Das An
Das IV. Capitel.Von Dera-cha Flucht in die KönigreicheScimdi und Gouzerate, und deſſen zwey-a ten Treffens wider Aureng- zeb, auch55 er gefangen und enthaubtet wor-
g Y Achdeme Dara: cha auf den Raht des
ge„
Koͤnigs ſeines Vattern/ in Eyl einen
Theil des in der Veſtung Agra ſich be-findenden baaren Gelts/ weggenommen/ undin das Königreich Lahor ſich begeben/ verhoff-
teer in kurtzem eine zweyte Armee wider ſeinen ſuch
beider Aureng· zeb zu ziehen/ zuſamen zuringen. Deſſelben getreueſte Diener undreunde/ hatten jhne in ſeinem Ungluüͤck jeder-
lit begleitet/ und ſein alteſter Sohn Solimanekour ware neben dem Raja Roup in ſeinerNersſchafft Volck zu werben/ fünff Millionen1 dupies, welches unſerer Frantzoſiſchen Wäh-dug ſieben Millionen und fuͤnff hundert kau-end Fraucken ſeynd/ mit ſich habend/ um de-o eher Soldaten zu bekommen. Aber aufeſe namhaffte Summa Gelts/ hatte alſo-9155 Raja-Roup ein Aug/ und nachdeme ereſſen durch eine ſchandliche Verraͤhterey ſichemaͤchtigte/ flohe Soliman Chekour, be-
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ſbrchtend/ es mochte auch ihne ſelbſten gelten/
in Eyl in das Königreich Sireneguer, underen Schutz des Raja Nackti-Rani, welcherb nſelben durch eine noch ſchandlichere Ver-fte bald hernach dem Aureng · zeb lief-
Ne Als Dara-cha vbon dieser Verzaihterey desale bone Zeitung bekommen und ſahedaß2 leine Freunde ihne verlieſſen/ um Aureng-Lahe key anzunehmen, kegabe er ſich vonehe hinweg/ in das Königreich Scimcli zu-lleſſ. Vor ſeiner Abreiſe auß der Veſtungden er alles Gelt und Kleinodien/ die ſich inum wech befunden/ auf das Waſſer laden/werd it gutem Geleit nach Baker geführet zuen den/ alda er der Veſtung/ welche in mit-00 aum G Fluſſes Indus ligt/ ſich bemaͤchtiget/1 übernatorn/ und Verwahrung dieſes5 getrel hums/ einen Verſchnitkenen der ihmeohkeweb ee neben 600. Soldaten und allerrung endigen Munition/ um eine Belägedem gußzühatten geſetet; und darauf nachlasen„ da er viel grobes Geſchütz hin-Land Fü fortgegangen. Er reiſcte in denN me tre s Raja bon Kachnagana, welcher jh-70 thalſdbe Verheiſſungen/ aber vhne Werck/Sdzerate drauf kame er in das Königreichgroßem Ke und wurde von dem Volck mitund C Jrolocken/ als rechtmafſiger König/chelkeſen ebene Erbe, empfangen. Erer-fender geen Defehl in allen Städten/ und in-korn 0 in Suxate, alda er einen Guberna-515 ung b 1 aber der Gubernator in derche daßnich 115 geſetzt worden/ wolte ſich Dara- chadeerwerffen. Sondern proteſtierte
der Buch.
Raja, und von Morar-Bak-
93daß er den Ort niemand/ wer der auch ware/
ohne expreſſen Befehl von Morat-Bakche,
übergeben wolte/ und wie derſelbe bey dieſemEntſchluß veſte bliebe/ wurde er richtig in derVeſtung gelaſſen/ und verurſachete hinwie-derum auch dem Gubernatorn der Stadt kei-ne Unruhe. 1 55Para- cha bekame inzwiſchen zu Amada-bat Bericht/ daß Jeſſomſeing einer der maͤch-tigſten Rajas in gantz Indien/ von Aureng-zeb ſich getrennet/ und zu jhme zu ſchlagen be-gehrte. Er wurde auch von ermeldtem Ra-ja, mit ſeinem Heer/ welches nicht ſtarck/ undwie er zu Amadabat ankame/ ohngefaͤhr in 30.tauſend Mann allein beſtunde/ fortzueilen er-ucht. Dara- cha der ſeinen Worten traute/folgte dieſem Naht/ und kame nach Emir, denOrt des Sammel⸗ Platzes/ verhoffend den-ſelben alda anzutreffen. Aber Joſſomſeing,welcher von Raja Jeſſeing der maͤchtiger/ alser/ gaͤntzlich auf Seiten Aureng· zebs war/ be-funde ſich nicht dieſen Tag ſeines Verſpre-chens zu Emir, und kame erſt da er mit Maniernicht laͤnger außbleiben koͤnte/ Vorhabens
dieſen elenden Furſten zu verxahten. Als bee che
der Bruder Heer einander gegenwartig wa-ren/ geriehte es zu einem ernſtlichen Treffen/welches drey Tag lang gewahret. Aber dadas Gefecht in dem ſchaͤrffſten/ wendete ſichJeſſoniſeing durch eine offentliche Treuloſig-keit/ auf Aureng· zebs Seite/ welches des Da-ra- cha Soldaten ſehend/ den Muht verluh-ren und flohen. Beederſeits ware viel Blutsvergoſſen; Chanavas-kan Aureng- zebs
fSchwaher⸗Vatter/ bliebe auf dem Platz undbeederſeits 8. oder 9. tauſend Mann/ der Ver-
wundeten/ ſo in groſſer Anzahl/ zu geſchweigen.Als nun Dara- cha ſich nicht wiederum erho-len konte/ und jhme das Gluck in allem ſeinemVornehmen alſo widerwaͤrtig ware/ um derFeinden Hande zu entrinnen/ flohe er ſamt ſei-nen Weibern/ etlichen ſeiner Kindern/ und ge-
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Ales Ver-
ScharffesTreffen ziwi-8800 beyden
ndern.
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Daxa-cheFlucht.
treueſten Dienern/ in einem erbarmlichen Auf?
zug davon. Wie derſelbe Amadabat nahete/bewieſe Herz Bernier ein Frantzöſiſcher Do-
ctor der Artzney/ der nach Agra den Hof des
Groſſen Mogols zu beſuchen/ reiſete/ und der
bey der gantzen Welt/ beydes durch Wuͤr-
digkeit ſeiner./ und treftiche Beſchrei-bungen ſeiner Reiſen/ ſich bekant gemacht/ ei-ner deſſen Weibern/ welehe an dem Schenckelvon einem Rohtlauff angegriffen ware/ nicht
geringe Huͤlffe. Nachdem Dara: clia vernom-
men/ daß in der nahe ein geſchickter Artzt außEuropa ſich befunde/ lieſſe denſelben alſobaldabholen/ und Herz Bernier kame ohne Ver-zug zu jhme in ſeine Zelte/ da demſelben dieſesWeib und der Schaden gezeigt winde/ deren
er Mittel und geſchwinde Milterung ſchaffte.
Dieſer armſelige Füͤrſt von HerꝛnBernier alſo
wol bedienet und begnügt/ erſuchte denſelben
inſtandig/ in ſeinen Dienſten zu verbleiben;
welches Anerbieten er wol hatte annehmen koͤn-nen/ wam Dara · cha nicht eben dieſelbige Nacht
Byttſchafft empfangen/ daß der Gubernator/
welchen er zu Amadabat beſtellt/ ſeine Qugr-tiermeiſter