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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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41
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der Kühle laſſen dieſelben vor ihren Hauſern/

welches mehrentheils kleine Hütten ſeynd/ ſichſehen/ und wann die Nacht herbey komen/ han-gelt ſie zum Gemerck eine brennende Kertze oderLampen an die Thür/ und dieſes iſt die Zeit/ daalle Laden/ da man den Tari, ſo ein Gerranckvon einem Bau gemacht/ und ſo ſuß als un-ſer neuer Moſt/ verkauffet/ eroͤffnet werden.

Manbringt ſolchen in Hauten auf Pferden/

des mit zwo beladen/ und die einen ſtarckenrab gehen/ von J.oder 6. Coſtes Wegs weit/

und kommen taglich deren ohngefehr. oder600. in die Stadt: der Koͤnig hat hiervon ei-

nen Zoll/ der ſich jahrlich ein namhaftes be-lauffen thut/ und diß iſt fürnemlich die Ur-

bach/ daß diefe gemeine Weiber geduldet wer-

den/ weil auß jhrem Anlas viel des Tari,verbraucht wird; darum die jenigen/ ſo deſ-ſen verkauffen/ jhre Laden in der Nachbaur-

Dieſe Weiber ſeynd alſo geleichig und

5 abgerichtet/ daß/ als der Konig jetzt regie-lend/ Maslipatan, beſehen wolte/ 9. derſelben

zug in diefe Stadt

Thron ſitzend/

ſehr eigentlich und artig die Geſtalt eines Ele-

phanten vorſtelleten; J dieneten an ſtatt 4.

Klauen/ viek afidere den Leib, und rine denRüͤſſel/ und der Konig oben auf/ als auf einem

hielte dergeſtalten ſeinen Ein-

. N

Alles Volck zu Goleonda beides Mann

und Weibsperſonen ſeynd wolgeſtaltot( ſchoͤn

von Leib/ zimlich weiß

von Angeſicht/ nur al-lein die Bauren ſind um etwas ſchwantzhraun-licht. Des jetzt Regierenden Königs Nameiſt/ Abqoul-Coutou- Cha, und ſmit wenigWorten will ich dem Leſer deſſen Herkommenentwerffen: Bey Regierung Akbar Koͤnigsin Indien/ des Gehan-guir Vetter; erſtreck-ken die Mogol jhre Herꝛſchung gegen Mittag

Glein biß nach Narbeder und der Fluß, von

üden kommend/ daſelbſten durchlauffend/und in den Gangum ſich ergieſſend/ ſcheidete

hre dand/ von den Landen des Raja von Nar-N ugue, die biß an das Vorgebirg Comorinleicheten/ in demme die anderen Rajas gleichſam

get

duese

1 kovintz Dultabat, und der

nur deſſen Underthanen/ und von jhme ihrenf ewalt hatten. Dieſer Raja und ſeine Vor-hren/ ſeynd die ſenigen/ welche jederzeit wi-0 die ſo auf Temur-leng in Indien gefol-der Krieg geführet und waren do maͤchtig/55 der letſte Kaja, weleher wider Alcbar krieg-

vier Heer von ſo vielen Feld⸗Oerren regie-1 505 auf den Beinen hatte. Der Vornehmſte

jeſer Bieren lagerte ſich in dem Land/ ſo heut5 Tag das Koͤnigreich Golconda; der Ande-ae in dem Lande Vilapour; der Dritte in derVeerte in dem3 Brampour. Als der Raja von Narſin-

0 ohne Erben abſturbe/ eignete ſich ein jeder00 vier Feld⸗Herren das Land/ darinn erzu; den undelgebenen Kriegs⸗Heer lageGelid wurffe ſich zum König auf/ einer von Aeonda, der andere von Vilapourz der drit-

bar.

W feine vier Feld⸗Herren Mahometa-I. Theil.

Erſtes Buch.

