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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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93
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Das An

Das IV. Capitel.Von Dera-cha Flucht in die KönigreicheScimdi und Gouzerate, und deſſen zwey-a ten Treffens wider Aureng- zeb, auch55 er gefangen und enthaubtet wor-

g Y Achdeme Dara: cha auf den Raht des

ge

Koͤnigs ſeines Vattern/ in Eyl einen

Theil des in der Veſtung Agra ſich be-findenden baaren Gelts/ weggenommen/ undin das Königreich Lahor ſich begeben/ verhoff-

teer in kurtzem eine zweyte Armee wider ſeinen ſuch

beider Aureng· zeb zu ziehen/ zuſamen zuringen. Deſſelben getreueſte Diener undreunde/ hatten jhne in ſeinem Ungluüͤck jeder-

lit begleitet/ und ſein alteſter Sohn Solimanekour ware neben dem Raja Roup in ſeinerNersſchafft Volck zu werben/ fünff Millionen1 dupies, welches unſerer Frantzoſiſchen Wäh-dug ſieben Millionen und fuͤnff hundert kau-end Fraucken ſeynd/ mit ſich habend/ um de-o eher Soldaten zu bekommen. Aber aufeſe namhaffte Summa Gelts/ hatte alſo-9155 Raja-Roup ein Aug/ und nachdeme ereſſen durch eine ſchandliche Verraͤhterey ſichemaͤchtigte/ flohe Soliman Chekour, be-

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ſbrchtend/ es mochte auch ihne ſelbſten gelten/

in Eyl in das Königreich Sireneguer, underen Schutz des Raja Nackti-Rani, welcherb nſelben durch eine noch ſchandlichere Ver-fte bald hernach dem Aureng · zeb lief-

Ne Als Dara-cha vbon dieser Verzaihterey desale bone Zeitung bekommen und ſahedaß2 leine Freunde ihne verlieſſen/ um Aureng-Lahe key anzunehmen, kegabe er ſich vonehe hinweg/ in das Königreich Scimcli zu-lleſſ. Vor ſeiner Abreiſe auß der Veſtungden er alles Gelt und Kleinodien/ die ſich inum wech befunden/ auf das Waſſer laden/werd it gutem Geleit nach Baker geführet zuen den/ alda er der Veſtung/ welche in mit-00 aum G Fluſſes Indus ligt/ ſich bemaͤchtiget/1 übernatorn/ und Verwahrung dieſes5 getrel hums/ einen Verſchnitkenen der ihmeohkeweb ee neben 600. Soldaten und allerrung endigen Munition/ um eine Belägedem gußzühatten geſetet; und darauf nachlasen da er viel grobes Geſchütz hin-Land fortgegangen. Er reiſcte in denN me tre s Raja bon Kachnagana, welcher jh-70 thalſdbe Verheiſſungen/ aber vhne Werck/Sdzerate drauf kame er in das Königreichgroßem Ke und wurde von dem Volck mitund C Jrolocken/ als rechtmafſiger König/chelkeſen ebene Erbe, empfangen. Erer-fender geen Defehl in allen Städten/ und in-korn 0 in Suxate, alda er einen Guberna-515 ung b 1 aber der Gubernator in derche daßnich 115 geſetzt worden/ wolte ſich Dara- chadeerwerffen. Sondern proteſtierte

der Buch.

Raja, und von Morar-Bak-

93daß er den Ort niemand/ wer der auch ware/

ohne expreſſen Befehl von Morat-Bakche,

übergeben wolte/ und wie derſelbe bey dieſemEntſchluß veſte bliebe/ wurde er richtig in derVeſtung gelaſſen/ und verurſachete hinwie-derum auch dem Gubernatorn der Stadt kei-ne Unruhe. 1 55Para- cha bekame inzwiſchen zu Amada-bat Bericht/ daß Jeſſomſeing einer der maͤch-tigſten Rajas in gantz Indien/ von Aureng-zeb ſich getrennet/ und zu jhme zu ſchlagen be-gehrte. Er wurde auch von ermeldtem Ra-ja, mit ſeinem Heer/ welches nicht ſtarck/ undwie er zu Amadabat ankame/ ohngefaͤhr in 30.tauſend Mann allein beſtunde/ fortzueilen er-ucht. Dara- cha der ſeinen Worten traute/folgte dieſem Naht/ und kame nach Emir, denOrt des Sammel⸗ Platzes/ verhoffend den-ſelben alda anzutreffen. Aber Joſſomſeing,welcher von Raja Jeſſeing der maͤchtiger/ alser/ gaͤntzlich auf Seiten Aureng· zebs war/ be-funde ſich nicht dieſen Tag ſeines Verſpre-chens zu Emir, und kame erſt da er mit Maniernicht laͤnger außbleiben koͤnte/ Vorhabens

dieſen elenden Furſten zu verxahten. Als bee che

der Bruder Heer einander gegenwartig wa-ren/ geriehte es zu einem ernſtlichen Treffen/welches drey Tag lang gewahret. Aber dadas Gefecht in dem ſchaͤrffſten/ wendete ſichJeſſoniſeing durch eine offentliche Treuloſig-keit/ auf Aureng· zebs Seite/ welches des Da-ra- cha Soldaten ſehend/ den Muht verluh-ren und flohen. Beederſeits ware viel Blutsvergoſſen; Chanavas-kan Aureng- zebs

fSchwaher⸗Vatter/ bliebe auf dem Platz undbeederſeits 8. oder 9. tauſend Mann/ der Ver-

wundeten/ ſo in groſſer Anzahl/ zu geſchweigen.Als nun Dara- cha ſich nicht wiederum erho-len konte/ und jhme das Gluck in allem ſeinemVornehmen alſo widerwaͤrtig ware/ um derFeinden Hande zu entrinnen/ flohe er ſamt ſei-nen Weibern/ etlichen ſeiner Kindern/ und ge-

N

Ales Ver-

ScharffesTreffen ziwi-8800 beyden

ndern.

1

Daxa-cheFlucht.

treueſten Dienern/ in einem erbarmlichen Auf?

zug davon. Wie derſelbe Amadabat nahete/bewieſe Herz Bernier ein Frantzöſiſcher Do-

ctor der Artzney/ der nach Agra den Hof des

Groſſen Mogols zu beſuchen/ reiſete/ und der

bey der gantzen Welt/ beydes durch Wuͤr-

digkeit ſeiner./ und treftiche Beſchrei-bungen ſeiner Reiſen/ ſich bekant gemacht/ ei-ner deſſen Weibern/ welehe an dem Schenckelvon einem Rohtlauff angegriffen ware/ nicht

geringe Huͤlffe. Nachdem Dara: clia vernom-

men/ daß in der nahe ein geſchickter Artzt außEuropa ſich befunde/ lieſſe denſelben alſobaldabholen/ und Herz Bernier kame ohne Ver-zug zu jhme in ſeine Zelte/ da demſelben dieſesWeib und der Schaden gezeigt winde/ deren

er Mittel und geſchwinde Milterung ſchaffte.

Dieſer armſelige Füͤrſt von HerꝛnBernier alſo

wol bedienet und begnügt/ erſuchte denſelben

inſtandig/ in ſeinen Dienſten zu verbleiben;

welches Anerbieten er wol hatte annehmen koͤn-nen/ wam Dara · cha nicht eben dieſelbige Nacht

Byttſchafft empfangen/ daß der Gubernator/

welchen er zu Amadabat beſtellt/ ſeine Qugr-tiermeiſter