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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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126
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126Underhäͤndlern verſtehen/ und das KöniglicheRecht zu hindergehen/ ſagende ſie haben nichtmehr als fürroooo. Pagodes gekauft/ und hat-

Sem Ge⸗ fen ſie mehr als für ooo Ich fienge dannwerb und damalen an zu kauffen/ und ſahe/ daß ein zim-

Gewinn.

lich groſſer Gewinn dabey ware/ es ware aufallen 20. von 100. beſſern Kauffes als zu Gol-conda; weilen man manchmalen ohngefehrgroſſe Steine findet. 5

Eines Tags gegen Abend kam ein uͤbelbe-dachker Baniane, swelcher nicht mehr als ei-ne Schlinge um den Leib/ und ein ellendesSchnuptuch um den Kopf hatte/ nahete ſichhoͤftich zu mir/ und ſetzte ſich neben mich ni-der. In ſelbigem Land gibt man nicht ſon-ders Achtung auf die Kleidung/ und einer/

Dercyudia, weleher nicht mehr als ein ſchlechter Staabnern geringe Tuch um ſeine Lenden hat/ underlaſſet manch-Schaͤtzlich⸗ 8 7 5 N 7

keit in Klei⸗ malen nicht eine gute Anzahl Diamanten da-

dung.

Seynd ge-

heime Leut.

runder verborgen zu haben. Ich meinestheils erzeigte jhme alle Höflichkeit/ undnachdeme er etwas Zeits bey mir geſeſſen/befragte er mich durch meinen Dolmelſchen/ob ich nicht etliche Rubine kauffen wolte. MeinDolmetſch ſagte/ er muſte mir ſolche weiſen/nach dieſem zoge er viel kleine Tůchlein auß ſei-ner Leib⸗Binden hervor/ in welchen ohngefehr20. Rubin⸗Ninge waren. Nachdem ich ſolchewol beſehen/ ließ ieh jhme ſagen/ ſie waren zuklein vor mich/ dann ich ſuche groſſe Steine.

Nichts deſto weniger erinnerte ich mich/ daß

mich eine Frau von Iſpahan gebatten/ ich ſolleihr ein Rubin⸗Ring bringen ohngefehr 100.Thaler werth. Ich kaufte demnach einen vondieſen Ringen ohngefehr von 400. Francken.Ich wuſte wol daß ſolcher nicht mehr als 00.werth ware/ allein wagte ich gerne 100. Fran-cken/ in Meinung/ er ſeye nicht kommen/ mirnur dieſe Rubinen zu zeigen/ ich ſahe jhme wolan ſeinem Geſichte an/ daß er gerne allein mitmir und meinem Dolmetſch geredt hatte/ ummir etwas beſſers zu zeigen. Als die Baͤtt⸗deitder Mahometanern herzu nahete/ giengendrey von denen Dienern/ welche mir der Amnt-mann gegeben hatte/ hinweg/ und als dervierte bey mir/ mich zu bedienen/ verbliben/fande ich die Gelegenheit jhne auch zu entfer-nen/ indeme ich jhm befahle mir Brot zu kauf-fen/ weſſentwegen er lang genug auſſen bliebe.Dann weilen all dieſes Volck abgottiſch iſt/ be-gnüͤgen ſie ſich mit dem Reiß/ ohne Brot zu

eſſen/ und wann man deſſen haben will/ muß

Fragen jhre ren.

Diamant

verborgen inden Haaren.

man es zunlich weit auß einer Veſtung desKonigs von Viſapour, wo nichts als Maho-metaner ſeynd/ holen laſſen. Nachdeme ſichdann dieſer Baniane allein bey mir und mei-nem Dolmetſchen geſehen/ nach deme er vielweſens gemacht hatte/ zoge er ſeine Kappenab/ drehete ſeine Haare auß/ welche nach desLandes Weiſe/ auf ſeinen Kopf gebunden wa-en. Damalen ſahe ich ihn auß ſeinem Haarein kleines Tüchlein herfür ziehen/ in welchemein Diamant/ ſo 482 von unſern Caratenwoge/ eingewickelt ware/ ſchon klar/ in Formeiner ſcheiblichten Hohe Knopf oder Ründe/

