34 Reisbeſchreibung in Indien/
Schiffer Gelt vermercken/ falt denſelben leicht/das Schifflein umzuſturzen; und das zuGrund gangene Gelt alsdann zu finden/ undſolches ſich zu zueignen. 3
Den 20. nahme ich von dem Nabab mei-nen Achſcheid/ der mich bate bald wieder zu-kommen/ und lieſſe mir einen Paß ertheilen/ indeme ich ein Edelmann ſeines Hanſes; titu-
liert geweſen. Wie bereits zuvor in der Zeit
da derſelbe Gubernator zu Amadabat ware/und ihne bey der Armee/ in der Provintz Decanda der Raja Seva- gi, wie ich anderswo meldenwerde/ eingefallen/ beſucht. In Kraftdieſer Paßporten/ deren Inhalt dem zweitenBuch einverleibt werden ſoll/ koͤnte ich in allenLanden des groſſen Mogols, als einer von ſei-nem Hauß/ hin und wieder ungehindert reiſen.Den ar hielten die Hollander/ mir zu ge-fallen/ ein köſtliche Mahlzeit/ und ladeten dar-zu die Engellander/ und etliche Portugeſer/ſamt einem Capuciner jhrer Nation.
Den 22. beſuchte ich die Engellander/ derenvorgeſetzter oder Preſident ware Her? Prat;und heknach den Portugeſiſchen Auguſtiner/auch etliche andere FCC
Von dem 23. biß den 29. thate ich einigenKauf für u. tauſend Roupies, und da alles ein-geladen ware/ nahme ich Abſchied. 8
Den 29. gbends fuhr ich von Daca ab. Al-le Hollander begleiteten mich zwo Meil wegsweit/ mit ihren kleinen bewaffneten Schiffen/und wurde der Spanniſche Wein du ſolcherZeit nicht geſpart. Nachdeme ich von dem 29.Januarij/ biß auf den u. Februarij/ auf deinFluß zugebracht; lieſſe ich meine Diener unddie Wagren in dem Schiff zu Acerat, da ichein Schiff nahme/ welches mich in ein großDorf/ Mirdapour genennt/ brachte.
Den 12. nahme ich ein Pferdt/ darauf zureiten/ und wolte noch eines/ für mein Bagagezutragen/ haben; weilen aber keines zubekom-men/ muſte ich hierzu/ zweyer Weiber michbedienen. Den Abend kam ich zu Calenbazarglücklich an/ alda ich von Arnoul von Wachten-donk, Directorn aller Hollandiſchẽ Somtroitsin Bengala, freundlich empfangen/ und bey jh-me das Loſament zu nemmen/ gebetten wurde.
Den 1. brachte ich den Tag mit den Hol-laͤndern/ die ſich bey meiner Ankunft luſtig ma-chen wolten/ in Frollichkeit zu.
Den 14. kehrete Herꝛ von Wachttendonlewieder nach Ouguely; alda der HollanderOber⸗Comtoir are; und denſelben Tag/ ka-me einer meiner Bedienten/ den andern vorherveiſend/ mir Bottſchaft zubringẽ/ daß die deute/
jhmne den Abend zuvor von dem Nabab nchtBefelch zu kommen; ware; wann die Be-
zahlung noch nicht beſchehen; ſolche zu unden-
laſſen/ ohngemeldt/ warum Cha. Eſt. Kan dik-ſe wiedrige Ordre gegeben. Ich kehrete/ u-ber dieſe procedur zimlich beſtüͤrtzt/ wiederumnach meinem Loſament. 1Den 16. ſchriebe ich dem Nabab, um die Ur-ſach zu wüſſen/ warum er ſeind Einneter befehlgegeben/ mir die Bezahlung nicht zu thun.Den. fuhr ich in eine Schiff/ mit 4. Ru-dern gezogen/ ſo die Hollander mir geliehen/nach Auguely, und ſelbige/ wie auch die folgen-de Nacht/ hatte ich mein Lager in dem SchiffDen 19. Abends fuhr ich einem groſſen Fle-cken/ Nandi genennt/ vorbey; und biß dahinkomt der See⸗ Fluß/ damalen entſtunde ein ſol-cher ſtarcker und ungeſtümmer Wind/ undwuchſe das Waſſer alſo hoch/ daß wir gezwun-gen wurden/ unſer Schiff aufs Land zu ſetzen/und z. in 4. Stund zu verharzꝛen.
