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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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der grauſamen Verfolgung wieder die Chriſten/ in ſelbigen Inſulm

den Degen zucken der andere ſagte Ihmeder ort iſt nicht bequem/ ich will gehen/ meinampt verrichten/ harꝛe mein/ ich will dir eingenügen thun/ dieſer wartete ſein wuͤrcklich/aber er wur de endlich ungedultig/ und dafurhaltend der andere hette ſeiner nur geſpottet/

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eröffnete er vor zorn raſend ſich ſelbſten miteinem Stilet den bauch; die leute lieffen zuund umb ihn her/ und begehrten die Urſach ſei-nes todes zuwiſſen/ aber man hat nichtsanders von Ihme vernehmen konnen alsdaß er geſagt/ es iſt ein unbehertzter und lieder-licher der mich beleidigt. Inmittels kame derandere herbey/ drang durch die leutihe undwegen dieſer that beſtüͤrtzt/ ſagte er/ du Vn.glüͤckſeliger/ du ſoſteſt an meinen worten/keines weges gezweiflet haben/ dieſer Stiletwird dich deren Verſichern/ mit dieſen wor-ken ſchnitte er ſich den bauch auff und fel ne-

ben den andern zur erden. i8 fh Keine Nation wird in der Welt gefundẽ/ wel-zu dobt an che den Todt weniger fuͤrchtet und zur grau-he ſamkeit ſo ſehr geneigt iſt. Wann ein Furſtoder groſſer Her? ſeine Freunde gaſtiert/ laſſet erbey endung der Mahlzeit die vornemſten ſeinerbedienten beruffen/ befragt dieſelbigen ob einerunter Ihnen/ welcher aus liebe zu ihm ſichin gegenwart der geladenen Gaͤſte/ umbringenwolle/ als bald ſtreiten ſie unter einander/welcher am erſten die Ehre haben ſoll/ und nachdeme hernach dem Fürſten gefaͤllet etlichezubenahmen/ von ſtund an/ eroͤffnen ſie ſich den,bauch mit ihrem Cric welches ein art Stiletiſt deren ſpitzen vergifft ſeind/ und halten esfur eine groſſe Ehre dieſes Spectackel der Ge,ſelſchafft zugeben; gleiche gewohnheit habenſie bey abſterben ihrer Herꝛen/ oder wann ſieeinen Pallaſt bauen laſſen/ maſſen ſie aus Aber-glauben dafür halten daß dieſe Opfer zu be-leſtigung des Baues nohtwendig weren/und den jenigen die das Haus bewohnen/bonten ein mittel zur gluckſeligkeit ſeyn.k egaß Den Diebſtal ins gemein ſtraffen ſie mitJu dem Todt/ um geld zu ſpielen halten ſie fuͤreine ſonderbahre Ubelthat/ der Ehebruch1 wird allein an den Weibern geſtrafft/ falſchnintzen/ mordbrand/ nohtzwang/ raub/ undlich an dem Keiſer vergreiſſen/ wird nicht alleinan de verbrechern/ ſondern auch an dere nechſtẽanperwanten geſtrafft. Die Weiber ſeind ein,gezogen und Ihren Maͤnnern ſehr getreu. DerKeyſer lieſſe auff eine zeit einen Herꝛn ſeines

alen,kalſche,nigen

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e i hoffs töten/ in hoffnung hernach ſeines

eibes zugenieſſen; dieſelbe aus furcht er-moͤchte zu dem ende gewalt uͤben; begehrte zeitUmm ſich zuentſchlieſſen/ der Keyſer erlaubteIhr einige tage/ nach deme ſelbe verfſoſſenwaren/ hat ſie ſich ſampt ihren kindern/ inN. en gemach verſchloſſen/ durch einen ihrer leu-Ab the ein zedulein an den Kayſer geſchickt undAls ſolches geſchehen ihre Kammer darinen ſiene en Ihren Kindern war/ mit Feur angeſtecktzund ſich ſampt ihnen verbrand/ dieſer zedulhielte nichts anders in ſich/ als einen verweisoiſie dem Keyſer wegen ſeiner Tyranney ge-eben/ und eine bezeugung der fteude ſo ſie

