78geworfen werden ſolte. Ein anderer hatteauf der Landſtraſſen geraubet/ deme wur-
de auf Befehl des Nabab den Leib aufgeſchmit-
ken/ und hernach in eine Miſtgrube geworfen.Was der Zween andern 5 n warhabe ich eigentlich nicht vernehmen koͤnnen; g-ber beede wurden enthaubtet. In deme dieſesAles ſich zutruge/ ware das Mittag Eſſen dar-gebracht(dann gewonlich der Nabab um 10.Uhr ſpeiſeke) und alſo muſten wir der Partheyſeyn wie der Sotra aufgehoben/ lieſſen wir dengroſten Theil der Herxen/ welche auch mit demNabab geſpeiſet/ Abſcheid nehmen/ alſo daßnur noch ztvo oder drey Perſonen bey jhme ge-blieben/ und darauf durch den Dollmetſchenvondenſelben vernehmen/ ob er uns etroas zubefehlen haͤtte/ und ob er rathſarm hielt/ daß wirunſere Waar dem Konig weiſen ſolten. SeineAntwort war/ daß wir nach Golconda unsbegeben/ und daſelbſten bey ſeinem Sohn/ de-me er fuͤr uns zu gutem ſchreiben wolte/ unddas Schreiben vor unſerer Ankunft dorten
ſeyn wurde/ anmelden konten. Er befahle zu-
gleich 16. Neutern zu unſerem Geleit/ und daßuns auf dem Wege/ was wir nohtig/ verſchgwurde/ biß an einen Fluß tz. Meil von Gandi-
cot, da niemand ohne Pas port von dem Na-
ten/ ůbergelaſſen wurde.
Von dem Weg von Gandicot nach Gol-HieEn 16. Morgens früh/ reiſeten wir vonGandicot ab/ von dem mehrentheil8 der Conſtablen/ die viel Speiſe mit
Des Autors ſich nahmen/ biß in das Nachtlaͤger zu CoreSeien pal ſo, Meil Wegs/ begleiter.nach Gol. Den 16. nachdem wir mit den Buͤchſen-conds:. tmeeiſtern/ die wieder nach Gandicot kehreten/
e ritten wir unſers Wegs/ nebenden 16. Reutern von dem Nabab uns zugeben/fort/ und kamen nach einem Strich von 6.Mei-len in ein Dorff/ genennt Coteen, jenſeit des
Fluſſes/ der diß malen ſehr groß ware/ zu uͤber-
bab, damit die Soldaten nicht durchgehen kon-
,
nachten. So bald wir uber das Waſſer ge-
weſen/ nahmen die 16. Reuter von uns Ab-
ſcheid/ und obſchon wir dem Fürnehmſten un-
der denſelben/ Gelt fuͤr Taback und betle an-geboten/ koͤnten wir jhne doch nicht bewegen/etwas anzunehmen. Die Schiffe/ in denenman über dieſen Fluß fahret/ ſeynd wie groſſeKörbe von Weyden/ auſſen mit Ochſen⸗Pau-ten uber zogen/ auf den Boden werden etlicheBuürden Holtz oder Wellen gelegt/ und auf
dieſelben Teppich gebreitet/ um darauf die Ba-
gage und Waaren/ ſolche vor Netzung zu ver-
wahren/ zu legen. Was die Kütſchen und
darren anbelangen thut/ bindet man dieſelbenbey der Deichſel und den Nadern/ zwiſchenpiecedurchſchwinnnen/ voneinem Mann mit einerGef von hunde ee eee
in dein Schiff die Halfteren haltend. Die
Ochſen/ welche nach des Lands Gewonheit/
erbrechen ware/ ier Man eneund mit Schauffeln ruderend; ſo bald eine“
oͤrben/ aber die Pferde müſſen
getrieben/ und ein anderer
Reisbeſchreibung in Indien/
den Bagage tragen/ ſo bald dieſelben an dizUfer des Wafre und acheladen werden ſiehinein getrieben/ und alsdann ſchwimmen ſie
ſelbſten hinber. In dem Korb oder Schi
ſeynd vier Mann/ in jedem Ecke einer ſtehend-deren/ dem andern zugleich zu rudern fehlet/
treibet das Schiff drey oder viermal herumund wird von dem Waſſer weit für den Ort/
da ſolches anlenden ſollen/ hinunder getriehen
Den 18. kamen wir nach fünfſtündiger
„ Dem i. nach 9. Weil Wegs/ zu Sante
ſela zu übernachten.
„Det 20, ritten wir auch 9. Heil Wegs
biß nach Zoremeda in das Nachtläger.
Dien af. als wir 6. Stund zugebracht
blieben wir die Pacht zu Kaman, das warkvor Eroberung des Koͤnigreichs Carnaticavon Mirgimola, wie in vorhergehendem Ca-pitul gemeldet/ beſchehen/ eine Grantz⸗Stadtdes Königreichs Golconda.Den 22. übernachteten wir zu Emelipata-
biß dahin von obbemeldter Stadt J Meilen M
ohngefehr halb Wegs/ begegneten uns mehrals oo. beides Mann und Weibsperſonen/ 5und mehr als zwantzig Palleleis, jeder mit eis e wnem Bild/ mit güldenem Grocatel und Saum fütmet/ mit Gold und ſilbernen Franzen gezieret/theils von 4. theils von d. und andere von 12Mann/ nachdem die Bilder groß und ſchwergetragen/ beederſeits des Palle kis, gienge einMann mit einem runden Weyhwadel/ ohn-gefehr fünf Schuh diametral/ von ſchoͤnenStrauſſen⸗ und Pfauen⸗Federn/ underſchied-licher Farben/ gemacht. Der Stihl dieſes-Weyhwadels ware oder 6. Schuh lang onGold und Silber/ ohngefehr eines Frantolt-ſchen Thalers dick/ Uberzogen; ein jeder erwielk
ſich geſchaftig dieſe Wephtwadel zu haben ur
dem Bilde mit Weyhen zu dienen/ und zu vek-hindern/ daß die Mucken ſieh nicht auf de.Angeſicht ſetzten. Ein anderer Weyhwade. 4oder Sormenſchein/ ſo ein wenig groͤſſer ſch 15
ne/ und der kein Stihl hatte/ trugen ſie wie 1 7nen runden Schilt: der ware mit underſchiennlicher Farben Federn geziehret/ und rund hell 5mit gold ⸗ und ſilbernen Schallen behangekDer jenige/ welcher einen dieſer Schirm! 15ge/ gienge beſtaͤndig nahend dem Pallekis außder Seiten dahin die Sonne kam/ um d 165Bilde Schatten zu machen; dann die Dihang des Pallekis zuzuziehen/ ware demzu warm geweſen/ und der Trager ſol-Schilds oder Sonnenſcheines/ ſchüttelte 155chen oft die Schallenklingend u machen, he-mit hierdurch das Bild zur Frolichkeit e,wegt wurde. Alle dieſe Leute mit ihren 1 1dernoder Göttern/ kamen von Brampouf afumligenden Orten/ und giengen ihrengree,Ram, Ram, das iſt/ ihren groſſen Got gandcher in einem Pagode oder Tempel in geſhchendes Koͤnigs von Carnatica iſt/ zu bacgeg/ fdieselben waren bereits 30 Dag auf dec kom,und hatten noch biß zu dieſem Tempel nen
und ſie mit einandern nicht überein konunenn
5
dieſes