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dem Cha-Bander, welcher ſo viel iſt als derPrevoſt de Maechands. Ein Gerichts⸗Dienerverwahrete ſamt dem meinen/ ſo ich allda beydem Verſtorbenen gelaſſen hatte/ das ZinnerTag und Nacht/ ſo bald ich den Fuß auf dasLand geſetzet/ lieſſe er den Cadiund Cha-Pan-
deer meiner Ankunfft berichten/ und alſobald
lieſſen ſie mich zu jhnen kommen. Nachdeme
ich ſie gegrüſſet hatte/ fragte mich der Cadi, ob
das Gelt/ ſo in der Kammer des Verſtorbenen
ſehe/ mein ware/ und wie ich es erweiſen konte.
Ich antwortete jhme/ daß ich keinen beſſernBeweiß hatte/ als die Wechſel⸗ Briefe/ ſo ichdem Cheraf gebracht haͤtte/ und welcher ſinthmeinem Verreiſen die Summa auf meinen
Befehl dem Verſtorbenen außgezahlet hatte.
Daß ich folgends hatte Befehl gegeben/ imFall der Cherak in ſilber Stucke bezahlte/ er
pbolches in pagodes Dor verwechſeln/ und mir
Beſchrei-
bung dertamaut-ruben.
es überbringen ſolte; auf dieſe Antwort/ ſoich jhnen gab/ lieſſen ſte die zwey Cheraf, welchemir die Wechſel⸗Briefe bezahlt hatten/ zu ſichberuffen/ zu wiſſen/ ob ich die Warheit vorge-geben/ welches ſie alſobald bekenneten; und zu-gleich befahl der Cad ſeinem Stadthalter/ mirdie Kammer zu eroͤffnen/ und zu ſehen/ ob dasPitſchafft an allen Säcken noch gantz ſeye.
Er verlieſſe mich nicht/ biß ich mich erklart hat-te/ daß ich meine Rechnung habe/ und mir
nichts fehle. Ich gienge wieder mit jhme zu-rück/ dem Cad und Cha- Bander gleiche Be-kantnus zu thun/ und mich vor dero Vorſorgezu bedancken/ allwo ich einen Zedel/ in Perſi-ſcher Sprache geſchrieben/ unterzeichnen mu-ſte/ zu bezeugen/ daß ich zu frieden ware. DerStadthalter ſagte mir/ daß ich den Leich⸗Ko-ſtendes Boete/ und das was theils denen/ ſo
verſlegelt/ als auch dem Gerichts⸗Diener/ ſodie Thuͤre verwachet hatte/ gehoͤrte/ bezahlen
muſte. Dieſes alles kam nicht über neun Rou-
pies, oder vier und ein halben Thaler unſerer
Müntze/ und ware man um ſo guten Preiß an
vielen Orten in Europa nicht davon kommen.
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Das XVI. Capitel.Reiſe des Authots in die andern Gruben/und auf was Weiſe man dort die Dia-manten ſuchet.
eben Tag ⸗Reiſe von Golconda ge-. rade dem Aufgang zu/ iſt eine andereDiamant⸗Gruben/ in der Land-
Sprache genant Gani, und in der PerſiſchenCoulout ſie iſt nahe bey einem groſſen Flecken/durch welchen eben derſelbe Fluß/ uber welchen
ich/ als ich auß der andern Gruben kommen/
Fgeſetzet/ laufft/ und auf anderthalb Meilen von
dem Flecken gibt es hohe Berge/ welche eineMonds, Runde formen. Der Raum/ ſo zwi-ſchen dem Flecken und den Bergen ſich befin-det/ iſt eine Ebne/ wo man grabet/ und den
Wo ſie gele⸗ Diamant findet. Je mehr man ſuchet/ und
Nell,
dem Berg zu ziehlet/ je groſſere Steine findet
0
werbte. Nachdeme dieſer Handelstmann del guOrt von dem Bauren erfahren/ wo er den fal
Reis beſchreibung in Indien/
man/ aber wann man gar zu hoch ſteiget/ fndetman gar keine mehe. f
r keine n e ee deEs iſt nicht mehr als etwan hundert Jahr/ 9054
daß dieſe Gruben iſt entdecket worden/ und ſol-
ches geſchahe durch Vermittlung eines ar?
men Manns/ welcher ein Ende der Erden
umgrube/ um h zu ſaͤen/ allwo er eine na-
türliche Stein⸗Spite fande/ welche ohngelehn
fünf und zwantzig Caraten woge. Weilenn
dieſe Art Steine ſhm ohnbekant ware/ undesdaran einigen Glantz ſahe/ truge er ſolche genGolconda, und zu allem Glüͤck vor jhn/ melde-te er ſich bey einem an/ ſo mit Diamanten ge⸗ 115
.
Diamant gefunden hatte/ ware er gantz be-ſtürtzet/ einen Diamant von ſolchem Gewicht
zu ſehen/ angeſeheſſ/ daß vor dieſem die Groͤſten
ſo man gefunden/ zum vielſten von zehen oder
zwölf Caraten waren. Das Geſehrey vol
dieſer neuen Entdeckung/ breitete ſich alſobal-
den in dem gantzen Lande auß/ und etliche guß
dem Dorf/ welche gute Beutel hatten/ ſiengen
an in der Erden zu ſuchen/ allwo ſie fanden/
und wo man noch ſehr groſſe Steine und angroſſerer Menge/ als in den andern Grubenfindet. Es finden ſich/ ſage ich/ jezunder al
bereit in dieſer viele Steine von zehen biß vier
zig Cargten ſchwer/ und auch etliche malen
noch gröͤſſere/ aber unter andern der grote
Diarnant/ welcher neun hundert Caraten/ ehe
er zertheilet worden/ gewogen/ welehen Mig
mola dem Aureng- zeb, wie ich anderswo 9.
ſagt/ verehret. VOb ſchon dieſe Gruben von Coulour merckwuͤrdig iſt/ wegen der Menge der groſſt-Steinen/ ſo man darinnen findet/ iſt das bel
daß ſie gemeiniglich nicht ſauber ſind/ und daß
jhr Waſſer von der Farb der Erden hat/ wol
innen ſie gefunden werden/ wann das Erdrei Wſumpffigt und feucht iſt/ ziehet der Stein al
das Schwartze/ iſt ſie rothlicht/ ziehet er T
das Rothe/ und alſo von den andern Hrteſ, e
bald auf das Grune/ bald auf das Gelbe 0
viel auch von dem Dorf gegen dem Berg /n
es unterſchiedene Erden. Auf dem meiſteh
Theil dieſer Steine/ nachdem ſie geſchnitten 0
ſiehet man allezeit als wie eine Art Feiſt
auf/ welches machet/ daß man ohne unten,wischen. Tuch darüber fahrt/ ſolches abu gwiſchen. 8 a/ WienWas die Heiterkeit der Stem abel 9%muß man mercken/ daß an ſtatt man in Sie apa ſich deß Tags bedient die unpolierte S 0 E 1ne zu befichtigen/ um wol von ihrer Helle hel chenTupffen/ ſo ſich darinnen befinden/ zun in
len/ bedienen ſich die Indianer der Na lateinem Tuch/ welches ſie eins Schuhs v einviereckigt in eine Maure machen/ ſie cke he
Liecht mit einem groſſenLunten darein ge des
ſen Heitere ſie von der Helle un Sauber 1fe40%
Steins/ ſo ſie zwiſchen den Fingern 11 nel,
urtheilen. Die/ welche ſie Himmels⸗ 9nen/ iſt die Ergſte von allen/ und e nocſolche zu erkennen/ allweile der Stein ah