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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Reisbeſchreibung in Indien/

In surate wird/ wann man zu Schiff ge-hen will/ Gelt genug gefunden/ dann der vor-nehmen Herren in Indien groſter Handeliſt/ ihr Gelt auf Gluck und Unglück auf dieSchiffe nach Ormus, Ballara uind Mocca auch

biß nach ankam, Achen, und in die Inſul

Philippinen zu verwenden. Nach Mocca undBalſara, iſt der Wechſel von 22. biß 24.pro cento, und nach Ormus/ von 16. biß 20.pro cento; und fur andere vorgenante Ortgehet der Wechſel nach proportion der Ent-

legenheit; wann die Waaren durch Unge-

witter zu grund gehen/ oder in den Gewaltder Malavares, welches die See-Nauber desIndianiſchen Meers ſind/ gerahten/ iſt dasGelt für die jenigen/ die gewagt ſolches auß-zuleihen/ verlohren. 5

Es iſt nur noch übrig von der Maas undGewicht etwas zu melden/ zugegen iſt der;Theil einer Elen von Agra, und der z der Elenvon Amadabat und Surate. Was das Ge-wicht aubelangen thut/ iſt die Men gewohnlich

69. Pfund/ das Pfund von 16. Unz; aber die

Men, damit der Endich gewogen wird/ iſt al-

wicht ſerre genant/ welches 1 Pfund/ von 16.

Von den Fuhren/ und der Manier in

Indien zu reiſen.

f Manier/ wie ſich in dem Reiſen in In-

dien zu verhalten/ Meldung zu thun; dieſelbe

it meines erachtens nicht weniger bequem/ alsall das jenige/ ſo man komlich in FranckreichUmdemwes, oder Italien zu reiſen erfinden können. Widerſung nie den Gebrauch in Perſien bedient man ſich/ ingaben und Indien zu dem Juhr⸗werek und Reiſen/ wederNet en, der Eſel Maulthier/ noch Pferden; ſondernSarteehb alles wirdauf Ochſen oder Karben berbrgcht-solle. weil das Land eben: Wann etwan ein Kauf-mann ein Pferd mit ſich auß Perſten bringt /i

es nur damit zu prangen/ und ein Hand⸗ Pferd

oder daſſelbe mit Nutzen/ einem vornehmenHerren zu verkaufſen

Ochſn wer Einen Ochſen werden 300. in 70. Pfund

dendukrne ſchwar aufgeladen/ und iſt mit Verwunde-

gen gebrau⸗ 25 0. 1 1chet. rung zu ſehen/ wie oft 10. in la. tauſend Ochſen

in einem Fuhrwerck/ Nis/ Korn und Saltz/an die Ort/ da eines gegen dem andern gaußge-

tauſcht wird/ namlichen Ris dahin/ wo nurda keines iſt/ zu tragen/ zuſalnmen auf demWeg ſich befinden. Man bedient ſich zwarauch der Camelen inder Fuhr/ aber gar ſelten/dann dieſelben ſind fuͤrnemlich/ der groſſenHerren Ragage zu tragen/ beſtellet: wann dieSeit erforderte/ daß man gern die Waar bal

zu Surate hakte/ und eingeſchiffet zu werden/gebraucht man ſich der Ochſen und nicht der

Karren. Wie das gantze Land des groſſen

lein von Pfund 33. In Surate iſt das Ge-

2 Or Antritt der Reiß nach Agra, iſtnothwendig von den Fuhren und der

Korn; Korn da nur Reiß waͤchſt/ und Saltz/ g

Mogols wol gebauet/ ſind alle Jelder mitGraben beſchloſſen/ und hat jeder ſeinen Weyer/ oder Waſſerſamlung/ die Felder zu begieſ-ſen/ welches für die Reiſenden ſe ehr unkomlich?dann wann dieſelben ein ſo groſſes Fuhrwerck/inengen Paſſen antreffen/ muſſen ſie bißwei-len zween oder drey Tag verharren/ biß daßalles durchgangen. Die Fuhrer dieſer Och-ſen/ haben ihr Lebtag kein andere Handthie-rung/ wohnen nicht in Haͤuſern/ und führenWeib und Kinder mit ſich. Es ſind deren/ die100. Ochſen einer eigen hat/ andere mehr o-der weniger. Sie haben ein Haubt/ der ſich

gleichſam Fürſtlich halt/ und beſtaͤndig eine

Ketten von Perlen/ an dem Hals hangendtragt. Wann der Haufen deren/ ſo dasKorn tragen/ deme/ ſo den Reiß auf haben/einandern begegnen/ beſchicht es oft/ ehe einerdem andern weichen will/ daß ſie in ein bluti-gen Streit gerahten. Wie nun der groſſeMogol betrachtet/ daß dieſe Gezancke derHandlung ſchad⸗ und der Überbringung inſein Land der Lebens⸗Mitteln hinderlich;brachte er ſo viel zu wegen daß die zween O-briſten dieſer Fuhrwercken zu Ihm kamen/ wie

beſchahe/ und nach dem der Kong dieſelben

ermahnet/ um ihres gemeinen Nutzens willen/

kunftigs freundlich mit einandern ſich zu vei-

tragen/ und die Schlage bey Begegnung zuunderlaſſen/ beſchenckte er jeden mit einer Le-

kes, oder hundert tauſend Roupies, und einer

m Manier des Fuhrwercks 5in Indien beſſer zu erklaren/ iſt zu wiſſen/ daß daa

Ketten mit Perlen.Dem Leſer die

die Abgörkerer derſelben Lande vier Zünfte/ die zuſie Manaris nenten/ und deren jede auf hundert tauſend Seelen ſich erſtrecken mag. Dieſe

Voͤlcker wohnen/ wie vorgemeldt/ nicht in

Hauſern/ ſondern under Zelten/ und haben

kein andere Handthierung/ als die Waaren

auß einem Land in das andere zu führen/ dieerſte dieſer Zunft/ laſſet ſich allein zun Korn/die andere zu dem Nis/ die dritte zu dem Ge-

mus/ und die vierte allein zu dem Saltz/ wel-

ches ſie von Surate, biß gegen dem VorgebirgComorin laden/ gebrauchen. Dieſe Zunft/ wer-

ſt den auch noch auf folgende Manier underſchennden: Ihre Prieſter/ von denen hernach Ane

gung beſchehen ſoll bezeichnen die der erſtenZunft/ mit einem rohten Gummi/ in mitten derStirn/ eines Thalers groß/ und machen nac?lange der Nase einen Strich darauf etlicheFrucht⸗Koͤrnlein/ bald 9. bald 12. in Forteiner Roſe/ kleibend. Die der Zweyten/ ſindmit einem gelben Gummi an gleichen Orten.aber dabey mit Ris; die der Dritten witrauem Gummi/ eben alſo/ und biß au dieAchslen/ ſo dann mit Hirs⸗Kornlein bedeichnet. Was die der vierten Zunft anbelatr-

einem Sack/ ſo biß weilen 8. oder 10. Pfwigt/(dann je ſchtwarer ſelbe iſt /e mehr Rune

d ſie darvon haben) an dem Hals hangen da 5

dieſelben fur ein Buß taglich/ mogen he. ö

Verrichtung jhres Gebatts/ ſich auf dengen ſchlagen. Alle in gemein haben en Scr N

gen thut haben dieglbenei Sale ſchreihen