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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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115
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Das Ander Buch.

NHernach folgen etliche ſonderbare An-

6 8 Ochckungen von dem gememen Laque, Zucker/Nh n. pium, Taback und Cafe. 9 5

chmGummi laque komt mehrentheils auß be-

fcb. o Fu, jedoch auch auß dem Königreich Bengala,

und dieſer iſt auf dem Ort themner/ dieweilen

die Einwohner des Lands ſich deſſen bedienen/

leſchone Scharlachfarb/ ſo ſie alle ihre Lein-

zu farben und zu mahlen brauchen/ dar-

zuziehen; Nichts deſtoweniger führen die

Hollander deſſen viel in Perſten/ alda eben

duch dieſe Farb/ ſo die Perſianer zum farben

denen darvon gemacht wird. Was nach-

deim die Farb darauß gezogen/ übrig/ iſt fur an-

ers nichts dienlich/ als die Drechsler Arbeit/

eren ſie groſſe Liebhaber ſeynd zu ziehren/ und

iegelwachs zumachen; es ſeye nun für eines

er anders/ ſo kan man von Farben/ welche

kalle darein miſchen. Der ſo auß Pegu

oimt iſt der wolfeilſte/ ob ſchon gleich fuͤr an-

ere Land dienlich; aber die Urſach warum ſol-

er ringer im Preis iſt/ weilen die Ameiſſen

ſolchen auf der Erden in hauffen/ ſo bistveilen

in groſſe eines Faß/ machen; ſich viel Unrei-

nigkeit darein miſchet. Da hingegen in Ben-

gala das Land/ darauß der Gummi gebracht

wird/ einer Heyde gleich/ voll kleine Baume;

machen die Ameiſſen den Gummi um das En-

de der aſten davon ſolcher ſchoͤn und ſauber auß-

felt/ hiemit auch hoher im: Preiß iſt. Die In-

wohner Pegu bedienen ſich deſſen nicht zu dem

farben/ weilen jhnen die Leinwad gantz gefarbt

von Bengala und Masliparan gebracht wer-

den und ſte ſonſten auch alſo ungeſchliffen/

3 0 1 15 5 einige Kunſte und Wiſſenſchaft

e dete oefleiſſen.

d 10 Es befinden ſich viel Weiber zu Surate,

Wide ſoelche allein das Laque nachdem die Schar-

Farb darauß gezogen/ zu ſaͤubern/ ſich er-

ohren/ ſie geben ſolchem eine Farb wie man

ehrt/ und ein Form in Stanglein dem

f dbenniſchen Siegelwachs gleich. Die Eng-

e reibe und Hollandiſche Compagnien verfüh-

Velber, een jährlich ungefahr 170. Kiſtlein. Die La-

ue in Stanglein geſtehet nicht hoher als 1o.

dee s Pfund. Und gilt in Franckreich 10. ß.le ing/ ob ſchon halb mit Hartz vermiſcht.nen ugelaͤuterter Zucker/ oder Calſonade ge-ich komt ingroſſer Partey auß dem König;3 ch Bengala, und wird damit groſſer Gewerb

uguely, Bat na, Daca und andern Ortenbetrieben. In meiner letſten geiſe in Indien/ai weir hinein in Bengala und bis an die. atze der umliegenden Lande kommen/ undfe er ige on vielen alten Leuten des Lands eineJe ic dag würdige Sache vernommen. Namlichin Gi Zucker/ ſo 20. Jahr auf behalten wird

0 355 verwandlet/ und nicht wol ſchadlichersden. Js ſo geſchwind Wurckung thu/ zu fir-cke been K macdabar wird auch Zucker in Sto-ſchaft 8 daſelbſten haben ſie die Wiſſen-wegen chen vollkomen wol zu lauteren/ deß-wn diese Zu denſelben Königlichen Zucker nent/atme Pfund werke ſeynd gemeinlich 8. in 10.0 pour ſchwär. Der Opium wird von Bram-ein gute Handels⸗Stadt zwiſchen Sura-

Ormus und Balſara alda die Hollander von

3te und Agra gebracht. Die Hollander holenſolchen ab/ und tauſchen dargegen Pfeffer.Taback wächſt auch ſehr viel um Bram- Daſselbſtenpour, und ich habe oft geſehen/ daß viel ſtehen 1geblieben/ weilen deſſen ein groſſer Uberftuß/ back.alſo daß die helfte zu grund gangen. iCaffe wachſt weder in Perſien noch In-dien; nichts deſtoweniger werden etliche In-

dianiſche Schiff deſſen in jhrer Zuruckkunft

von der Mecque einzuladen pflegen/ will ichſolchen alhier under unſern Materialienbegreif-fen. Der vornemſte Handel damit wird zuGroſſe Han

10 1 ſſe komen delMocca unbeladen kommend/ ſo viel ſie konnen Sade des

einladen/ als eine Waar die ſie mit Nutzenverkauffen konnen. Von Ormus wird ſolcherin Perſien und bis in groß Tartarey verfuͤhrt/und von Balſara in Chaldeg/ Arabien nachlaͤngs des Euphrats/ in Meſopotanien undandere Landſchaften der Tuͤrckey; dann in In-dien iſt ſolcher wenig im Gebrauch. Der Caffe

ſo in Arabiſcher Sprach Wein bedeut/ iſt von

einer art Bonen/ welche 8. Tag weit vonMocca gegen der Mecque wächſt/ zubereitet;und iſt der Gebrauch anfangs von einem Ein-ſidler Se-hek. Siadeli genennt/ vor ungefahr120. Jahren erfunden worden; dann vor jh-me hat kein Author weder alt noch neu dar-von geſchrieben. 3

Alle von Agra nach Surate kommendeWaaren geſtehs in Unkoͤſten ſo wol fuͤr Wech-ſel a 5. pro cento, als Packerlohn/ Fracht undWegzoͤll nach jhrer underſchiedlichen Gattungvon 15. in 20. pro cento.

Alles Gold Silber in ſo wol ſtanglein alsgemuntzt ſo indurate gebracht wird/ bezahlt 2.pro cento. Der Kaufmann verſucht wasIhme moͤglich um dieſes Zolls befreyet zu ſeynjedoch wann derſelbe verkundſchaft wird/ iſter doppelt zu bezahlen; aber mehr nicht/ quit.Die Fuͤrſten haben zwar dahin getrachtet daßdie gantze Summa verfallen ſeyn ſolte/ aberdie Leute vom Geſctz haben ſich widerſetzt/ be-haubt/ und daß Mahomet alle Zoll und Zinß Zol⸗Ver-vom Gelt vollkommen verbiete. In dem an⸗ bieung.dern Capitel des erſten Buchs/ habe ich vonden Zoͤllen/ gold⸗ und ſilbern Muntz⸗ Sorten/Gewicht und Maaß in Indien/ weitlaͤuffigeMeldung gethan/ dahin ich den Leſer gewieſenhaben will. 5 5 a

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Erfindungdeſſelben.

Das XIII. Capitel.Von dem Betrug ſo in den Waaren/ esſeye durch die Boßheit allein der Arbei-beiter/ oder durch Verſtaͤndnuß derUnderhaͤndlern mit den Befehlhabern/

beſchehen kan. 9

A will in dieſem Capitel eben derö Ordnung/ welche in vorhergehendemgehalten/ folgen; um den Handels-leuten zum Nutzen/ allen Betrug ſo mit derSeiden/ Leinwad/ Baumwollen und EndichK 4 be-

Mahomets