der Kühle laſſen dieſelben vor ihren Hauſern/
welches mehrentheils kleine Hütten ſeynd/ ſichſehen/ und wann die Nacht herbey komen/ han-gelt ſie zum Gemerck eine brennende Kertze oderLampen an die Thür/ und dieſes iſt die Zeit/ daalle Laden/ da man den Tari, ſo ein Gerranckvon einem Bau gemacht/ und ſo ſuß als un-ſer neuer Moſt/ verkauffet/ eroͤffnet werden.
Manbringt ſolchen in Hauten auf Pferden/
des mit zwo beladen/ und die einen ſtarckenrab gehen/ von J.oder 6. Coſtes Wegs weit/
und kommen taglich deren ohngefehr. oder600. in die Stadt: der Koͤnig hat hiervon ei-
nen Zoll/ der ſich jahrlich ein namhaftes be-lauffen thut/ und diß iſt fürnemlich die Ur-
bach/ daß diefe gemeine Weiber geduldet wer-
den/ weil auß jhrem Anlas viel des Tari,verbraucht wird; darum die jenigen/ ſo deſ-ſen verkauffen/ jhre Laden in der Nachbaur-
Dieſe Weiber ſeynd alſo geleichig und
5 abgerichtet/ daß/ als der Konig jetzt regie-lend/ Maslipatan, beſehen wolte/ 9. derſelben
zug in diefe Stadt
Thron ſitzend/
ſehr eigentlich und artig die Geſtalt eines Ele-
phanten vorſtelleten; J dieneten an ſtatt 4.
Klauen/ viek afidere den Leib“, und rine denRüͤſſel/ und der Konig oben auf/ als auf einem
hielte dergeſtalten ſeinen Ein-
. N
Alles Volck zu Goleonda beides Mann
und Weibsperſonen ſeynd wolgeſtaltot( ſchoͤn
von Leib/ zimlich weiß
von Angeſicht/ nur al-lein die Bauren ſind um etwas ſchwantzhraun-licht. Des jetzt Regierenden Königs Nameiſt/ Abqoul-Coutou- Cha, und ſmit wenigWorten will ich dem Leſer deſſen Herkommenentwerffen: Bey Regierung Akbar Koͤnigsin Indien/ des Gehan-guir Vetter; erſtreck-ken die Mogol jhre Herꝛſchung gegen Mittag
Glein biß nach Narbeder und der Fluß, von
üden kommend/ daſelbſten durchlauffend/und in den Gangum ſich ergieſſend/ ſcheidete
hre dand/ von den Landen des Raja von Nar-N ugue, die biß an das Vorgebirg Comorinleicheten/ in demme die anderen Rajas gleichſam
get
duese
1 kovintz Dultabat, und der
nur deſſen Underthanen/ und von jhme ihrenf ewalt hatten. Dieſer Raja und ſeine Vor-hren/ ſeynd die ſenigen/ welche jederzeit wi-0 die ſo auf Temur-leng in Indien gefol-der Krieg geführet und waren do maͤchtig/55 der letſte Kaja, weleher wider Alcbar krieg-
vier Heer von ſo vielen Feld⸗Oerren regie-1 505 auf den Beinen hatte. Der Vornehmſte
jeſer Bieren lagerte ſich in dem Land/ ſo heut5 Tag das Koͤnigreich Golconda; der Ande-ae in dem Lande Vilapour; der Dritte in derVeerte in dem3 Brampour. Als der Raja von Narſin-
0 ohne Erben abſturbe/ eignete ſich ein jeder00 vier Feld⸗Herren das Land/ darinn erzu; den undelgebenen Kriegs⸗Heer lageGelid wurffe ſich zum König auf/ einer von„ Aeonda, der andere von Vilapourz der drit-
bar.
W feine vier Feld⸗Herren Mahometa-I. Theil.
Erſtes Buch.
