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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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34 Reisbeſchreibung in Indien/

Schiffer Gelt vermercken/ falt denſelben leicht/das Schifflein umzuſturzen; und das zuGrund gangene Gelt alsdann zu finden/ undſolches ſich zu zueignen. 3

Den 20. nahme ich von dem Nabab mei-nen Achſcheid/ der mich bate bald wieder zu-kommen/ und lieſſe mir einen Paß ertheilen/ indeme ich ein Edelmann ſeines Hanſes; titu-

liert geweſen. Wie bereits zuvor in der Zeit

da derſelbe Gubernator zu Amadabat ware/und ihne bey der Armee/ in der Provintz Decanda der Raja Seva- gi, wie ich anderswo meldenwerde/ eingefallen/ beſucht. In Kraftdieſer Paßporten/ deren Inhalt dem zweitenBuch einverleibt werden ſoll/ koͤnte ich in allenLanden des groſſen Mogols, als einer von ſei-nem Hauß/ hin und wieder ungehindert reiſen.Den ar hielten die Hollander/ mir zu ge-fallen/ ein köſtliche Mahlzeit/ und ladeten dar-zu die Engellander/ und etliche Portugeſer/ſamt einem Capuciner jhrer Nation.

Den 22. beſuchte ich die Engellander/ derenvorgeſetzter oder Preſident ware Her? Prat;und heknach den Portugeſiſchen Auguſtiner/auch etliche andere FCC

Von dem 23. biß den 29. thate ich einigenKauf für u. tauſend Roupies, und da alles ein-geladen ware/ nahme ich Abſchied. 8

Den 29. gbends fuhr ich von Daca ab. Al-le Hollander begleiteten mich zwo Meil wegsweit/ mit ihren kleinen bewaffneten Schiffen/und wurde der Spanniſche Wein du ſolcherZeit nicht geſpart. Nachdeme ich von dem 29.Januarij/ biß auf den u. Februarij/ auf deinFluß zugebracht; lieſſe ich meine Diener unddie Wagren in dem Schiff zu Acerat, da ichein Schiff nahme/ welches mich in ein großDorf/ Mirdapour genennt/ brachte.

Den 12. nahme ich ein Pferdt/ darauf zureiten/ und wolte noch eines/ für mein Bagagezutragen/ haben; weilen aber keines zubekom-men/ muſte ich hierzu/ zweyer Weiber michbedienen. Den Abend kam ich zu Calenbazarglücklich an/ alda ich von Arnoul von Wachten-donk, Directorn aller Hollandiſchẽ Somtroitsin Bengala, freundlich empfangen/ und bey jh-me das Loſament zu nemmen/ gebetten wurde.

Den 1. brachte ich den Tag mit den Hol-laͤndern/ die ſich bey meiner Ankunft luſtig ma-chen wolten/ in Frollichkeit zu.

Den 14. kehrete Herꝛ von Wachttendonlewieder nach Ouguely; alda der HollanderOber⸗Comtoir are; und denſelben Tag/ ka-me einer meiner Bedienten/ den andern vorherveiſend/ mir Bottſchaft zubringẽ/ daß die deute/

jhmne den Abend zuvor von dem Nabab nchtBefelch zu kommen; ware; wann die Be-

zahlung noch nicht beſchehen; ſolche zu unden-

laſſen/ ohngemeldt/ warum Cha. Eſt. Kan dik-ſe wiedrige Ordre gegeben. Ich kehrete/ u-ber dieſe procedur zimlich beſtüͤrtzt/ wiederumnach meinem Loſament. 1Den 16. ſchriebe ich dem Nabab, um die Ur-ſach zu wüſſen/ warum er ſeind Einneter befehlgegeben/ mir die Bezahlung nicht zu thun.Den. fuhr ich in eine Schiff/ mit 4. Ru-dern gezogen/ ſo die Hollander mir geliehen/nach Auguely, und ſelbige/ wie auch die folgen-de Nacht/ hatte ich mein Lager in dem SchiffDen 19. Abends fuhr ich einem groſſen Fle-cken/ Nandi genennt/ vorbey; und biß dahinkomt der See⸗ Fluß/ damalen entſtunde ein ſol-cher ſtarcker und ungeſtümmer Wind/ undwuchſe das Waſſer alſo hoch/ daß wir gezwun-gen wurden/ unſer Schiff aufs Land zu ſetzen/und z. in 4. Stund zu verharzꝛen.

