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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Das Ander Buch.

Dieſen hatte er inſeinen Augenwinkel verbor-A welcher jhme herauß genomen ward/ nach-

ain ſein Diebſtall offenbahr worden. SolcheSchelmerey zu verhüten/ hat man zu 50. Gra1100 2. biß iy. von den Kaufleuten darum be-1 dende Perſonen beſtellt welche Achtung ge-255 ſollen Damit ſie nichts ſtehlen. Wann ſieWideſchr etliche Steine welche uber 7.oder 8.

engelins wiegen/ gefunden/ eilen ſie ſolche

N derhüt9. t

ſeesbeſone doi Her zn welcher graben laßt/ zu bringen/Men derſelbe gibt jhnen aur Deheburken ein Sarpo,pelches ein Stuck Luch iſt eine Kappe zu ma-me/ b oder 3 Sols werth/ und gewonlich ei-10 halbe Pagode in Gelt/ oder eine gantze/ann ſie jhren keinen Reiß oder eine Schuͤſſel

il Zucker geben. N 56 Die Kaufleute welche ewerbs halber in dieruben geh/ halten ſich in jhren Hauſern aufd alle Morgen zwiſchen 10. und lu. Uhr/ brin-gen die Graber⸗Meiſter nachdeme ſie die Mal-zeit eingenommen haben(dann die Banianes-gehen nimehr auß jhren Hauſern/ ſie haben danzuerst ihren Leib gewaſchen und geeſſen) jhnendie Diatmanten/ um ſolchen ſelbige zu zeigen.ann ſie gꝛoß ſind/ viel deren Steine weh-ken/ ſo von zwey biß auf fünfzehen oder ſechsze-en tauſend Thaler werth ſeyn mochten/ laſſenſieſolche den frembden Kaufſeuten biß auf.

Ne Loder mehr Tage/ ſelbige wol zu betrachten.

aher. Wann man dann jhre Steine beſichtiget hat/. Un und ſie wiedeꝛ zu den Kaufleuten kommen/ mußder jenige/ welchem ſolche gefallen/ in kurtzem

den Kauf beſchlieſſen/ ſonſten nimt ſie der/ wel-

Me chem die Steine gehoren/ wieder zuruck/ bindetgeh ie nein End ſeiner Leib⸗ Binden/ ſeine Kap-ben/ oder des Hembds/ gehet mit hinweg/ ohne

daß man jemalen mehr dieſelben Steine ſihet/

ſe ind mit den andern vermiſcht/ wann ſie wie-

er kommen/ einen andern Theil jhrer Wagren

Nan die 1 zeigen. Wann un der Kauf geſchloſſen/ gibt10 der Kauffer jhnen ein Zettelein der Sum̃a/ um1 o Gelt bey dem Cheraf,(welches der jenigeulſo die Wechſelbriefe machet und empfaͤngt)

merheben. Wann man mit dem Verkauffer.

1 reinkommen/ jhn innerhalb z. oder 4. Tagenu bezahlen/ und man jhn langer warten laſſet/daß man alſobald ein und ein halben von hun-50 vor einen Monat Zins bezahlen: Zum ofKalceſchicht es daß, wannſie wiſſen, daß der

W. mann bar bezahlt iſt/ haben ſie lieber einen

155 echſelbrieff, auf Agra, Golconda oder Vila-nde, und insonderheit auf Surate damit ſiedene kürnemſten Indiamſehen Haven vondean Schiffen welche auß frembden Landen

15 entern öjhnen bequemliche Waaren einkauf-en konnen.

Ha iſt eine duſt/ wann man alle Morgen der

büß ee dteund andere junge Kinder von 10h.

aug Vale ahren/ welche ſich under einen groſſen

Went ir ſe 9 1 auf dem Platz des Dorffs iſt/ nider-

bd mam, get. Ein jedes von ihnen hat ſein Dia-

bd an de Gewicht/ in einem kleinen Sack/ d ihme

. eig einen Seiten hanget/ und auf der andern

er. an ſeinem Gurtel angebunden/ un-guldrel hen es gibt Die biß auf fünf oder 600.l bagodles darinnen haben; ſie bleiben

welcher mir alle Liebe erzeigte/ mich verſiche-rend/ daß ich willkom ware/ und weilen er nicht

