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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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77
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id Stuck ⸗Gieſſer ware/ wurde er zu dieſerStell ernant. Nachdem nun der Nabah Gan-dicot erobert/ und dieſen Ort mit Geſchütz/ ſſonſten ſehr ſchwarlich darauf zu bringenware/ verſehen wolte/ thate er dem Mailleden Vorſchlag/ wanſig Stuck/ nemlichen ze-en für acht und viertzig und zehen für vieraud zwanzig pfündige Kugeln/ zu gieſſen/welches daaiſle zu chun underftanden. Zu dem

Ende wurde von allen Orten Kupfer zuge-ſchaft/ und der Nabab lieſſe eine groſſe AnzahlBoten/ ſo auß den Templen/ da ſein Herꝛ

de, ſorbey marſchient/ genommen worden/ zu-eh 0 en tragen. Zu Gandicot iſt ein Pagode o-dane del Tempel/ ſo vor einen der Vornemſten indeen gn. Dindien gehalten wird/ in deme viel Bilder/renerliche von Gold/ andere Silbern/ und

e. Ine

under der Zal dieſer Bilder/ ſechs von Kupfer/N drey auf den Fer ſen ſitzend/ und die anuͤken drey ohngefehr zehen Schuh hoch wa-ze Nachdeme Malle alles zu dem ſehmeltzen/leſer Metallen und Bildern/ ſo von vielenOrten hergenommen worden zubereitet hatte/wurde er auch mit dem Schmeltzen fertig/ bißan die ſechs obbemelten groſſen Kupfer Bilderes berühmten Tempels zu Gandicot, welchezu ſchmeltzen ihne unmoͤglich fielen. Wasglich von dem Nabab darauf gewendet/ undobſchon von jhme den Prieſtern des Pagodeoder Tempels/ daß dieſelben dieſe Bilder be-zaubert hatten/ gedroͤwet worden. In Sum-ma Maille konte niemalen zum Zweck kom-muen/ ein Stuck zu gieſſen/ dann einmal wareie Arbeit geſpalten/ das andere mal nur halbund alſo quittierteer das angefangene Werck/

nd giemit auch dem Nabab ferner zu dienen.

0 Den 14. waren wir in des Nababs Zelte/aon demſelben unſern Abſcheid zu nehmen/ und

zu wiſſen was er auf die hme gewieſene Waarbe f gen härte. Aber man ſagte uns/ daß erea ot were viel Ubelthater/ die für ihnefie uhret worden/ zu exdninieren/ und auf derlte abzuſtraffen. Die Gewonheit in deimſel-

0N h 0e aae.

0 Land ist einen Mienſchen zicht lang gefar-delubalten; ſondern ſo bald der Schuldige

geo wird berſelbe examimiert/ das Urtheilden lochen/ und ohn Verzug vollſtreckt Wanndiger geiffene unschuldig/ wird er alſobald le-0 ant/ und 10 welche Weiſe die Sache5 affen wird feſbe ſchleunig außgemacht.gen das vernahmen wir/ daß denselben gan-wel degſchwerlich zu dem Nabab zu kommenüber dorſelbe ſich hinab in die Ebne begeben/ undrun 5 gröſten Theil ſeines Heers Muſte-fand halten ſolke. Nichts deſto weniger be-10 b uns auf den Abend bey ſeiner Zel-ich 8 nachdem namlich Hr. du Jardin undbed. 925 Pferden abgeſtiegen/ begruſten wirler fahle er uns den folgenden Tag in al-Ihe wiederum zu jhme zu kommen.n cem nach wir nicht ermanglet/ den 50 0» Morgens den Nabab zu beſuchen/daceſſ 1 ihme angezeigt wurde/ daß wirdlddg er waren/ lieſſe er uns in ſeine gelte/kopen ben een ſeiner Secretarien ſaſſteil 0 e Lands/ da man. Theil.

