id Stuck ⸗Gieſſer ware/ wurde er zu dieſerStell ernant. Nachdem nun der Nabah Gan-dicot erobert/ und dieſen Ort mit Geſchütz/ ſſonſten ſehr ſchwarlich darauf zu bringenware/ verſehen wolte/ thate er dem Mailleden Vorſchlag/ wanſig Stuck/ nemlichen ze-en für acht und viertzig und zehen für vieraud zwanzig pfündige Kugeln/ zu gieſſen/welches daaiſle zu chun underftanden. Zu dem
Ende wurde von allen Orten Kupfer zuge-ſchaft/ und der Nabab lieſſe eine groſſe AnzahlBoten/ ſo auß den Templen/ da ſein Herꝛ
de, ſorbey marſchient/ genommen worden/ zu-eh 0 en tragen. Zu Gandicot iſt ein Pagode o-dane del Tempel/ ſo vor einen der Vornemſten indeen gn. Dindien gehalten wird/ in deme viel Bilder/renerliche von Gold/ andere Silbern/ und
e. Ine
under der Zal dieſer Bilder/ ſechs von Kupfer/N drey auf den Fer ſen ſitzend/ und die anuͤken drey ohngefehr zehen Schuh hoch wa-ze Nachdeme Malle alles zu dem ſehmeltzen/leſer Metallen und Bildern/ ſo von vielenOrten hergenommen worden zubereitet hatte/wurde er auch mit dem Schmeltzen fertig/ bißan die ſechs obbemelten groſſen Kupfer Bilderes berühmten Tempels zu Gandicot, welchezu ſchmeltzen ihne unmoͤglich fielen. Wasglich von dem Nabab darauf gewendet/ undobſchon von jhme den Prieſtern des Pagodeoder Tempels/ daß dieſelben dieſe Bilder be-zaubert hatten/ gedroͤwet worden. In Sum-ma Maille konte niemalen zum Zweck kom-muen/ ein Stuck zu gieſſen/ dann einmal wareie Arbeit geſpalten/ das andere mal nur halbund alſo quittierteer das angefangene Werck/
nd giemit auch dem Nabab ferner zu dienen.
0 Den 14. waren wir in des Nababs Zelte/aon demſelben unſern Abſcheid zu nehmen/ und
zu wiſſen was er auf die hme gewieſene Waarbe f gen härte. Aber man ſagte uns/ daß erea ot were viel Ubelthater/ die für ihnefie uhret worden/ zu exdninieren/ und auf derlte abzuſtraffen. Die Gewonheit in deimſel-
0N h 0e aae.
0 Land ist einen Mienſchen zicht lang gefar-delubalten; ſondern ſo bald der Schuldige
geo wird berſelbe examimiert/ das Urtheilden lochen/ und ohn Verzug vollſtreckt Wanndiger geiffene unschuldig/ wird er alſobald le-0 ant/ und 10 welche Weiſe die Sache5 affen wird feſbe ſchleunig außgemacht.gen das vernahmen wir/ daß denselben gan-wel degſchwerlich zu dem Nabab zu kommenüber dorſelbe ſich hinab in die Ebne begeben/ undrun 5 gröſten Theil ſeines Heers Muſte-fand halten ſolke. Nichts deſto weniger be-10 b uns auf den Abend bey ſeiner Zel-ich 8 nachdem namlich Hr. du Jardin undbed. 925 Pferden abgeſtiegen/ begruſten wirler fü fahle er uns den folgenden Tag in al-Ihe wiederum zu jhme zu kommen.n cem nach wir nicht ermanglet/ den 50 0» Morgens den Nabab zu beſuchen/daceſſ 1 ihme angezeigt wurde/ daß wirdlddg er waren/ lieſſe er uns in ſeine gelte/kopen ben een ſeiner Secretarien ſaſſteil 0 e Lands/ da man. Theil.