Den 20. kame ich zu Ouguely an/ und bliebe
dort/ biß den 2. Martij zu welcher Zeit die. Hol-länder mich herꝛlich tractierten/ uñ alle in dem-ſelben Land mogliche Ergoͤtzlichkeiten mich ge-nieſſen zu machen/ trachteten. Wir fuhren vielmahl auf dem Waſſer ſpatzieren/ und hatten zuunſerer Speiſung allerley Garten⸗Gewaͤchs/welche in unſern Garten kuropeær zufinden: Sa-lat underſchiedlicher Art/ Kol/ Sparſen/ Erb-ſen/ und inſonderheit Bonen/ deren Saamenauß Japon kommt; ſintemalen/ die Hollander be-gierig/ von allerley Gattung Kraut/ und Ge-muß inden Garten/ die ſie mit ſonderm Fleibauen lieſſen; zuhalten; jedoch haben die ſelbenkeim Artiſchocken herfür komenmachẽ konnenDen 2. Martij reiſete ich von Ouguely ab/und kame den 5. zu Caſenbazar an. 4Den folgenden Tag nacher Madeſoubar-zaki, zu wůſſen/ ob der Einnemmer/ der vor-malen nicht bezahlen wolte/ ſeithero einen an-dern Befehl von dem Nabab empfangen? daßdrobẽ habe ich vermeldt/ daß ich von Stund an/
des Cha. Eſt- Kan Schreiben/ mich uͤber ſein a 8Procedur beklagen/ und wuſſen wolle/ warum
er den Wechſelbrieff wiederruffen habe. DerVorgeſetzte der Hollaͤndiſchen omtoirs/ fügteeinen Brieff dem meinigen bey/ dem Nabab zu
Gemüth führend; daß ich jhme alzuwol be-
kant ware/ in deme wir hievor zu Amadabat-bey der Armee zu Decan ind an andern Ortesmehr/ mit einandern zuſchaffen hatten um al
ders als guten Willen/ dagegen verdient z
haben; daß zu betrachten/ ich der einige/ welch 0die ſchonſten Sachen auß Europa in Indien
welche ich neben mein? Waaren in dem Schif brachte/ ein ungütlich Tractament aber das
gelaſſen hatte/ wegen eines Sturmwinds/ derzween Tag gewütet/ und zu Nachts ſtarckerware in groſſer Gefahr geweſen. fDen n. gaben mir die Hollander ein Ballekis nacher Madeſou-bazarki zu reiſen/ alda
der Obeß Einnehmer des Cha⸗-Elt- Kan ſich
befande deme preſentierte ich meinen Wech-ſelbrieff. Nachdeme derſelbe ſolchen geleſen;ſagte er, der Brieff ware gut/ und daß ermir darfür Bezahlung thun wolte; wann
Mittel nicht ware/ zu continuieren/ wie er be-
gartez zu geſchweigen/ daß wa ich mit Unwile
wegreiſen ſolte/vonmir/ weil ich hin und lde,
in nicht geringem Anſehen und Credit die
nigen/ welche Willens waren/ nach Indien ei
inge rariteren zubringen: denſelben ein gleiche
Tractament/ wie mir widerfahren/ beſorgechend/ leicht abwendig gemacht werden 1 5Aber weder mein/ noch des Birectorn S
ben/ hatten die verhofftte Wöurckung nicht ear.