Erſtes Buch.

und man/ wie in

alles voll Brieff. Er

und lieſſe durch ſeine rardie Antwort ſtellen/ und er ſelbſten heantwor-

77s Strümpf ingehet/ weilen aller Orten/ daguf Teppiche getreten wird/ind man/ wie in Lureley/ unſern Schneiderngleich ſitzet hatte der Nabab zwiſchen ſeinenZehen und den Fingern ſeiner

mit nackenden Fuſſen und ohne Strden Schuhenman eingehet/

zwwren Seererari darauf

5

den Zehen, bald zwiſchen den Fingern herguß

kele auch etliche derſelben. Nachdem die Secre-täril bie Schreiben verfertigt/ müſſen ſte ſoleheleſen alsdann nahme er die Briefe/ und trucktedau alu ſelbſten ſein Pittſchaft/ dieſelbe herngchtheils Fußgängern/ theils Reitenden überliefe-reid. Worhey dann zu mercken/ daß in Indienalle Schreiben/ ſo von den Königen/ Feld-Herren/ und Landſchafts⸗Verwaltern/ durch

a lincken Handzuge deren jetzt zwiſchen

Fußgänger verſchickt werden/ viel ſchleuni⸗ 6 been0 Fuß gehgeſchwinder

ger als durchreitende Botten fortkommen.Die Urſach iſt/ daß aller Orten auf den

al

6 die zu

Straſſen nach zwey Meil Wegs kleine Huüt⸗ Pferd.

ten/ da zween oder drey Mann zulauffen be-ſoldet/ ſich aufhalten/ und ſo bald der Brief-Trager daſelbſten ankommen/ wirft er dasSchreiben den andern dar/ deren einer alſo-

bald ſolches mimt und damit fortlauſfen thut.

Sie halten für ein boßes Zeichen dem Bot-ten/ die Schreiben in die bſondern er muß demſelben ſolche zu Fuſſenwerfen! damit dieſer die Brieffe auf hebe.Noch iſt auch z idien der mehrere Theil der Straſſen mit Bau-men/ beiderſeits einem Spatziergang gleich/ be-ſetzt/ und wo keine Baumenoch fünfhundert Schritt kleine HauffenSteine/ ſo die Einwohner der nachſten Doͤrf-fern/ von einer Zeit zur anderen weiß anzu-treichen/ verbunden/ damit die Botten auch

Hand zu liefern/

u mercken/ daß in gantz In⸗ In ganz In.dien ſeynd

die Straſſen

V meſſten-ſehnd/ allemal Pau

aͤumen/ ei-

nem Spa-

ergangeich beſetzt·

ziHleich beſetzt.

bey der finſteren Nacht und Regenwetters

Zeit den Weg erkennen moͤgen. Alldierdei-len wir bey dem Nabab waren/ wurde jhmeangezeigt/ daß vier Ubelthater/ ſo man dar-geführt/ vor ſeiner Zelte waren. Er wareeine halbe Stunde/ ohne hierauf Antwort zugeben/ beſtandig ſchreibend/ und ſeine Secre-tarii ſchreiben laſſend; aber endlichen eins-mals befahle er daß man dieſe Ubelthaterfür jhn bringen ſolte/ und nachdeme er die-ſelben befragt/ und auß jhrem Munde dasVerbrechen/ darum ſie angeklagt worden/bekennen gemacht/ bliebe derſelbe noch beyeiner Stund/ ohne einigen Beſcheid zu er-theilen/ beſtandig in Schreiben/ wie auchſeine Secretarif fortfahrend. Underdeſſenkamen in die Zelte viel Haubtleute ſeinesHeers/ jhme mit groſſer Demut /Chrerbie-tung zu erzeigen/ denen er allein mit Haubt-neigen begegnete. Under dieſen vier Udelkha-

tern/ die für ihne geführet wurden/ wareei-

ner/ welcher in ein Hauß eingebrochen/ undeine Mutter ſarnt jhren drey Kindernumgebracht/ der ſelbe ware auf der ſtatt ver-urtheilet/ daß jhhauen/ und er auf ein Feld neben der Land-ſtraſſen/ um dafelhſten ſein Leben zu enden/8 ge-

ne Hand und Fuß abge-