Erſtes Buch.
und man/ wie in
alles voll Brieff. Er
und lieſſe durch ſeine rardie Antwort ſtellen/ und er ſelbſten heantwor-
77s Strümpf ingehet/ weilen aller Orten/ daguf Teppiche getreten wird/ind man/ wie in Lureley/ unſern Schneiderngleich ſitzet hatte der Nabab zwiſchen ſeinenZehen und den Fingern ſeiner
mit nackenden Fuſſen und ohne Strden Schuhenman eingehet/
zwwren Seererari darauf
5
den Zehen, bald zwiſchen den Fingern herguß
kele auch etliche derſelben. Nachdem die Secre-täril bie Schreiben verfertigt/ müſſen ſte ſoleheleſen alsdann nahme er die Briefe/ und trucktedau alu ſelbſten ſein Pittſchaft/ dieſelbe herngchtheils Fußgängern/ theils Reitenden überliefe-reid. Worhey dann zu mercken/ daß in Indienalle Schreiben/ ſo von den Königen/ Feld-Herren/ und Landſchafts⸗Verwaltern/ durch
a lincken Handzuge deren jetzt zwiſchen
Fußgänger verſchickt werden/ viel ſchleuni⸗ 6 been0 Fuß gehgeſchwinder
ger als durchreitende Botten fortkommen.Die Urſach iſt/ daß aller Orten auf den
al
6 die zu
Straſſen nach zwey Meil Wegs kleine Huüt⸗ Pferd.
ten/ da zween oder drey Mann zulauffen be-ſoldet/ ſich aufhalten/ und ſo bald der Brief-Trager daſelbſten ankommen/ wirft er dasSchreiben den andern dar/ deren einer alſo-
bald ſolches mimt und damit fortlauſfen thut.
Sie halten für ein boßes Zeichen dem Bot-ten/ die Schreiben in die bſondern er muß demſelben ſolche zu Fuſſenwerfen! damit dieſer die Brieffe auf hebe.Noch iſt auch z idien der mehrere Theil der Straſſen mit Bau-men/ beiderſeits einem Spatziergang gleich/ be-ſetzt/ und wo keine Baumenoch fünfhundert Schritt kleine HauffenSteine/ ſo die Einwohner der nachſten Doͤrf-fern/ von einer Zeit zur anderen weiß anzu-treichen/ verbunden/ damit die Botten auch
Hand zu liefern/
u mercken/ daß in gantz In⸗ In ganz In.dien ſeynd
die Straſſen
V meſſten-ſehnd/ allemal Pau
aͤumen/ ei-
nem Spa-
ergangeich beſetzt·
ziHleich beſetzt.
bey der finſteren Nacht und Regenwetters
Zeit den Weg erkennen moͤgen. Alldierdei-len wir bey dem Nabab waren/ wurde jhmeangezeigt/ daß vier Ubelthater/ ſo man dar-geführt/ vor ſeiner Zelte waren. Er wareeine halbe Stunde/ ohne hierauf Antwort zugeben/ beſtandig ſchreibend/ und ſeine Secre-tarii ſchreiben laſſend; aber endlichen eins-mals befahle er daß man dieſe Ubelthaterfür jhn bringen ſolte/ und nachdeme er die-ſelben befragt/ und auß jhrem Munde dasVerbrechen/ darum ſie angeklagt worden/bekennen gemacht/ bliebe derſelbe noch beyeiner Stund/ ohne einigen Beſcheid zu er-theilen/ beſtandig in Schreiben/ wie auchſeine Secretarif fortfahrend. Underdeſſenkamen in die Zelte viel Haubtleute ſeinesHeers/ jhme mit groſſer Demut /Chrerbie-tung zu erzeigen/ denen er allein mit Haubt-neigen begegnete. Under dieſen vier Udelkha-
tern/ die für ihne geführet wurden/ wareei-
ner/ welcher in ein Hauß eingebrochen/ undeine Mutter ſarnt jhren drey Kindernumgebracht/ der ſelbe ware auf der ſtatt ver-urtheilet/ daß jhhauen/ und er auf ein Feld neben der Land-ſtraſſen/ um dafelhſten ſein Leben zu enden/8 ge-
ne Hand und Fuß abge-