Muntz die jetzt mehr/

on Brampour, und der vierte von Dulta- 9 f

Obwol der Raja ein Abgotter/ waren je⸗ ſt

ner/ und der von Golconda der Sect Haly,auß einem alten Geſchlecht des Turcamans,die das Land Hlamadan in Perſien bewohnendieſer ware/ wie gemeldt/ der Vornehmſte/ undwenig Tage von des Raja von Narfingue Ab-ſterben/ erhielten dieſelben ein namhaften Siegwider den Mogol, nach deme niemand ſie hin-dern konte/ den obern Gewalt ſich zuzueignen;aber ſeither haben ehanguir, AKbars Sohn/das Land des neuen Königs von Brampour,Cha: gehan, des Gehan gulr Sohn das Landdes Königs von Dultabat, und Aureng-zebdes Cha-gehan Sohn ein Theil des Laubs desKönigs von Vilapour eingenommen, Der Ko-nig von Golconda gher wurde weder von Ge-han- guir, noch von Chargehan Hlcht hekriegt; aſondeen ſie lieſſen denſelben in Ruß mit bedingjedoch/ daß er dem Mogol jahrlich eine Scha-tzung von 200000, Pagodes, welches Gold-bald weniger gelten von6e biß 72. Francken Frantzöſiſcher Wahrungbezahlen ſolte. Heut zu Tag iſt der mächtigſteunder dem Rajas dieſes groſſen Landes/ beynahe eine völlige Inſel diſſeit des Gang derRaja von Velonz welcher ſeine Hersſchulig bißan das Vorgebirg Comorin erſtrecket Tnder auf den Raja von Narſingue, in einem Theildeſſelben Landes gefolget/ dieweil aber in ſei-nem Land keine Handlung iſt/ halt dieſer Furſtſich ſtill/ und kommen die Frembden wenig inDer jetzregierende Konig von Golcondla,iſt ohne mannlichen Leibs⸗Erben/ und hat alleindrey verheurahte Toͤchteren.Die Eltere einem Verwandten des groſ-

ſen Chek der Mecquè, und weil/ was dieſem dige Hiſtori1e 5 1 dem Heuratſolches mit ſtillſchweigen nicht uͤberſehen wer⸗ des Chelesmit des Köͤ-nigs Tochtervorherge-

Pallaſts/ viel Hofleu⸗ gangen.

Heurath vorhergegangen/ merckwuͤrdig/ ſolle

den. Als dieſer Chek in faquir Kleidung zuGoleonda angelangt/ hielte er ſich etliche Mo-nat bey der Pforten des öte/ die jhne befragten/ warum er dahin kommenware? zu antworten nicht wuͤrdigend. Daendlichen dem Koͤnig ſolches zu Ohren ge-bracht worden; ſendete derſelbe ſeinen obriſtenArtzt/ der gut Arabiſch redte/ um von demChele zu vernehmen/ was er begehrte und wo-rum er da ware? der Artzt und etliche Herrendes Hofes/ die auch mit demſelben redten/ er-kandten alſobald/ daß er eine Perſon von Ver-ſtand/ und fuhrten jhn zum Konig/ welchemſeine Beſuchung und erſte Geſprach ſehr an-genehm ware; als aber endlich der Chek ſichvernehmen lieſſe/ daß er kommen/ um diePrinceſsin zu heurahten/ war der Koͤnig u-ber dieſen Vortrag nicht wenig beſtüͤrtzet/ vontheils Hofſeuten/ von einem Mann/ der nichtallezeit recht bey Sinnen/ aufgenommen/ undein Gelächter darauß gemacht; jedoch/ wiederſelbe in ſeinem Begehren ſteiff verharret/ſo gar/ daß er/ dafern man ihme die Princeſ

ſin nicht zur Ehe geben wurde/ deln Lande

ein groſſes Unglück drauete/ ward er in Ver-

aft geſetzt/ da er eine lange Zeit bleiben mu-

e. Der Konig endlich beſſer haltend/ denſelben

widerum in ſein Land zu ſchicken/ lieſſe er ihne

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