die drey Theile des Steines nett/ außgenom-

ß und daß ſolches in meiner Kammer in verſtten Saͤcken zu finden ſeye/ zu wiſſen wie alle

gen/ weil er nicht glaube/ daß mein Ge

Reisbeſchreibung in Judien/

men einen kleinen ehe vron, welcher auf einerSeiten ware/ und welcher ſchiene/ ein wenigweit in den Stein hinein zu gehen. Das an-der Eck ware lauter Eiß/ und nicht roth.Indeme ich den Stein betrachtete, ſabeder Faniane, daß es mit groſſer Aufmerckſam-keit geſchahe/ ſprach demnach zu mir/ ich ſoltemich in deſſen Beſchauung für damalen nichraufhalten/ ich konte es den anderen Tag anich alleine ware/ nach Genugen thun. Wannein viertel des Tags wird verftoſſen ſeynzDann ſo reden ſie daſelbſten/ werdet ihr mauſſerhalb des Fleckens finden/ und wann eder Stein gefallt/ koͤnnet jhr mir das Geitmitbringen/ und er ſagte mir damalen/ was addarvor begehrte. Dann man muß kurzlichwiſſen/ daß nach dieſem Tages viertel die Ba-nianen, ſo wol Manns⸗ als Weibs⸗Perſonenin die Statt oder den Flecken/ wo ſie wohnenſich begeben/ nachdeme ſie hinauß gegangen/ſo wol deren Nothwendigkeiten der Natur ge-nug zu thun/ und den Leib zu waſchen/ als auswegen der Gebaͤtte/ ſo jhre Prieſter ſie verriehten heiſſen. Nach deme er mir dann dieſe Zeitbeſtimmet/ weilen er nicht wolte/ daß wir bey-ſamen geſehen wurden/ fehlte ich nicht jhne zuſuchen/ und das begehrte Gelt zu überbril-gen/ gußgenommen 200. Pagodes, welche ehabgeſöndert hatte. Aber nachdeme ich mitme wegen des Preiſes geſtritten hatte/ mufsich jhme doch noch 100. Pagodes geben. Jameiner Widerkunft in Surate verkaufte ich die-ſen Stein einem Hollaͤndiſchen Comandoi:worauf ich einen ehrlichen Gewinn machte.Drey Tage nach deme ich dieſen Stein ge-kauft hatte/ kame mir ein Bott von Golcon-da, von einem Apothecker genannt Boete. 500hatte ihn daſelbſten gelaſſen/ um einen Thet.meines Gelts zu empfangen und qufzubehal⸗ ften/ und im Fall ſe der Oheraf inRoupier feine Gattung Münze) bezahlte/ mir ſolche 15Pagodes dor außzuwechslen. Den ande,Dag nach deme er das Gelt empfangen hal 5ſtieſſe jhn ein ſtarcker Bauchfluß an/ daß er fwenig Tagen davon ſtarbe. Durch den Bieden er mir ſchriebe/ machte er mir ſeine Krane

heit/ und daß er mein Gelt empfangen 1

daß er nicht glaube mehr 2. Tag zu leben /nantreibende/ meine Widerkunt zu albameiner Diener Hande/ ſo ich ſhmgelaſſen ch, fſepe. Alsbald nachdemne ich dieſen Brief ger deepfangen hatte gienge ich von dem Befehlhe ee eeſelbiges Orts Abſcheid zu nehmen weſſe ich da 5gen er beſtürtzet ware/ mich befragende /o or⸗ ben

all mein Gelt angewendet hatte. Ich ann der/tetejhme/ daß ich nicht die Helfte angewe bey

und daß ich noch wol 20000. Page 5

mir habe. Er ſagte mir/ daß wann!wolleer mir es anwenden/ und daß ich

woll,

ſicher-e 95lich auf dem/ was er mich werde kauffen auch

Was udeſſen. 0

chen/ nichts verliehren werde,mehr iſt/ er befragte mich/ ob ichKauf zeigen wolte/ obwolen er