Das Ander Buch.
Dieſen hatte er inſeinen Augenwinkel verbor-A welcher jhme herauß genomen ward/ nach-
ain ſein Diebſtall offenbahr worden. SolcheSchelmerey zu verhüten/ hat man zu 50. Gra1100 2. biß iy. von den Kaufleuten darum be-1 dende Perſonen beſtellt welche Achtung ge-255 ſollen Damit ſie nichts ſtehlen. Wann ſieWideſchr etliche Steine welche uber 7.oder 8.
engelins wiegen/ gefunden/ eilen ſie ſolche
N derhüt9. t
ſeesbeſone doi Her zn welcher graben laßt/ zu bringen/Men derſelbe gibt jhnen aur Deheburken ein Sarpo,pelches ein Stuck Luch iſt eine Kappe zu ma-me/ b oder 3 Sols werth/ und gewonlich ei-10 halbe Pagode in Gelt/ oder eine gantze/ann ſie jhren keinen Reiß oder eine Schuͤſſel
il Zucker geben. N 56 Die Kaufleute welche ewerbs halber in dieruben geh/ halten ſich in jhren Hauſern aufd alle Morgen zwiſchen 10. und lu. Uhr/ brin-gen die Graber⸗Meiſter nachdeme ſie die Mal-zeit eingenommen haben(dann die Banianes-gehen nimehr auß jhren Hauſern/ ſie haben danzuerst ihren Leib gewaſchen und geeſſen) jhnendie Diatmanten/ um ſolchen ſelbige zu zeigen.ann ſie gꝛoß ſind/ uũ viel deren Steine weh-ken/ ſo von zwey biß auf fünfzehen oder ſechsze-en tauſend Thaler werth ſeyn mochten/ laſſenſieſolche den frembden Kaufſeuten biß auf.
Ne Loder mehr Tage/ ſelbige wol zu betrachten.
aher. Wann man dann jhre Steine beſichtiget hat/. Un und ſie wiedeꝛ zu den Kaufleuten kommen/ mußder jenige/ welchem ſolche gefallen/ in kurtzem
den Kauf beſchlieſſen/ ſonſten nimt ſie der/ wel-
Me chem die Steine gehoren/ wieder zuruck/ bindetgeh ie nein End ſeiner Leib⸗ Binden/ ſeine Kap-ben/ oder des Hembds/ gehet mit hinweg/ ohne
daß man jemalen mehr dieſelben Steine ſihet/
ſe ind mit den andern vermiſcht/ wann ſie wie-
er kommen/ einen andern Theil jhrer Wagren
Nan die 1 zeigen. Wann un der Kauf geſchloſſen/ gibt10 der Kauffer jhnen ein Zettelein der Sum̃a/ um1 o Gelt bey dem Cheraf,(welches der jenigeulſo die Wechſelbriefe machet und empfaͤngt)
merheben. Wann man mit dem Verkauffer.
1 reinkommen/ jhn innerhalb z. oder 4. Tagenu bezahlen/ und man jhn langer warten laſſet/daß man alſobald ein und ein halben von hun-50 vor einen Monat Zins bezahlen: Zum ofKalceſchicht es daß, wannſie wiſſen, daß der
W. mann bar bezahlt iſt/ haben ſie lieber einen
155 echſelbrieff, auf Agra, Golconda oder Vila-nde, und insonderheit auf Surate damit ſiedene kürnemſten Indiamſehen Haven vondean Schiffen welche auß frembden Landen
15 entern öjhnen bequemliche Waaren einkauf-en konnen.
Ha iſt eine duſt/ wann man alle Morgen der
büß ee dteund andere junge Kinder von 10h.
