ die mſen/ ſo wol jenſeits als diſſeits der Bruͤcken die Ga

ſeynd des Koͤnigs. Man muß ſich aber nichteinbilden/ ob waren dieſe Garten ſo wenig/ alsder zu Hezarügerib, ſo doch der ſchoͤnſte ingantz Perſten iſt/ auf folche Weiſe außgezieh-ret/ und im Bau underhalten/ wie die Unſeri-gen in Europa. Dann da ſeynd keine zierli-che abgetheilte Blumen⸗Felder/ oder Spatzier-gange von Hambuchen/ und dergleichen Zier-rath/ wie in Franckreich und Italien ſehr ge-mein iſt; ſondern an vielen Orten laſſen ſie dasGras wachſen/ und begnugen ſich allein mitden fruchtbaren Bäumen/ deren ſie eine groſ-ſe Anzahl haben/ abſonderlich aber der groſſen/obenher dicken/ ſchatichten und ordentlich nachder Reye gepflantzten Baͤumen/ ſo der gantzeZierꝛath in den Perſianiſchen Garten iſt.Auf beyden Seiten der Garten⸗Mauren/welche die Gaſſen einſchlieſſen/ ſeynd in glei-cher Weite von einander/ zierlich außgearbei-tete Thuren/ und auf jeder ein kleiner Saal.In der Mitten der Gaſſen aber/ zwiſchen demgroſſen viereckichten Thurn/ wo ſie anfaͤngt/und der Brucke/ iſt auf der lincken Hand einHauß vor die Dervis, welchen der Konig ei-nen ſeiner Garten eingeraumet/ darinnen zubauen. Sie haben darinn etliche Heiligthumvon dem Ali, oder ſonſt einem anderen Prophe-ten in Verwahrung/ ſo man im vorbey gehenunder einem Gewoͤlb ſehen kan/ und neigenſich die Perſianer davor ſehr tieff. DieſerDervis kommen alle Tage um z. oder 4. Uhr/

Devies für g

tell.*

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theilen ſich in gewiſſe Quartier/ allezeit ein aerichen

Alter mit einem Jungen. Sie gehen von ei-

haben ·

nem Laden zu dem anderen/ und underrichten

das Volck in etlichen Puncten des Geſatzes/underweilen antwortet der Junge dem Altenwelcher des Predigers Amt verꝛichtet. Ihregantze Kleidung ſeynd 2. Schaff⸗ oder Bocks-Haute/ ſo ſie von hinden und vornen hencken/und ein groſſer 4. oder Finger breiter Guͤrtel/mit vielen groſſen meſsinen Blatten beſchla-gen. Auf den Achſeln haben ſie eine andereSchaffs⸗ Haut/ welche ſie vornen under demKien zuſamen heften/ und an ſtatt der Haubenhaben ſie ein kleines Lams⸗Fall/ daran ſie dieFuſſe laſſen/ ſo jhnen uͤber den Hals und Ba-cken herab hangen. In der Hand haben ſieeinen Kolben/ faſt eben wie die Mahler Jo-hannem den Tauffer in der Wuüſten abzumah-len pflegen. Dieſe Pervis ſtecken zwiſchen die

Haut/ damit ſie ſich bedecken/ etliche ſchlechte

Blumen/ nach der Zeit im Jahr/ oder außMangel der Blumen allerhand Art Krauter/welche ſo wol der alte Dervis als der junge/nach geſchehener Predigt und Vermahnung/den Kauf⸗ und Handwercks⸗Leuten geben/und dargegen einige Allmoſen empfangen.Gegen dem Abend kehren ſie wieder nachHauß zu/ und haben( welches ich bald wer 6. e

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