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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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127
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N. 5 4 2 5Wiſſenſchaft genng hatte/ dieweil die Ver-

auffer verbunden ſeynd/ hne ſolches anzuzei-

115 wegen der zwey von hundert /o dem Ke-

und denund der Kauffer zu bezahlen

92 ig iſt. Ich wieſe hme demnach was ich

auft/ und was es mich gekoſtet hatte/ wel-

ches dem Buch des Bamanen, welcher des Ko-

Für de Za echt einziehet/ gleich karne. Zu gleicher

w 92 bezahlte ich ſhme auch zwey von hundert/

957 es Konigs Hecht/ aachdeme er es empfan-

5 ſagte er zu mir/ er ſehe wol/ daß die Fran.

fen Sgewiſſenhafte Leute ſeyen. Er ware deſ-

5 beſſer verſichert/ als ich den Stein von

ich, carats herfür zoge. Gznadiger Herz/ ſagte

0 diefer iſt nicht in dem Buch der Banianen,

nd iſt auch niemand in dem Flecken/ der ge-

a0 hatte/ daß ich ihn gekaufft habe/ du

es deen hätteſt es nicht gewuſt/ wann ich

dir nicht geſagt hatte. Ich begehre dem

onig ſeine Rechte nicht ab zu betrie-

n hier iſt/ was jhme gehort, nach

am Preiß/ das mich der Stein gekoſtet hat.

er Befehlhaber ſchiene gantz beſtuͤrtzt/ und

Aagleich ſehr auferbauet/ wegen meines Ver-

ahrens; er lobte mich ſehr/ und ſagte/ dieſes

dare ehrlich gehandelt/ und ware kein Kauf-

. 0 0 im and/ es ſeye gleich ein Mahometaner

oder ein Abgottiſcher/ der auf gleiche Weiſe

andlen wurde/ wann er glaubete/ es ware je-

erman unbekant/ was er gekaufft habe. Uber

leſes lieſſe er die reicheſten Kauf⸗Leute des

ts kommen/ und nach deme er jhnen alles er-

ſehlet/ befahle er/ die ſchoͤnſten Stein/ ſo ſie

aten/ zu bringen/ welches drey oder vier tha-

ken; und auf dieſe Weiſe legte ich meine zwan-

ig tauſend Pagodes in ein oder zwey Stun-

5 Nach deme der Kauf gemacht/ und

dea elt erleget ware, ſagerer zu diesen Kauf-

uten/ daß/ weilen ſie mit einem wackeren

duch e zu thun gehabt hatten/ ſolten ſie mir

ſie pretwas zum Angedencken geben welches

aun hach n beſter Weiſe thaten/ gaben mir dem-

it. 0 einen Diamant/ welcher bey nahe hun-

8 Thaler werth ſeyn moͤgen. Was den

Hefehlhaber anbelangt/ verehrte er mir eineAppe und eine Schlinge.

ubAdar,anten

00

ten, Ich gebe hier etwas ſonderbares und ſel-

die g beobachten das et auf pas Weeb0 ndianer/ ſo wol die Abgoͤttiſche als Ma-metaner/ den Kauf von aller Gattunggroben machen. Es geſchiehet alles mitdeblſem Stillſchweigen/ und ohne daß jemandvor d Der Verkauffer und Kauffer/ ſiten einerna cüben andern uber/ wie zwey Schneider undden deme einer von beeden ſeine Leib⸗Bin-te Hand oel nümt der Verkauffer die rech-5 9 des Kauffers/ und bedecket ſolche mit0 and mit der Binden/ unter welcher inche ich art etlicher anderer Kauf Leute/ wel-den, manchmalen in gleichem Saglebefin-deſſen Kauf beuplich/ und ohne daß jemandda Wiſſenſchafft habe/ geſchiehet. Dann

aden.

