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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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d der grauſamen Verfolgung wieder die Ghriſten/ in ſelbigen Inſuln.

feamac Stand waren ſo groſſe Freygebigkeit zuer-

zeigen/ als der Preſident gethan/ ſo beſtun-den ſie doch; und machten alle ſeine anſchlaͤ-ge zu nichte. Als es nun durch dieſes mittelihme nicht gelingen wolte; bediente erſich der aͤrgſten ſchmaͤhung; nemlich er er-dichtete einen Brief in Portugieſiſcher Sprachgeſchrieben/ des Inhalts ob hetten die Chriſten in Japan einen aligemeinen Auff ruhr undſonderbahre Verraͤtherey wider die Perſohndes Keyſers beſchloſſen. Dieſen Brief brachteer einem Herꝛn des Landes mit deme er ſichdertraut gemacht; Der Her?/ welcherdie Portugieſche Sprach etlicher maſſen ver-ſtunde/ erachtete ſeine Schuldigkeit zu ſein ſol-ches ohn verzug nacher Hoff zuberichten undinmittels dieſem anſchlag das Leben des Fuͤr-

a0—ung ſten und die Ruhe des gemeinen weſens be-

freffend/ beſſer nach zu forſchen. Der relident erzehlete demselben wie wunderlich/ihme dieſes ſchreiben in dle Hande gerathen/und erdachte auff alle weiß und wege durchdie Umſtaͤnde die ſich dazu ſchickten/ ſeinenBetrug glaubwuͤrdig zumachen; vorgebenddie Hollander hetten den Portugieſen einchiff von Iapan nacher Goa widerkehrendweggenommen/ in welchem der Capitain die-ſen Brief unter andern ſchrifften gefunden/ſolchen eroͤffnet/ uñ als er geſehen wie von groſ-ſer conſequentz derſelbe ſey/ dem Prelidentendurch einẽ Expreſſen über ſandt ſich deſſen nachſeiner Klugheit/ und der Liebe der HollaͤndiſchẽCompagni dem Keyſer zu dienen/ zu gebrau-chen. Derohalben er dafur gehalten/ er koͤntedieſem uͤbel vorzukommen bey niemand ſichererals bey ihme ſolches anbringen und dasferner kein Augenblick zeit zu verliehren ſey.Uber dis daß die Spanier denen die Portu-Zieſen unterthan einen ſchaͤdlichen gebrauch/hatten/ in deme ſelbige neben ihnen keine an-ere als ihres Glaubens Genoſſen leiden wol-ten; und damit ſie ihre Religion ſicher ſtel-len könten/ ſpareten ſie:wederkeden noch drey-elt der Leute; ſo gar daß ſie glauben ih-rem Gott ein angenehm Opfer zu thun wanlie die jenigen welche ſie nicht zubekehren ver,mogen ums Leben bringen. Das die Hol-lander hingegen nicht alſo beſchaffen/ ſondernich mit allen Nationen und Religionenfriedlich betrügen und nur allein ihrem ge-werb nach gedachten.

Dieſer Her:/ glaubte dis falſche Gedichtund andte ſo bald dem Keyſer eine abſchrifftbes Briefs, dieſes ſbbſtſtändigen Inhalts daß

je Spanier der Philippinen und die Por-zugieſen in Iapan mit zuthun aller Chriſtendes Landes/ dem Koniglichen Stadthalter

u Hoa portrugen/ daß wan derſelbige in einet5 ümbten zeit 8. oder 10. Schiffe mit Vol-em und Kriegs munition, fürnemlich mitJule Officierern umb die Auffrührer zu Com-andiern/ beladen; ſchicken wolte/ ſe in we-aun kagen eine ſtarcke Armee zuſammen brin-ſch konten/ und daß demnach ihnen un,iubenr ein wurde der gantz Inſuln lapans ichemachtigen/ daß ſie auch gleichen Bericht

und für eben dieſe zeit dem KoͤniglichenStadthalter der Philippinen gegeben/ damit