Den 20. kame ich zu Ouguely an/ und bliebe

dort/ biß den 2. Martij zu welcher Zeit die. Hol-länder mich herꝛlich tractierten/ alle in dem-ſelben Land mogliche Ergoͤtzlichkeiten mich ge-nieſſen zu machen/ trachteten. Wir fuhren vielmahl auf dem Waſſer ſpatzieren/ und hatten zuunſerer Speiſung allerley Garten⸗Gewaͤchs/welche in unſern Garten kuropeær zufinden: Sa-lat underſchiedlicher Art/ Kol/ Sparſen/ Erb-ſen/ und inſonderheit Bonen/ deren Saamenauß Japon kommt; ſintemalen/ die Hollander be-gierig/ von allerley Gattung Kraut/ und Ge-muß inden Garten/ die ſie mit ſonderm Fleibauen lieſſen; zuhalten; jedoch haben die ſelbenkeim Artiſchocken herfür komenmachẽ konnenDen 2. Martij reiſete ich von Ouguely ab/und kame den 5. zu Caſenbazar an. 4Den folgenden Tag nacher Madeſoubar-zaki, zu wůſſen/ ob der Einnemmer/ der vor-malen nicht bezahlen wolte/ ſeithero einen an-dern Befehl von dem Nabab empfangen? daßdrobẽ habe ich vermeldt/ daß ich von Stund an/

des Cha. Eſt- Kan Schreiben/ mich uͤber ſein a 8Procedur beklagen/ und wuſſen wolle/ warum

er den Wechſelbrieff wiederruffen habe. DerVorgeſetzte der Hollaͤndiſchen omtoirs/ fügteeinen Brieff dem meinigen bey/ dem Nabab zu

Gemüth führend; daß ich jhme alzuwol be-

kant ware/ in deme wir hievor zu Amadabat-bey der Armee zu Decan ind an andern Ortesmehr/ mit einandern zuſchaffen hatten um al

ders als guten Willen/ dagegen verdient z

haben; daß zu betrachten/ ich der einige/ welch 0die ſchonſten Sachen auß Europa in Indien

welche ich neben mein? Waaren in dem Schif brachte/ ein ungütlich Tractament aber das

gelaſſen hatte/ wegen eines Sturmwinds/ derzween Tag gewütet/ und zu Nachts ſtarckerware in groſſer Gefahr geweſen. fDen n. gaben mir die Hollander ein Ballekis nacher Madeſou-bazarki zu reiſen/ alda

der Obeß Einnehmer des Cha⸗-Elt- Kan ſich

befande deme preſentierte ich meinen Wech-ſelbrieff. Nachdeme derſelbe ſolchen geleſen;ſagte er, der Brieff ware gut/ und daß ermir darfür Bezahlung thun wolte; wann

Mittel nicht ware/ zu continuieren/ wie er be-

gartez zu geſchweigen/ daß wa ich mit Unwile

wegreiſen ſolte/vonmir/ weil ich hin und lde,

in nicht geringem Anſehen und Credit die

nigen/ welche Willens waren/ nach Indien ei

inge rariteren zubringen: denſelben ein gleiche

Tractament/ wie mir widerfahren/ beſorgechend/ leicht abwendig gemacht werden 1 5Aber weder mein/ noch des Birectorn S

ben/ hatten die verhofftte Wöurckung nicht ear.