Ul. Theil Ber icht von Iapan.

geführt/ da den nicht allein ſein Eyffer und

hatte/ ſich alſo zur gedaͤchtnüs ihres gewe-

ſenen Ehemans aufzuopfern; Es ſeind mir

noch andere dergleichen Hiſtorien erzehlet

worden/ woraus abzunehmen daß dieſe Na-

tion auch die groͤſten thaten der Tugend zu⸗ N

verrichten nicht unfaͤhig ſeye. Die PortDie Portugieſen ſeind die erſten aus Eu. gieſen ſeind

ropa welche die Inſuln lapans enkdecket/ ſie die erſten in

wurden anno 1642, durch eins ſtarcken ſturm 1 75.

dahin getrieben/ und nach dem ſie vernommen een.

daß das cold und Silber dorten im uͤberflus/

haben ſie wiederum dahin gekehrt um einen

feſten fuß zuſetzen; Sie ländeten unfern Sa

runga qn/ welche Stadt ungefehr 4 meilen

bon dem Meer entlegen; weilen aber das

Uffer voll Sandbäncke alda die Schiffe

nicht in ſicherheit ſein konten/ haben ſie den

Ort nicht bequem genug gefunden/ derohal-

ben blieben ſie nicht langer als 4 oder 5. Jahr

daſelbſt/ ſondern ſchiffeten endlich nach einer

kleinen wilden Inſul nahmens Kilma; die

ſie hernach mit volck beſetzte n/ aber ſeit der letz-

ten verfolgung der Chriſten haben die Por-

kugieſen dieſe Inſul verlaſſen/ und weilen ſie

kein gewerb mehr in lapan haften/ iſt ſelbe

unbewohnt geblieben/ biß die Holländer ih-

re Handlung eingeführt/ auff die weiſe/ wie am

ende dieſes Buchs ſoll meldung geſchehen., f. re

Sieben Jahr nach deme die Portugie, ankunfft in

ſen in lapan angelaͤudet/ iſt S. Franciſ. diefe Inſeln

cus Xaverius das Evangelium zu predigen das Kyan-

dahin kommen. In der Inſul Niphon wa, gelium zu

re deſſen erſte ankunfftz darimnen hatt er zwey predigen.

Jahr und etliche Monat zugebracht und viel

Oerter dieſer Inſul durchzogen die wellen aber eſein vornembſtes abſehen nach China gewe-

ſenz hatt er ſich umb dahin zu ſeglen/ zu Schiffbegeben/ kaum aber ware ſolches abgefahren/ſo wurde S. Franciſcus Xaverius gefaͤhrlichkranck: Der Haubtman und alle Offieirer/waren der meinung ihn an Land zuſetzen/in Hoffnung er wurde linderung erlangen/ undwelches ſie um ſo viel mehr zu dieſem vorha-ben veranlaſſete/ war daß ſie ſich der InſulSechen, andere melden Hainan welche nachChina gehöͤret/ nahe befunden/ ſie wurffen den 5Ancker aus umb daſelbſten anzulenden/und ſetzten ihn in dieſer Inſul ans Land/ aberſeine Kranckheit nahme zu und nicht ab/ ſodaß er wenig tage hernach ſein Ampt ſamptdem geiſt auffgab/ nach deme er den Chriſt-lichen Glauben mit trefflichem fortgang ein

Tobt.

Ehrentuh mnſeine Predigten ſondern auch ſein eßempla-kiſches heiliges leben ſehr erbaulich geweſen.Er ſtarb im Jahr yz. und war niemahlenin Ohina kommen/ wie einige geglaubt/ wie-wohl er zum ziveiten mahl bey demſelbigenangelendet hatte. Es hat nichts deſtowe-niger das anſehen daß das Chriſtenthum ſoer in der Inſul Niphon eingefuͤhrt/ in diebenachbarte Land ausgebreitet worden/ unddurch ben ſeis dieſes Helligeng mannes der bil-lich S. Paul und der warhaffte Apoſtel derIndianer genennet werden mag/ wercklich zu-genohmen. 5 85A ij Der