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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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155
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Von der Glaubens befantnuß der Mahometaner/ und Ungläubigenin Indien: des Authors Reiſe zu Meer von Surate auf Batavia,und von Batavia in Holland/ und von underſchiedlichen Sonder-

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barheiten etlicher Orientaliſcher Königreiche.

Das I. apitel.

Von der abſonderlichen Glaubensbekant-nuß der Mahomeranern in den Orien-

kabſehen IndienEr underſcheid ſo ſich under6 N den Mahometanern befin-oder/ beſtehet nicht allein in* den underſchiedlichen Auß-1 legungen ſo ſie jhrem Aleo-8 e an geben; aber wol i dena,. derſchiedlichen Meinungen ſo ſie von den er-We ſten Vonder Mahomets haben. Da-

Veh.N da,Mahn

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8 ſdrige Spaltungen entſtehen; die eine ſodunnis genant/ und von den Turcken ange-men; und die andere ſo Chiais heißt/ und5 2 Perſtanern jhre iſt. Ich wil mich nicht lan-0 gendem Underſchied dieſer zweyen Trennun-155 welche alle die Mahometaner theilen/ aufPalencbiewellen ich davon genugſam in meinerwi rſiſchen Beſchreibung geredet habe/ undfe nur allein den jetzigen Stand dieſes fal-Male lgubens ſo wol indem Reich des Groß-olle/ als auch in den Königreichen von

dcondla und Vilzpour melden.n Gl In der erſten Guſchung des Turckiſchendat. E wundenein Indien/ waren die Orientaliſcheundd en chr poffartig/ und ohngogzefbrchrig-Hes oi, Abgökkiſchen ein verzagtes Volck weſo dau ct groſſen Widerſtand thun konte. Al-N dd es den Türcken ſehr leicht fiele/ die einenMunde andern durch die Starcke der Waffenſem d erdrucken/ welches ſie auch mit ſo groſ-1 gaccdel thaten/ daß viel Chriſten undSad wg tie den Tuͤrckiſchen Glauben annah-

80 er Groß⸗Mogol ſamt ſeinem gantzendon en Colconde der Chaſchen und derpour hat in ſeinem Lande von beeden

er iſt es daß zwey underſchiedliche und gantz

(colget den Souniſchen Trennungen/ der

Theilen vermiſchet; welches auch von demHof des Groß⸗Mogols kan geſagt werden/wegen der Viele der Perſianern/ ſo jhme zu ſei-

nen Heer⸗Zuügen dienen. Obwolen ſie dieSounais ſohr anfeinden/ folgen ſie doch auſſer-

lich des Fürſten Glauben/ glaubende/ daß umjhr Glück zu befoͤrdern oder zu erhalten/ ſie jh-ren Glauben verbergen konnen/ und daß es ge-nug ſeye ſolchen in dem Hertzen zu haben. Wasdas Koͤnigreich Golconda belanget/ Koutoub-Cha welcher anjetzo regieret/ handhabet mitgroſſem Eifer den Chiaiſchen Glauben/ undwie die Groſſe ſeines Hofes faſt alle Perſianerſind/ beobachten ſie den Chiaiſchen Irꝛthummit eben der Strenge und Freyheit/ als inIch habe anderswo bemercket/ daß underden Mahometanern/ ſo naturliche Undertha-nen des Groß⸗Mogols/ wenig Beamtete;welches Urſach/ daß viele Perſianer entwederdurch Nohtzwang oder Ehrbegierung einesbeſſern Glücks/ als deſſen ſo ſie in jhrem Landezu gewarten haben/ ſuchen ſolches in Indien.Und wie ſie abgeführt genug ſeyn/ finden ſiegenugſame Gelegenheit ſich in den Waffen zubefürdern/ daß ſo wol in dem Reich des Groß-Mogols/ als in den Königreichen von Gol-conda und Viſapour, die Perſianer in Beſitzder ſchoͤnſten Aemtern ſeynd.aeAureng- zeb bezeuget uͤber alles einen groſ⸗ Auteng. ꝛcbt

ſen Eifer für die Sounniſche Trennung/ deren Kibri

er ein ſo getreuer Beobachter/ daß er alle ſeine TrennungVorfahren in auſſerlicher Achtung des Geſe⸗ 1 0ßes übertrifft/ welches der Furhang mit wel-chem er die Anmaſſung des Koͤnigreichs bezo-gen. Als er den Thron beſtiegen/ gabe er zuerkennen/ daß er das Mahometaniſche Geſetzein aller ſeiner Scharffe halten wolle/ von dememan zur Zeit des Cha gehan ſeines Vatters/und Gehan- guir ſeines Groß⸗Vatters/ abge-wichen ware. Um ſich noch eifriger in deren

Glauben zu erzeigen/ machte er ſich Wczer 55 e