Buch 
Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
Entstehung
Seite
42
JPEG-Download
 

42zu M. slipatan, in ein Schiff/ welches Waa-ren und Bilger nach Mocca fuͤhrte/ und vondar man hernach zu Land nach der Mecque rei-ſet/ begleiten. Ohngefehr zwey Jahr hernach/kame dieſer Chek wiederum nach Golconda,und griffe die Sach dergeſtalten an/ daß diePrinceſsin jhme vermahlet worden: Er ka-me auch in dem Königreich/ welches er heutzu Tag regieret/ und da er völlige Machthat/ in groſſen Credit und Anſehen. Eriſts/ welcher verhindert/ daß der Konig dieVeſtung Golconda, dahin er ſich begebenhatte, als Aurengzeb ind deſſen Sohn in Bag:nagar, wie bald vermeldet werden ſolle/ einge-zogen/ nicht übergeben; dann er fiele den Ko-nig an/ drauend/ daß er jhne umbringen wolte/wann er nicht Stand hielte/ und dem Feinddie Thor zu eroͤffnen gedachte. Dieſe kühneThat war nur Urſach/ daß derſelbe von demKonig hernach mehr geliebet/ auch von jhme inallen wichtigen Geſchaͤften zu einem Rath ge-

Reis beſchreibung in Indien/

Pater Ephraim/ dem ich hernach bey unſerererſten Zuſammenkunft gedancket.

Wie nun der Chele ſahe/ daß er den Pater nicht auf halten koͤnte/ und daß der ſelbeſeine Reiß zu Fuß von Golconda nach Mas-lipatan fortzuſetzen willens ware; wolte erſolches nicht zugeben/ ſondern verſchafte/ ih-me einen Ochſen und zween Knechte zum Ge-leit; und weil der Chek auch nicht erlangenmoͤchte/ daß der Pater 30. pagodes von jhmeannehme/ befahle er den zween Knechten/daß/ ſo balden ſie zu Maslipatan ankommen/dem Pater den Ochſen und die Pagodes über-laſſen ſolten/ das ermangleten dieſelben nichtalſo zu thun: Im widrigen waren ſie beyjhrer Widerkunft zu Golconda in Gefahrdes Lebens geweſen. Ich will die Geſchichtevom Pater Ephraim/ dem ſeithero viel Wider-wertigkeiten begegnet/ außfuͤhren; wann ichGoa, welches der vornehmſte Ort ſo biedaneben in Indien haben/ beſchreibenwerde..

braucht wurde/ und alſo nicht allein als desKönigs Eidam; ſondern als oberſter Staats-Miniſter/ iſt er jetzo der Vornehmſte an dem

Die zweyte Tochter des Königs von macGolconda; ward dem Sultan Mahamud; donc

Hofe Golconda. Und der iſt es auch/ daß dergroſſe Bagade oder Tempel zu Bagnagar uUn-vollkommen geblieben; ſintemal derſelbe demgantzen Koͤnigreich ein groſſes Ungluͤck ge-draͤuet; wann man fortfahren wurde/ den

Dieſer Furt Bau zu vollführen. Dieſer Fuͤrſt tragt eine

ſonderbare groſſe Liebe zu allen den jenigen/welche der Markemarie erfahren/ und verſte-het dieſelbe zimlich wol; derowegen/ ob er wolein Mahometan/ iſt er jedoch allen denen Chri-ſten/ welche dieſer Kunſt erfahren/ guͤnſtig;wie derſelbe ſolches dem Pater Ephraim Ca-puciner/ der zu Golconda nach Pegu, da-in er von ſeinen Vorgeſetzten verſchickt war/durchreiſete/ inſonderheit bezeuget hat. Er

Aureng: gebs elteren Sohn/ vermaͤhlet/ unddiß ware die Urſach dieſes Heuraths: AlsMir-Gimola, Königs von Golconda KriegsHeer Ober⸗Feldherꝛ/ von deme derſelbe zu