aug Vale ahren/ welche ſich under einen groſſen
Went ir ſe 9 1 auf dem Platz des Dorffs iſt/ nider-
bd mam, get. Ein jedes von ihnen hat ſein Dia-
bd an de Gewicht/ in einem kleinen Sack/ d ihme
. eig einen Seiten hanget/ und auf der andern
er. an ſeinem Gurtel angebunden/ un-guldrel hen es gibt Die biß auf fünf oder 600.l bagodles darinnen haben; ſie bleiben
welcher mir alle Liebe erzeigte/ mich verſiche-rend/ daß ich willkom ware/ und weilen er nicht
125
dorten ſitzen biß jemand komt/ ſo jhnen Dia-manten verkaͤuffet/ ſo wol von ſelbem Ort/ alsauch anderswo her/ auß einer andern Gruben.Wann man ktwas bringt/ wird es den elteſtenvon dieſen Kindern/ als dem Haubt dieſer Ge-ſellſchaft under die Hand gegeben/ er beſchauetwas es iſt/ gibt es dem nachſten ſo bey jhme ſi-tzet/ und dieſes geht voneiner Hand in die an-dere/ biß es wieder zu jhme komt/ ohne daß einervon ihnen ein Wort dazu ſagen ſolte. Folgendsbegehret ſolcher den Preiß zu wiſſen/ um ſo esmoͤglich/ den Kauf zu machen/ und wann er un-gefehr ſolches zu theur kauft/ ſo gehet es auf ſei⸗Hne Rechnung. Wann der Abend herben kom⸗ Selnige ha-men/ ſunſieren dieſe Kinder alles was ſie gekauft eeezuſamen/ nach dieſem beſchauen ſle jhre Steine/ſoͤndern ſolche von einandern ab/ nach hrenWaſſern/ Gewicht und Schoͤnheit/ nach die-
ſem zeichnen ſie den Preiß auf jede/ wie ſie esbey nahe den Frembden verkaufen koͤnnen ndbey dieſem letſten Preiß ſehen ſie um wie viel eshoͤher als jhr Kauf komme. Folgends bringen ſieſolche jenen groſſen Kaufleuten/ welche ſtatigsviel Theile zu verſehen haben/ Und wird all derGewinn under dieſe Kinder außgetheilet/ auß und ſeind l-genommen der Erſte von jhnen hat einen vierten tis.Theil von 100. mehr als die andern. So jung
als ſie ſind/ wiſſen ſie doch den Preiß von allen
Steinen ſo wol/ daß wann eines under ihnen
etwas gekauft hatte/ und den halben Theil von
too. verliehren wolte/ ſo gibt jhme ein anderer
alſobald das Gelt. Selten wird man ſehen/ daßſie Steine brachten/ wo nur etwan in dutzet/daß man nicht 4. oder J. mit Schiefern/ 115cken oder etlichen Fehlern in denẽ Ecken findeteeIm ubrigen lieben dieſe Indianer die Frem⸗ Ser gdig-den ſehr/ und vo allen die ſoſie kringuis nenen licher0 bald ich in der Gruben ankommen/ gienge ich gen den
en Amtmann daſelbſten zu begruſſen/ welcher Des ao
auch in dem Land des Koͤnigs von Viſapour Ankunft in
herꝛſchet. Es war ſolcher ein Mahometaner/ 10 1E. 5
zweifelte/ ich haͤtte Gold mit mit gebracht/ dañin allen Gruben von Golconda und Viſapourredet man von nichts als 9. Pagoden, welcheGold⸗Stuͤcke ſind) hatte ich ſolche nur in meinZimmer zu legen/ wo ſolches werde ſicher ſeyn/
und wolle er mir gut ſeyn vor alles was ich ha-he. Über die Diener ſo ich mitgebracht hattegabe er mir noch 4. zu/ nut Befehl/ ſo wol Tags
gls Nachts ein wachende Aug guf mein Goldzu haben/ und meinem Befehl gehoꝛſamſt nach-zugeleben. Ein wenig nachdeme ich jhn verlaſ-ſen hatte/ berufte er mich auf das neue/ undnachdeme ich wieder bey jhin ware/ ſagte er zumir: Ich haͤbe dich holen laſſen/ um dich aufdas neue zu ver ſichern/ daß du nichts zu foͤrch-ten habeſt/ eſſe/ trincke/ ſchlaffe und ſorge vordeine Geſundheit. Ich hatte vergeſſen dir Seloizemzu ſagen/ daß du dich wol vorſeheſt den Ko⸗ dunnnig zu betriegen/ welehem du zweyevon hun⸗ ein gutedert zu bezahlen ſchuldig biſt/ von allem was Webmindu kauffeſt. Nehme dir nicht für(ſagte er)wie etliche Mahometaner ſo in die Grubenkomen ſind/ welche ſich mit den Kauſeuten und
1 Unbeir-