Muntz die jetzt mehr/
on Brampour, und der vierte von Dulta- 9 f
Obwol der Raja ein Abgotter/ waren je⸗ ſt
4¹ner/ und der von Golconda der Sect Haly,auß einem alten Geſchlecht des Turcamans,die das Land Hlamadan in Perſien bewohnendieſer ware/ wie gemeldt/ der Vornehmſte/ undwenig Tage von des Raja von Narfingue Ab-ſterben/ erhielten dieſelben ein namhaften Siegwider den Mogol, nach deme niemand ſie hin-dern konte/ den obern Gewalt ſich zuzueignen;aber ſeither haben ehanguir, AKbars Sohn/das Land des neuen Königs von Brampour,Cha: gehan, des Gehan„ gulr Sohn das Landdes Königs von Dultabat, und Aureng-zebdes Cha-gehan Sohn ein Theil des Laubs desKönigs von Vilapour eingenommen, Der Ko-nig von Golconda gher wurde weder von Ge-han- guir, noch von Chargehan Hlcht hekriegt; aſondeen ſie lieſſen denſelben in Ruß mit bedingjedoch/ daß er dem Mogol jahrlich eine Scha-tzung von 200000, Pagodes, welches Gold-bald weniger gelten von6e biß 72. Francken Frantzöſiſcher Wahrungbezahlen ſolte. Heut zu Tag iſt der mächtigſteunder dem Rajas dieſes groſſen Landes/ beynahe eine völlige Inſel diſſeit des Gang derRaja von Velonz welcher ſeine Hersſchulig bißan das Vorgebirg Comorin erſtrecket Tnder auf den Raja von Narſingue, in einem Theildeſſelben Landes gefolget/ dieweil aber in ſei-nem Land keine Handlung iſt/ halt dieſer Furſtſich ſtill/ und kommen die Frembden wenig inDer jetzregierende Konig von Golcondla,iſt ohne mannlichen Leibs⸗Erben/ und hat alleindrey verheurahte Toͤchteren.„Die Eltere einem Verwandten des groſ-
ſen Chek der Mecquè, und weil/ was dieſem dige Hiſtori1e 5 1 dem Heuratſolches mit ſtillſchweigen nicht uͤberſehen wer⸗ des Chelesmit des Köͤ-nigs Tochtervorherge-
Pallaſts/ viel Hofleu⸗ gangen.
Heurath vorhergegangen/ merckwuͤrdig/ ſolle
den. Als dieſer Chek in faquir Kleidung zuGoleonda angelangt/ hielte er ſich etliche Mo-nat bey der Pforten des öte/ die jhne befragten/ warum er dahin kommenware? zu antworten nicht wuͤrdigend. Daendlichen dem Koͤnig ſolches zu Ohren ge-bracht worden; ſendete derſelbe ſeinen obriſtenArtzt/ der gut Arabiſch redte/ um von demChele zu vernehmen/ was er begehrte und wo-rum er da ware? der Artzt und etliche Herrendes Hofes/ die auch mit demſelben redten/ er-kandten alſobald/ daß er eine Perſon von Ver-ſtand/ und fuhrten jhn zum Konig/ welchemſeine Beſuchung und erſte Geſprach ſehr an-genehm ware; als aber endlich der Chek ſichvernehmen lieſſe/ daß er kommen/ um diePrinceſsin zu heurahten/ war der Koͤnig u-ber dieſen Vortrag nicht wenig beſtüͤrtzet/ vontheils Hofſeuten/ von einem Mann/ der nichtallezeit recht bey Sinnen/ aufgenommen/ undein Gelächter darauß gemacht; jedoch/ wiederſelbe in ſeinem Begehren ſteiff verharret/ſo gar/ daß er/ dafern man ihme die Princeſ
ſin nicht zur Ehe geben wurde/ deln Lande
ein groſſes Unglück drauete/ ward er in Ver-
aft geſetzt/ da er eine lange Zeit bleiben mu-
e. Der Konig endlich beſſer haltend/ denſelben
widerum in ſein Land zu ſchicken/ lieſſe er ihne
RR