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1fu0ell.
Erſtes Buch.
55 oder Zoyf/ in Form eines deib⸗Bandes/
1 an ein klein ſilber Bůchslein/ in Groͤſſe ei-ner Haſelnuß/ als ein Heiligthum herab han-1 darinn eine aberglaubiſche Schrift/ ſohre Prieſter darein verſchloſſen. Sie hangen
deren auch den Ochſen an/ auch anderen Thie-
ren under jhrer Heerde gebohren/ und die ſieſonderbar lieben/ und eben ſo werth als 11 nder halten/ fürnemlich/ wann ſie deren kei-share Der Weiber Kleidung iſt nur ein. echter deinwad/ weiß oder gefarbt ſo.5 er d mal um den Leib/ in orm eines Rocks/von dem Gürtel biß hinab gehend/ ſcheinet/ alsdenen ztoder 4. Rocke über einandern. Vonem ürtel über ſich laſſen ſie die aut Blum-1 9 gleich zer hacken oder ſchrapfen/ und mah-n die Blumen hernach underſchiedlicher Far-ben mit Wurtzen⸗Saft/ daß ihr Haut einemgeblümten Zeug gleich ſcheinet.Alldieweilen dieſe Leute morgen frühe jhreThier beladen/ und die Weiber die Zelten zu-
ammen legen/ richten die Prieſter/ ſo jhnen
olgen/ in dem ſchoͤnſten Ort der Ebene/ da ſieWin ein von erhobener Arbeit gemachtesSn in Geſtalt einer Schlange/ um eineOkange von 6. in 7. Schuh hoch gewickelt/auf; da ein jeder vorbeygehend/ ſeine Ehrer-
bietung erzeigt/ die Toͤchtern gehen dreymal
herum. Wann alles vorbey/ thun die Prie-ſter das Bild von dem Ort 9 7 5den ſolches auf den darzu beſtimten Ochſen.Das Fuhr⸗Werck von Karren beſtehetgemeinlich von ein oder hoͤchſt zweyhundert;leder Karren iſt mit zehen oder zwolf Och-en beſpannen/ und von vier Soldaten/ ſoer jenige/ dem die Waaren zuſtaͤndig/ beſol-en muß begleitet. Auf jeder Seiten des8 gehen zween/ und über jeden Kar-den augen zwey, Seil/ deren vier Ende vonan Soldacen in Handen gehalten/ damit/1 m der Karren in einem boſen Weg aufa Seite hangen cthaͤte/ die Soldaten wel-00 der andern Seiten die Seile ſteiff hal-8 und daß der Karre nicht unnfalle/ verhin-amen 5Alle Karren/ welche von Agra oder auß9 91 Orten des Reichs nach Surate kom-fahre und widerum durch Agra und Janabatmer, ni mülſen Kalck der von bafochekom-be v erbringen dieſer Kalck/ ſo bald derſel-Dieſeg vaucht/ wird alſo hart als Marmor.erden 90. des Koͤnigs groſſer Nutze/ in demeführe alck an den Ort/ da jhm beliebet/ hin-Jonen laſſet/ aber hingegen ſind die Karren
Reiden; 0 8„ awen eien„in folget von der Manier in Indien zu
Pi daſelbſten die Ochſen an ſtatt der9055 dienen/ deren ſind/ welche eben ſonahe s unſere Zelter gehen. Aber wol iſtſen faut nehmen: Wann man einen Och-iu gebſe oder miekek deſſelben zur Reiſe ſich
1 guchen/ daß die Horn über einenMucke och nicht ſeyen/ dann wann dieſiehen, 15 uf Thier plagen/ will ſolches wider-
t den Kopf auf/ und kan/ wannang/ ſelbige dem jenigen/ der dar-
de Horn zul
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auf ſitzet/ in den Leib ſtoſſen/ wie man dasoft geſehen. Sonſten laſſen dieſe Ochſen ſichwie unſere Pferde leiten und regieren/ habenfür Gebiß allein ein Strick um die Schnautzegehend. In dem ebenen Land da keine Stein/ſind die Ochſen unbeſchlagen/ aber wol inrauhen Orten/ beydes wegen der Steine undder Hitze/ ſo die Horn verderben konnen. InEuropa werden die Ochſen bey den Hoͤrnernangebunden/ aber die Indianiſchen habeneinen groſſen Hocker auf dem Hals/ derdienet/ ein Halsband von Leder vier Fingerbreit/ zu hallen/ und ſolches wird dem Thier/wann man daſſelbe anſpannet/ nur uber denKopf geworffen. 1Man findet zum Reiſen auch kleine leich-te Kutſchen für zwey Perſonen/ gemeinlichaber gebraucht man ſich deren einer allein umkommlicher zu ſeyn/ auch ſein Gerath; einkleiner Weinkeller und andere Sachen/ ſo jh-ren Platz unden an der Kutſche/ die mit zweenOchſen allein beſpannen/ haben/ bey ſich zuführen. Dieſe Kutſche ſo mit Umhangenund Küͤſſen/ wie in unſeren Landen verſehen/ſind nicht hangend/ aber in meiner jungſtenReiſe/ lieſſe ich eine/ unſeren Kutſchen gleichmachen/ die zween Ochſen damit dieſelbe be-ſpannen ware/ koſteten mich bey ſechshundertRoupies. Der Leſer wolle uber dieſen Preißſich nicht veꝛwunderen/ dann es der Ochſen dieſtarck ſind/ und welehe ſechzig Tag lange Rei-ſen/ jedes Tags zwoͤlf in fuͤnfzehen Meil beſtaͤn-dig im Trab thun. Wann ſie eine halbe Tag-reiſe verrichtet/ gibt man jedem eine Ballen ingroſſe eines unſerer Brodtvon 1.5. als welchevon Waitzen⸗Maͤhl/ Butter und ſchwartzemZucker geknettet; und Abends haben ſie ihrbeſtimtes Futer von geſtoſſenen Ziſer⸗Erbſen/ein halbe Stund im Waſſer geweichet. DerMiet⸗Lohn von einer Kutſche iſt mehr oderweniger gemeinlich des Tags eine Roupie.Von surare nach Agra ſind funf und dreyſ-ſig oder viertzig Tag Wegs/ und für die gantzeReiſe werden von viertzig biß funf und viertzigRoupies bezalt. Von Surare nach Golcondaiſt es faſt gleich/ beydes mit dem Weg undMiedt⸗Lohn/ und alſo nach proportion ingantz Indien. 3.Die jenigen/ welche die Mittel haben Ih-rer Kranckheit zu pflegen/ bedienen ſich derPallanquin oder Sanfte/ darinnen man garbequem reiſen kan/ dieſe Pallanquin findin Form eines Ruh⸗Beths ſechs oder ſiebenSchuh lang/ und drey breit/ umſchrancket.Eine Gattung Meerrohr Bambouc genen-net/ die man beyzeiten/ um die Form einesBogens zu bekommen/ legen thut/ damitdie Decke des Pallanquins, welche von Att-
las oder Brocardt zu halten/ wann die
Sonne auf der einen Seiten beginnet ein-zuſcheinen/ wird die Decke von einem ne-ben dem Pallanquin gehenden Knecht her-abgezogen. Damit der Reiſende bor derSonnen bedecket ſeye. Neben dieſem Knech-te iſt ein anderer/ der einen Stab mit ei-
nem gleichſam runden Schildt von 2 1ö 4