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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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dem Cha-Bander, welcher ſo viel iſt als derPrevoſt de Maechands. Ein Gerichts⸗Dienerverwahrete ſamt dem meinen/ ſo ich allda beydem Verſtorbenen gelaſſen hatte/ das ZinnerTag und Nacht/ ſo bald ich den Fuß auf dasLand geſetzet/ lieſſe er den Cadiund Cha-Pan-

deer meiner Ankunfft berichten/ und alſobald

lieſſen ſie mich zu jhnen kommen. Nachdeme

ich ſie gegrüſſet hatte/ fragte mich der Cadi, ob

das Gelt/ ſo in der Kammer des Verſtorbenen

ſehe/ mein ware/ und wie ich es erweiſen konte.

Ich antwortete jhme/ daß ich keinen beſſernBeweiß hatte/ als die Wechſel⸗ Briefe/ ſo ichdem Cheraf gebracht haͤtte/ und welcher ſinthmeinem Verreiſen die Summa auf meinen

Befehl dem Verſtorbenen außgezahlet hatte.

Daß ich folgends hatte Befehl gegeben/ imFall der Cherak in ſilber Stucke bezahlte/ er

pbolches in pagodes Dor verwechſeln/ und mir

Beſchrei-

bung dertamaut-ruben.

es überbringen ſolte; auf dieſe Antwort/ ſoich jhnen gab/ lieſſen ſte die zwey Cheraf, welchemir die Wechſel⸗Briefe bezahlt hatten/ zu ſichberuffen/ zu wiſſen/ ob ich die Warheit vorge-geben/ welches ſie alſobald bekenneten; und zu-gleich befahl der Cad ſeinem Stadthalter/ mirdie Kammer zu eroͤffnen/ und zu ſehen/ ob dasPitſchafft an allen Säcken noch gantz ſeye.

Er verlieſſe mich nicht/ biß ich mich erklart hat-te/ daß ich meine Rechnung habe/ und mir

nichts fehle. Ich gienge wieder mit jhme zu-rück/ dem Cad und Cha- Bander gleiche Be-kantnus zu thun/ und mich vor dero Vorſorgezu bedancken/ allwo ich einen Zedel/ in Perſi-ſcher Sprache geſchrieben/ unterzeichnen mu-ſte/ zu bezeugen/ daß ich zu frieden ware. DerStadthalter ſagte mir/ daß ich den Leich⸗Ko-ſtendes Boete/ und das was theils denen/ ſo

verſlegelt/ als auch dem Gerichts⸗Diener/ ſodie Thuͤre verwachet hatte/ gehoͤrte/ bezahlen

muſte. Dieſes alles kam nicht über neun Rou-

pies, oder vier und ein halben Thaler unſerer

Müntze/ und ware man um ſo guten Preiß an

vielen Orten in Europa nicht davon kommen.

.ñ

Das XVI. Capitel.Reiſe des Authots in die andern Gruben/und auf was Weiſe man dort die Dia-manten ſuchet.

eben Tag ⸗Reiſe von Golconda ge-. rade dem Aufgang zu/ iſt eine andereDiamant⸗Gruben/ in der Land-

Sprache genant Gani, und in der PerſiſchenCoulout ſie iſt nahe bey einem groſſen Flecken/durch welchen eben derſelbe Fluß/ uber welchen

ich/ als ich auß der andern Gruben kommen/

Fgeſetzet/ laufft/ und auf anderthalb Meilen von

dem Flecken gibt es hohe Berge/ welche eineMonds, Runde formen. Der Raum/ ſo zwi-ſchen dem Flecken und den Bergen ſich befin-det/ iſt eine Ebne/ wo man grabet/ und den

Wo ſie gele⸗ Diamant findet. Je mehr man ſuchet/ und

Nell,

dem Berg zu ziehlet/ je groſſere Steine findet

0

werbte. Nachdeme dieſer Handelstmann del guOrt von dem Bauren erfahren/ wo er den fal

Reis beſchreibung in Indien/

man/ aber wann man gar zu hoch ſteiget/ fndetman gar keine mehe. f

r keine n e ee deEs iſt nicht mehr als etwan hundert Jahr/ 9054

daß dieſe Gruben iſt entdecket worden/ und ſol-

ches geſchahe durch Vermittlung eines ar?

men Manns/ welcher ein Ende der Erden

umgrube/ um h zu ſaͤen/ allwo er eine na-

türliche Stein⸗Spite fande/ welche ohngelehn

fünf und zwantzig Caraten woge. Weilenn

dieſe Art Steine ſhm ohnbekant ware/ undesdaran einigen Glantz ſahe/ truge er ſolche genGolconda, und zu allem Glüͤck vor jhn/ melde-te er ſich bey einem an/ ſo mit Diamanten ge⸗ 115

.

Diamant gefunden hatte/ ware er gantz be-ſtürtzet/ einen Diamant von ſolchem Gewicht

zu ſehen/ angeſeheſſ/ daß vor dieſem die Groͤſten

ſo man gefunden/ zum vielſten von zehen oder

zwölf Caraten waren. Das Geſehrey vol

dieſer neuen Entdeckung/ breitete ſich alſobal-

den in dem gantzen Lande auß/ und etliche guß

dem Dorf/ welche gute Beutel hatten/ ſiengen

an in der Erden zu ſuchen/ allwo ſie fanden/

und wo man noch ſehr groſſe Steine und angroſſerer Menge/ als in den andern Grubenfindet. Es finden ſich/ ſage ich/ jezunder al

bereit in dieſer viele Steine von zehen biß vier

zig Cargten ſchwer/ und auch etliche malen

noch gröͤſſere/ aber unter andern der grote

Diarnant/ welcher neun hundert Caraten/ ehe

er zertheilet worden/ gewogen/ welehen Mig

mola dem Aureng- zeb, wie ich anderswo 9.

ſagt/ verehret. VOb ſchon dieſe Gruben von Coulour merckwuͤrdig iſt/ wegen der Menge der groſſt-Steinen/ ſo man darinnen findet/ iſt das bel

daß ſie gemeiniglich nicht ſauber ſind/ und daß

jhr Waſſer von der Farb der Erden hat/ wol

innen ſie gefunden werden/ wann das Erdrei Wſumpffigt und feucht iſt/ ziehet der Stein al

das Schwartze/ iſt ſie rothlicht/ ziehet er T

das Rothe/ und alſo von den andern Hrteſ, e

bald auf das Grune/ bald auf das Gelbe 0

viel auch von dem Dorf gegen dem Berg /n

es unterſchiedene Erden. Auf dem meiſteh

Theil dieſer Steine/ nachdem ſie geſchnitten 0

ſiehet man allezeit als wie eine Art Feiſt

auf/ welches machet/ daß man ohne unten,wischen. Tuch darüber fahrt/ ſolches abu gwiſchen. 8 a/ WienWas die Heiterkeit der Stem abel 9%muß man mercken/ daß an ſtatt man in Sie apa ſich deß Tags bedient die unpolierte S 0 E 1ne zu befichtigen/ um wol von ihrer Helle hel chenTupffen/ ſo ſich darinnen befinden/ zun in

len/ bedienen ſich die Indianer der Na lateinem Tuch/ welches ſie eins Schuhs v einviereckigt in eine Maure machen/ ſie cke he

Liecht mit einem groſſenLunten darein ge des

ſen Heitere ſie von der Helle un Sauber 1fe40%

Steins/ ſo ſie zwiſchen den Fingern 11 nel,

urtheilen. Die/ welche ſie Himmels⸗ 9nen/ iſt die Ergſte von allen/ und e nocſolche zu erkennen/ allweile der Stein ah