Beveſtigung ſeines Throns( groſſe Dien: Au,

ſte empfangen/ gegen Bengala, um einigeRajas zur Gebühr zu bringen/ marchierte/hinderlieſſe er dem Konig nach Gewonheit/zum Zeichen der Treu ſeine Weib und Kinderfuͤr Geiſſel! Derſelbe hatte viel Toͤchtern/ undnur ein Sohn/ der eine groſſe Höffhaltunghatte/ davon viel geſagt ware. Das Ayſehen und der Reichthum/ ſo Mix- Gimolaerworben/ erweckten jhme Feinde/ welche we-gen eines ſo groſſen Glucks eiferend/ in deſſen

Abpweſen/ ſolches zu ſtürtzen/ und bey dem Ko; a.nig jhne in Ungnad zu bringen/ trachteten. Die⸗ dſelbigen gaben jhme zu erkennen/ daß der Ge⸗ Gewalt des Mirgimola Ihr Maj. verdächtig ſeyn aalen

verſüchte alles/ was moglich war/ jhne zu be-wegen/ daß er in dieſem Land bliebe/ mit An-erbietung/ in ſeinem Koſten jhme ein Hauß undKirchen erbauen zu laſſen/ und zumalen dem-

ſelben vorbringend: daß es jhme an Ge-ſchaͤften und Pfarꝛgenoſſen keines wegs er-manglen wurde/ indem daſelbſten einige Chri-ſten/ Portugeſen/ und viel Armenier/ welchejahrlich um der Handlung willen dahin kaͤ-men. Aber Pater Ephraim/ der Befehl hat-te/ furder zugehen/ und in Pegu ſich zubegeben/koͤnte dieſes Anerbieten nicht annehmen/ undwie er von dem Chele Abſcheid nahme/ be-ſchenckte hn derſelbe mit dem Ehren⸗Kleid al-ſo herꝛlich/ als hatte ſeyn koͤnnen; weilen esdie völlige Zugehoͤrd ware; nemlich die Cappe/der groſſe Rock/ der Arcalou oder Juppe/zrwey Underhoſen/ zwey Hembder/ und zweenGurtel amt einem Band/ welches um denHals und auf das Haubt wider der SonnenHig gethan wird. Der Pater über dieſe Ver-ehrung heſtürtzet/ und dem Chek zu erkennengebend; daß er ſolches nicht mitnehmen konte:wolte doch derſelbe/ daß es beſchehe/ und ſagte/daß er damit einen ſeiner Freunden beſchen-cken koͤnte: Zween Monat hernach/ bekameich zu Surate dieſes Preſent/ im Namen des

ſolte/ daß deſſelben gantzes Vornehmen dahinzwecke/ Ihne zu entthronen/ und das Konig-reich Golconda, ſeinem Sohn verſicheret zumachen/ daß er/ biß darwider zu mittlen verſdumet/ nicht warten ſolte/ und daß einen ſol-chen Feind/ der um ſo viel deſto mehr zu foͤrch-ten/ weil derſelbe ſehr gewarſatm ſich helleauß dem Weg zurqumen/ das beſte und ſchleu-

nigſte Mittel waͤre/ jhme mit Gift zu verge

ben. Der Kong lieſſeſich leicht bereden/ und egabe ihnen ſelbſten die Commission dienVorſchlag zu vollſtrecken: als dieſelbigen 5ber die Sach nicht recht angegriffen/ geſtar lten es ihnen/ zu ihrem Zweck zu kommendrey oder viermal gefehlet/ bekame endenchen des Mirgimola Sohn darvon Lufft( eund thate ſolches ohnverzogenlich feilen ffVatter zu wiſſen: man hat nicht eig,lich erfahren koͤnnen/ was für einen 5 0fehl der Vatter hierauf gegeben; aber 5Sohn/ ſo bald er von demſelben Antwort 0kommen/ gienge er zum Konig mit we 1er unerſchrocken redte/ und fine Batter de,

dieſen Lon,