die Aufruhr auff einmahl zugleich/ au sbrechen

mochte. Portugal war unter der BeherſchungSpaniens/ und obwohl die Portugieſen in

ihren Plaͤtzen in Indien keinen Spanierausgenommen den Koniglichen Stadthalter

leiden wolten/ ſo ſchliechen nichts deſtowe-

niger die Geiſtlichen durch einen wahrhaffti-

gen Eyfer zu dem Chriltlichen Glauben in la-

pan einzaber wan der Eyfer ohne maß/ verur-

ſachet er offt mehr uͤbel/ als der Geitz ſelbſten.

Die Pauliſten(alſo werden die Jeſuiten in

Indien wellen Ihre vornemoſte Kirche zzG0 S. Paulo gewidmet iſt/ genennet) hatten Zunehmenguten Fortgang in ihren Verrichtungen/ und 5wurden von den Leuthen werth gehalten Len in epaohngeacht der Verfolgungen/ die ſich wider

die Chriſten von zeit zu zeit erhuben/ nach

dem die Landsherzen denselben wohl oder

übel geneigt waren. Die zahl vermehrete ſich

von tag zu tag und die Newglaubige funden

auch hieben ihren Nutzen; in deme ſie ſich ver-

mittels des Gewerbs/ mit den Portugieſen/

bereichern konten/ als welche geſchworen/

mit den Abgoͤtterern keine Gemeinſchafft zu

haben; Dieſe Abſonderung bewegte dieBonaier zum Zorn/ und die groſſe Anzahlder Chriſten wurde dem Fuͤrſten verdächtig;der gar leicht auff dieſen ertichteten Brief entbrante/ wie ſolches die folgenden Zeiten durchgroſſes Blutvergieſſen gnugſam zu erkennengegeben. Die leſuiten/ hatten einen vor-nehmen Herꝛn des Konigreichs/ welcherſeine ordinari Reſidentz zu Bugen in der In⸗ Enn fatſul Ximo, deren Herz er auch war/ und Nnicht geringen gewalt in der gantzen Jaſul bekehret fichhatte/ zum Chriſtlichen Glauben bekehrt, zum Chriſtii-Derſelbe hatte vier Soͤhne zween deren wa chen. Glanren bey ihme/ und nach ſeinem Exempel be⸗ ben.kanten ſie ſich auch zur Chriſtlichen Religion der Vatter empfienge in der Tauffe 0 iden Nahmen Ignatius der Aeltere dieſer zween Wie auchSoͤhne wurde Franciſcus; und der andere ſeine Sohne.Caro benahmer. Diezwern Aeueſten aber uu denwaren bey Hofe/ und beide bey dem Kayſei 55in groſſen Gnaden. Als der jangſte denChriſtlichen Glauben angenommen, beflieſſe erſich gäntzlich auff das Leſen der heiligenSchrifft/ und begab ſich zu den Jeſultenwelche eine ſonderbahre Schul auffgerichtethalten/ umb die Jugend zu unterrichtendeſſelben Exempel hat eine groſſe anzahl jun-ger Herzen zum Chriſtenthum verleitet/ undweilen er wohl beredt in ſeiner Sprach/ warer ſehr tüchtig und geſchickt zur Predigt desEvangclis, und dieſem volck den groſſen Ir-thum ihrer Abgotterey zu erkennen zu geben.

Die lapanet haben von Natur ein edles Ge⸗ Der lapanermut) und groſſe Luſt zu allen Künſten und gemäte Ga:Wiſensbafſten es mangiet denſelben an, 5ders nichts als tüchtige Leuthe ſie zu unter keheigtelweiſen. Es fehlet ihnen zwar nicht an leh-

tern/ ſeintemahlen des Dairy Hoffdrenvoll„awo auch die Cronicken Ihres Lan-des auffbehalten werden ſie geben fü das die

A ii Truck-

Beweget dieUnglaubigenzum zorn.