126Underhäͤndlern verſtehen/ und das KöniglicheRecht zu hindergehen/ ſagende ſie haben nichtmehr als fürroooo. Pagodes gekauft/ und hat-
Sem Ge⸗ fen ſie mehr als für ooo Ich fienge dannwerb und damalen an zu kauffen/ und ſahe/ daß ein zim-
Gewinn.
lich groſſer Gewinn dabey ware/ es ware aufallen 20. von 100. beſſern Kauffes als zu Gol-conda; weilen man manchmalen ohngefehrgroſſe Steine findet. 5
Eines Tags gegen Abend kam ein uͤbelbe-dachker Baniane, swelcher nicht mehr als ei-ne Schlinge um den Leib/ und ein ellendesSchnuptuch um den Kopf hatte/ nahete ſichhoͤftich zu mir/ und ſetzte ſich neben mich ni-der. In ſelbigem Land gibt man nicht ſon-ders Achtung auf die Kleidung/ und einer/
Dercyudia, weleher nicht mehr als ein ſchlechter Staabnern geringe Tuch um ſeine Lenden hat/ underlaſſet manch-Schaͤtzlich⸗ 8 7 5 N 7
keit in Klei⸗ malen nicht eine gute Anzahl Diamanten da-
dung.
Seynd ge-
heime Leut.
runder verborgen zu haben. Ich meinestheils erzeigte jhme alle Höflichkeit/ undnachdeme er etwas Zeits bey mir geſeſſen/befragte er mich durch meinen Dolmelſchen/ob ich nicht etliche Rubine kauffen wolte. MeinDolmetſch ſagte/ er muſte mir ſolche weiſen/nach dieſem zoge er viel kleine Tůchlein auß ſei-ner Leib⸗Binden hervor/ in welchen ohngefehr20. Rubin⸗Ninge waren. Nachdem ich ſolchewol beſehen/ ließ ieh jhme ſagen/ ſie waren zuklein vor mich/ dann ich ſuche groſſe Steine.
Nichts deſto weniger erinnerte ich mich/ daß
mich eine Frau von Iſpahan gebatten/ ich ſolleihr ein Rubin⸗Ring bringen ohngefehr 100.Thaler werth. Ich kaufte demnach einen vondieſen Ringen ohngefehr von 400. Francken.Ich wuſte wol daß ſolcher nicht mehr als 00.werth ware/ allein wagte ich gerne 100. Fran-cken/ in Meinung/ er ſeye nicht kommen/ mirnur dieſe Rubinen zu zeigen/ ich ſahe jhme wolan ſeinem Geſichte an/ daß er gerne allein mitmir und meinem Dolmetſch geredt hatte/ ummir etwas beſſers zu zeigen. Als die Baͤtt⸗deitder Mahometanern herzu nahete/ giengendrey von denen Dienern/ welche mir der Amnt-mann gegeben hatte/ hinweg/ und als dervierte bey mir/ mich zu bedienen/ verbliben/fande ich die Gelegenheit jhne auch zu entfer-nen/ indeme ich jhm befahle mir Brot zu kauf-fen/ weſſentwegen er lang genug auſſen bliebe.Dann weilen all dieſes Volck abgottiſch iſt/ be-gnüͤgen ſie ſich mit dem Reiß/ ohne Brot zu
eſſen/ und wann man deſſen haben will/ muß
Fragen jhre ren.
Diamant
verborgen inden Haaren.
