Das Ander Buch.
N„Hernach folgen etliche ſonderbare An-
6 8 Ochckungen von dem gememen Laque, Zucker/Nh n. pium, Taback und Cafe. 9 5
chm„Gummi laque komt mehrentheils auß be-
fcb. o Fu, jedoch auch auß dem Königreich Bengala,
und dieſer iſt auf dem Ort themner/ dieweilen
die Einwohner des Lands ſich deſſen bedienen/
leſchone Scharlachfarb/ ſo ſie alle ihre Lein-
zu farben und zu mahlen brauchen/ dar-
aß zuziehen; Nichts deſtoweniger führen die
Hollander deſſen viel in Perſten/ alda eben
duch dieſe Farb/ ſo die Perſianer zum farben
denen darvon gemacht wird. Was nach-
deim die Farb darauß gezogen/ übrig/ iſt fur an-
ers nichts dienlich/ als die Drechsler Arbeit/
eren ſie groſſe Liebhaber ſeynd zu ziehren/ und
iegelwachs zumachen; es ſeye nun für eines
er anders/ ſo kan man von Farben/ welche
kalle darein miſchen. Der ſo auß Pegu
oimt iſt der wolfeilſte/ ob ſchon gleich fuͤr an-
ere Land dienlich; aber die Urſach warum ſol-
er ringer im Preis iſt/ weilen die Ameiſſen
ſolchen auf der Erden in hauffen/ ſo bistveilen
in groſſe eines Faß/ machen; ſich viel Unrei-
nigkeit darein miſchet. Da hingegen in Ben-
gala das Land/ darauß der Gummi gebracht
wird/ einer Heyde gleich/ voll kleine Baume;
machen die Ameiſſen den Gummi um das En-
de der aſten davon ſolcher ſchoͤn und ſauber auß-
felt/ uñ hiemit auch hoher im: Preiß iſt. Die In-
wohner Pegu bedienen ſich deſſen nicht zu dem
farben/ weilen jhnen die Leinwad gantz gefarbt
von Bengala und Masliparan gebracht wer-
den und ſte ſonſten auch alſo ungeſchliffen/
3 0 1 15 5 einige Kunſte und Wiſſenſchaft
e dete oefleiſſen.
d 10 Es befinden ſich viel Weiber zu Surate,
Wide ſoelche allein das Laque nachdem die Schar-
Farb darauß gezogen/ zu ſaͤubern/ ſich er-
ohren/ ſie geben ſolchem eine Farb wie man
ehrt/ und ein Form in Stanglein dem
f dbenniſchen Siegelwachs gleich. Die Eng-
e reibe und Hollandiſche Compagnien verfüh-
Velber, een jährlich ungefahr 170. Kiſtlein. Die La-
ue in Stanglein geſtehet nicht hoher als 1o.
dee s Pfund. Und gilt in Franckreich 10. ß.le ing/ ob ſchon halb mit Hartz vermiſcht.nen ugelaͤuterter Zucker/ oder Calſonade ge-ich komt ingroſſer Partey auß dem König;3 ch Bengala, und wird damit groſſer Gewerb
uguely, Bat na, Daca und andern Ortenbetrieben. In meiner letſten geiſe in Indien/ai weir hinein in Bengala und bis an die. atze der umliegenden Lande kommen/ undfe er ige on vielen alten Leuten des Lands eineJe ic dag würdige Sache vernommen. Namlichin Gi Zucker/ ſo 20. Jahr auf behalten wird
0 355 verwandlet/ und nicht wol ſchadlichersden. Js ſo geſchwind Wurckung thu/ zu fir-cke been K macdabar wird auch Zucker in Sto-ſchaft 8 daſelbſten haben ſie die Wiſſen-wegen chen vollkomen wol zu lauteren/ deß-wn diese Zu denſelben Königlichen Zucker nent/atme Pfund werke ſeynd gemeinlich 8. in 10.0 pour ſchwär. Der Opium wird von Bram-ein gute Handels⸗Stadt zwiſchen Sura-
Ormus und Balſara alda die Hollander von
3te und Agra gebracht. Die Hollander holenſolchen ab/ und tauſchen dargegen Pfeffer.Taback wächſt auch ſehr viel um Bram- Daſselbſtenpour, und ich habe oft geſehen/ daß viel ſtehen 1geblieben/ weilen deſſen ein groſſer Uberftuß/ back.alſo daß die helfte zu grund gangen. iCaffe wachſt weder in Perſien noch In-dien; nichts deſtoweniger werden etliche In-
dianiſche Schiff deſſen in jhrer Zuruckkunft
von der Mecque einzuladen pflegen/ will ichſolchen alhier under unſern Materialienbegreif-fen. Der vornemſte Handel damit wird zuGroſſe Han
10 1 ſſe komen delMocca unbeladen kommend/ ſo viel ſie konnen Sade des
einladen/ als eine Waar die ſie mit Nutzenverkauffen konnen. Von Ormus wird ſolcherin Perſien und bis in groß Tartarey verfuͤhrt/und von Balſara in Chaldeg/ Arabien nachlaͤngs des Euphrats/ in Meſopotanien undandere Landſchaften der Tuͤrckey; dann in In-dien iſt ſolcher wenig im Gebrauch. Der Caffe
ſo in Arabiſcher Sprach Wein bedeut/ iſt von
einer art Bonen/ welche 8. Tag weit vonMocca gegen der Mecque wächſt/ zubereitet;und iſt der Gebrauch anfangs von einem Ein-ſidler Se-hek. Siadeli genennt/ vor ungefahr120. Jahren erfunden worden; dann vor jh-me hat kein Author weder alt noch neu dar-von geſchrieben. 3
Alle von Agra nach Surate kommendeWaaren geſtehs in Unkoͤſten ſo wol fuͤr Wech-ſel a 5. pro cento, als Packerlohn/ Fracht undWegzoͤll nach jhrer underſchiedlichen Gattungvon 15. in 20. pro cento.
Alles Gold uñ Silber in ſo wol ſtanglein alsgemuntzt ſo indurate gebracht wird/ bezahlt 2.pro cento. Der Kaufmann verſucht wasIhme moͤglich um dieſes Zolls befreyet zu ſeynjedoch wann derſelbe verkundſchaft wird/ iſter doppelt zu bezahlen; aber mehr nicht/ quit.Die Fuͤrſten haben zwar dahin getrachtet daßdie gantze Summa verfallen ſeyn ſolte/ aberdie Leute vom Geſctz haben ſich widerſetzt/ be-haubt/ und daß Mahomet alle Zoll und Zinß Zol⸗Ver-vom Gelt vollkommen verbiete. In dem an⸗ bieung.dern Capitel des erſten Buchs/ habe ich vonden Zoͤllen/ gold⸗ und ſilbern Muntz⸗ Sorten/Gewicht und Maaß in Indien/ weitlaͤuffigeMeldung gethan/ dahin ich den Leſer gewieſenhaben will. 5 5 a
*
Erfindungdeſſelben.
Das XIII. Capitel.Von dem Betrug ſo in den Waaren/ esſeye durch die Boßheit allein der Arbei-beiter/ oder durch Verſtaͤndnuß derUnderhaͤndlern mit den Befehlhabern/
beſchehen kan. 9
A will in dieſem Capitel eben derö Ordnung/ welche in vorhergehendemgehalten/ folgen; um den Handels-leuten zum Nutzen/ allen Betrug ſo mit derSeiden/ Leinwad/ Baumwollen und EndichK 4 be-
Mahomets