85 Ah. 8 5 17wedealen redet der Berkaufßer und Kauffer/ geſt

anden dem Mund noch mit den Augen mitauf dee enden mu mit der Hand walchese Weiſe geſchicht. Wann der Ver-

127kauffer die gantze Hand des Kauffers nimt/

heilt es ſo viel als Tauſend/ und ſo offt er jhmeſelbige druckt/ bedeutet es ſo viel tauſend Pago-

des oder Koupies nach der Gattung Muntze/

des gehandelt wird. Wann er mi fünf Fin-

ger nimt/ bedeulet es funf Hundert/ und ſoes

nur ein Finger ware/ iſt es Hundert allein.

Nimt er dann nur den Halben/ biß auf das

Zeichen der Mitten/ bedeutet es Funfzig/ und

das Kleine gleich biß auf das Erſte biegen/ heiſ-

ſet es Zehen; und dieſes iſt das gantze Gehein⸗ Durch dienus/ welches die Indianer in ihren Marckten Sine uhaben/ und es geſchiehet offtmalen/ daß inei⸗ der Kaufnem einigen Ort/ wo viel Leute ſind/ eben die⸗ endeckt.ſelbe Waare ſieben oder acht mal verkaufftwurde/ ohne daß die Geſellſchafft wuͤſte/ wie

viel unter einmal ſie ware verkaufft worden.

Was das Gewicht der Steine betrifft/ dechtmaſſ-konte man nicht mit betrogen werden/ es ware ges Bewichtdann/ daß man ſte heimlich kauffte/ dann wann der Steinenman ſie offentlich kauffet/ hat es einen eigenenMann dazu/ von dem Koͤnige beſoldet/ undwelcher im geringſten keinen Genuß von demgemeinen Mann hat/ welches Amt iſt die Dia-manten zu wegen/ und wann er das Gewichtnimt/ halten ſich ſo wol der Verkauffer alsKauffer an ſein Wort/ weilen der Eigen⸗Nutzihne niemand abſonderlich begoͤnſtigen macht.Nachdeme ich meine Geſchaffte in der Grubenvollendet hatte/ gabe mir der Befehlhaber ſechsReuter zu/ um deſto ſicherer ſein Land durch,zu reiſen/ welches biß an einen Fluß/ ſo dasKönigreich von Vilapour, von dem von Golcondla abſondert/ gehet. Die Überfahrt dieſes SonderbarzFluſſes iſt gar ſchwer/ dieweilen er breit/ tief ound ſchnelle lauffend iſt/ und daß er wederBrucken noch Schiffe hat. Man bedienet ſichüber denſelben zu kommen gleicher Weiſe wieüber die andern Fluͤſſe in Indien/ wie ich deſſendann ſchon anderwerts gedacht habe/ ſo wolvor died Nenſchen/ hr Reiß⸗Gezeug/ Gut chen/Ochſen und Pferde/ ein rundes Schiff von ze-hen biß zwolf Werck⸗Schuh/ von Weydengeflochten/ wie unſere Koͤrbe/ von auſſen mitOchſen⸗Haut überzogen/ dienet vor einenNaachen; und ich habe eben auch im ſelbenOrt angezeiget/ auf was Weiſe ſich die Uber-ſetzende bekleiden. Man konte wol gute Kahnemachen/ oder aber ein Brücken uͤber den Fluß/aber die Koͤnige von Golconda und Vilapourwollen ſolches nicht/ weilen ſolcher die Abthei⸗ alung jhrer Koͤnigreiche machet. Alle Abend Der Beſehl-die Schiff⸗Leute/ ſo wol auf ein als anderer baberen geSeien/ ſeynd verbunden/ zweyen kleinen Be⸗ fhfehlhabern/ welche ohngefahr eine viertel SchifbeukeStunde jen⸗ und diſſeits deß Fluſſes woh-nen/ einen genauen Bericht von allem/ wasden Tag durch uͤber den Fluß geſetzet/ ſo wolvon Menſchen als Thieren/ als Waaren/ zuuͤberbringen.

Nachdeme ich zu Golconda ankame/ hattte es ſchon drey Tag/ daß Boete der Apotheckereſtorben ware/ und die Kammer/ worin ichhn gelaſſen hatte/ mit zweyen Sieglen ver-wahret/ das eine von dem Cad, welcher als derOber⸗Gerichts⸗Herꝛ iſt/ und das andere von

8 dem