man es zunlich weit auß einer Veſtung desKonigs von Viſapour, wo nichts als Maho-metaner ſeynd/ holen laſſen. Nachdeme ſichdann dieſer Baniane allein bey mir und mei-nem Dolmetſchen geſehen/ nach deme er vielweſens gemacht hatte/ zoge er ſeine Kappenab/ drehete ſeine Haare auß/ welche nach desLandes Weiſe/ auf ſeinen Kopf gebunden wa-en. Damalen ſahe ich ihn auß ſeinem Haarein kleines Tüchlein herfür ziehen/ in welchemein Diamant/ ſo 482 von unſern Caratenwoge/ eingewickelt ware/ ſchon klar/ in Formeiner ſcheiblichten Hohe Knopf oder Ründe/
die drey Theile des Steines nett/ außgenom-
ß und daß ſolches in meiner Kammer in verſtten Saͤcken zu finden ſeye/ zu wiſſen wie alle
gen/ weil er nicht glaube/ daß mein Ge
Reisbeſchreibung in Judien/
men einen kleinen ehe vron, welcher auf einerSeiten ware/ und welcher ſchiene/ ein wenigweit in den Stein hinein zu gehen. Das an-der Eck ware lauter Eiß/ und nicht roth.Indeme ich den Stein betrachtete, ſabeder Faniane, daß es mit groſſer Aufmerckſam-keit geſchahe/ ſprach demnach zu mir/ ich ſoltemich in deſſen Beſchauung für damalen nichraufhalten/ ich konte es den anderen Tag anich alleine ware/ nach Genugen thun. Wannein viertel des Tags wird verftoſſen ſeynzDann ſo reden ſie daſelbſten/ werdet ihr mauſſerhalb des Fleckens finden/ und wann eder Stein gefallt/ koͤnnet jhr mir das Geitmitbringen/ und er ſagte mir damalen/ was addarvor begehrte. Dann man muß kurzlichwiſſen/ daß nach dieſem Tages viertel die Ba-nianen, ſo wol Manns⸗ als Weibs⸗Perſonenin die Statt oder den Flecken/ wo ſie wohnenſich begeben/ nachdeme ſie hinauß gegangen/ſo wol deren Nothwendigkeiten der Natur ge-nug zu thun/ und den Leib zu waſchen/ als auswegen der Gebaͤtte/ ſo jhre Prieſter ſie verriehten heiſſen. Nach deme er mir dann dieſe Zeitbeſtimmet/ weilen er nicht wolte/ daß wir bey-ſamen geſehen wurden/ fehlte ich nicht jhne zuſuchen/ und das begehrte Gelt zu überbril-gen/ gußgenommen 200. Pagodes, welche ehabgeſöndert hatte. Aber nachdeme ich mitme wegen des Preiſes geſtritten hatte/ mufsich jhme doch noch 100. Pagodes geben. Jameiner Widerkunft in Surate verkaufte ich die-ſen Stein einem Hollaͤndiſchen Comandoi:worauf ich einen ehrlichen Gewinn machte.Drey Tage nach deme ich dieſen Stein ge-kauft hatte/ kame mir ein Bott von Golcon-da, von einem Apothecker genannt Boete. 500hatte ihn daſelbſten gelaſſen/ um einen Thet.meines Gelts zu empfangen und qufzubehal⸗ ften/ und im Fall ſe der Oheraf inRoupier feine Gattung Münze) bezahlte/ mir ſolche 15Pagodes dor außzuwechslen. Den ande,Dag nach deme er das Gelt empfangen hal 5ſtieſſe jhn ein ſtarcker Bauchfluß an/ daß er fwenig Tagen davon ſtarbe. Durch den Bieden er mir ſchriebe/ machte er mir ſeine Krane
heit/ und daß er mein Gelt empfangen 1
daß er nicht glaube mehr 2. Tag zu leben /nantreibende/ meine Widerkunt zu albameiner Diener Hande/ ſo ich ſhmgelaſſen ch, fſepe. Alsbald nachdemne ich dieſen Brief ger deepfangen hatte gienge ich von dem Befehlhe ee eeſelbiges Orts Abſcheid zu nehmen weſſe ich da 5gen er beſtürtzet ware/ mich befragende /o or⸗ ben
all mein Gelt angewendet hatte. Ich ann der/tetejhme/ daß ich nicht die Helfte angewe bey
und daß ich noch wol 20000. Page 5
mir habe. Er ſagte mir/ daß wann!wolleer mir es anwenden/ und daß ich
woll,
ſicher-e 95lich auf dem/ was er mich werde kauffen auch
Was udeſſen. 0
chen/ nichts verliehren werde,mehr iſt/ er befragte mich/ ob ichKauf zeigen wolte/ obwolen er