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dorten ſitzen biß jemand komt/ ſo jhnen Dia-manten verkaͤuffet/ ſo wol von ſelbem Ort/ alsauch anderswo her/ auß einer andern Gruben.Wann man ktwas bringt/ wird es den elteſtenvon dieſen Kindern/ als dem Haubt dieſer Ge-ſellſchaft under die Hand gegeben/ er beſchauetwas es iſt/ gibt es dem nachſten ſo bey jhme ſi-tzet/ und dieſes geht voneiner Hand in die an-dere/ biß es wieder zu jhme komt/ ohne daß einervon ihnen ein Wort dazu ſagen ſolte. Folgendsbegehret ſolcher den Preiß zu wiſſen/ um ſo esmoͤglich/ den Kauf zu machen/ und wann er un-gefehr ſolches zu theur kauft/ ſo gehet es auf ſei⸗Hne Rechnung. Wann der Abend herben kom⸗ Selnige ha-men/ ſunſieren dieſe Kinder alles was ſie gekauft eeezuſamen/ nach dieſem beſchauen ſle jhre Steine/ſoͤndern ſolche von einandern ab/ nach hrenWaſſern/ Gewicht und Schoͤnheit/ nach die-

ſem zeichnen ſie den Preiß auf jede/ wie ſie esbey nahe den Frembden verkaufen koͤnnen ndbey dieſem letſten Preiß ſehen ſie um wie viel eshoͤher als jhr Kauf komme. Folgends bringen ſieſolche jenen groſſen Kaufleuten/ welche ſtatigsviel Theile zu verſehen haben/ Und wird all derGewinn under dieſe Kinder außgetheilet/ auß und ſeind l-genommen der Erſte von jhnen hat einen vierten tis.Theil von 100. mehr als die andern. So jung

als ſie ſind/ wiſſen ſie doch den Preiß von allen

Steinen ſo wol/ daß wann eines under ihnen

etwas gekauft hatte/ und den halben Theil von

too. verliehren wolte/ ſo gibt jhme ein anderer

alſobald das Gelt. Selten wird man ſehen/ daßſie Steine brachten/ wo nur etwan in dutzet/daß man nicht 4. oder J. mit Schiefern/ 115cken oder etlichen Fehlern in denẽ Ecken findeteeIm ubrigen lieben dieſe Indianer die Frem⸗ Ser gdig-den ſehr/ und vo allen die ſoſie kringuis nenen licher0 bald ich in der Gruben ankommen/ gienge ich gen den

en Amtmann daſelbſten zu begruſſen/ welcher Des ao

auch in dem Land des Koͤnigs von Viſapour Ankunft in

herꝛſchet. Es war ſolcher ein Mahometaner/ 10 1E. 5

zweifelte/ ich haͤtte Gold mit mit gebracht/ dañin allen Gruben von Golconda und Viſapourredet man von nichts als 9. Pagoden, welcheGold⸗Stuͤcke ſind) hatte ich ſolche nur in meinZimmer zu legen/ wo ſolches werde ſicher ſeyn/

und wolle er mir gut ſeyn vor alles was ich ha-he. Über die Diener ſo ich mitgebracht hattegabe er mir noch 4. zu/ nut Befehl/ ſo wol Tags

gls Nachts ein wachende Aug guf mein Goldzu haben/ und meinem Befehl gehoꝛſamſt nach-zugeleben. Ein wenig nachdeme ich jhn verlaſ-ſen hatte/ berufte er mich auf das neue/ undnachdeme ich wieder bey jhin ware/ ſagte er zumir: Ich haͤbe dich holen laſſen/ um dich aufdas neue zu ver ſichern/ daß du nichts zu foͤrch-ten habeſt/ eſſe/ trincke/ ſchlaffe und ſorge vordeine Geſundheit. Ich hatte vergeſſen dir Seloizemzu ſagen/ daß du dich wol vorſeheſt den Ko⸗ dunnnig zu betriegen/ welehem du zweyevon hun⸗ ein gutedert zu bezahlen ſchuldig biſt/ von allem was Webmindu kauffeſt. Nehme dir nicht für(ſagte er)wie etliche Mahometaner ſo in die Grubenkomen ſind/ welche ſich mit den Kauſeuten und

1 Unbeir-