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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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C

F.

der grauſamen Verfolgung wieder bie Ehriſten/ in ſelbigen Inſuln. 2.

lich faſt auff drey Millionen fuͤnff haubt Pla.

tze ſo ſie den Portugieſen in der Juſul Cey-lam weggenommen waren eine ihrer nutzlich-ſten Auſtellungen und obwohl der Wider-ſtand des Königs diſer Inſul welcher ſehrmaͤchtig iſt/ weit in das Land hinein zu drin-gen ihnen hinderlich geweſen/ ſo haben ſiedannoch ſich aller Kuͤſten auderer Natio,nen die Handlung dahin zuverhindern be-machtiget; und ſie allein ſamlen bey naheallen Zimmet; dieweil biſer Fuͤrſt wider denſie lange Zeit gekriegt/ umb diſe Specere-zuverwahren und einzuſamlen/ ſelbe nichtmehr angreiſſen doͤrffte. In den Kuͤſten Ma-labar allda das Erdreich lieblich und frucht,

bar/ hatten ſie den Portugieſen die beruͤmbte

Statt Cochin neben andern drey Stattenſo der Handlung zu Goa ſehr hinderlich/ weggenommen; und mit den Voͤlkern des Landseinen Vertrag gemacht/ durch welchen diſeſich verbunden jhren Pfeffer allein der Com-pagnie zuverkauffen/ dann derſelben groſſesverlangen iſt/ vollend zu Grund zurichtenwas die Portugieſen in Orient noch uͤbrighaben; die ober Cammer in Surate und die

Contor von Amadabat und Agra hatten auß

Indoſtan und Guſerate einen groſſen Ge-winn. Der Einkauff der Perſiſchen Seidenbrachte jhnen zu Gaumeron und Hispahan,

nicht ſo groſſen Nutzen/ dieweilen der Koͤnig

ſie zwunge ſelbe in einen beſtimten Preis da-bey ſie jhre Rechnung nicht funden anzu-nemmen. Sie hatten jhre Kammern in Mo-

cha und Baſſara bey nahe eine zeitlang ver-

laſſen/ aber in dem Vorgeburg Boneſpeiſich wohl eingerichtet/ und obwohl dieſelbigenin verkundſchafftung des Landes nur ein duͤr-zes Erdreich darauß ſie einig Gold im Sandund Vieh vermitleſt der Handlung mit denWilden bekommen/ gefunden haben/ ſo iſtIhnen doch daſſelbe für die Niderlag und er-friſchung ihrer Schiffen/ welches alſo noth-wendig in diſer gegend iſt/ das ohne ſolchesaſt unmuͤglich were einen beſtaͤndigen Han-del für Europa in Indien anzuſtellen/ fehr be-quem geweſen. 6Damahlen unterhielte die Compagnie140. außgeruſtete Schiffe/ bald zu dem Krieg/bald zu den Wahren/ mit Geſchutz und aller-ley Munition wohl verſehen/ und die uͤberboo. Mann ſo wohl Soldaten als Boots-knecht fuhrten. Eine ſolche Macht/ dafüralle Volker in Orient ſich fͤrchten aufzurich-ten/ haben die handels conlorten in 38. Jahren keinen Gewinn getheilt ſondern alles füras künfftige zuſamen gelegt/ bis das voͤlligeundament darau ſie hernach gebauet/ ge-legt worden; Batravia ware gleich ſam der Kernalles des jenigen ſo ſie von dem was von denortugieſen übergebliben/ erobern/ es konte5 hes ein groſſes Königreich machen wann15 Orth nicht hin und wider zertheilt legenwide groſſen Unkoͤſten ſo zu Außrüſt. Be-b ehr und Beſatzung erfordert weꝛden die Ein-unfften nicht mercklich verꝛingerten. Viel

leicht tvird diſe Compagnie einmahl mit jh-rer groſſen Heriligkeſt und alzu weiter Auß-breitung der Landen deren ſie ſich bemächti-gen wollen/ den Untergang finden. Einervon ihren Kluͤgſten Generalen hat mir garoſſt geſagt/ Wir haben nur allzuviel der Holün-Feſtungen/ es were nt Capo bond dichen e

pagni groſte

ſpæi und Battavia wohl gelegenen ſchler zulaſter

Contor gute Schiffen und treuen w inden

leuthen uns dienen genug. Gewis iſt

das jhre Beamte ſie ungeſcheut berauben und

machen jhren Gewerb und Herꝛſchafft in lu-

dien durch den Geitz und Ungerechtigkeit ſehr

verhaſt aber wofuͤr ſie ſich am meiſten fuͤrch-

ken ſoften/ iſt die Verachtung des Chriſtlichen

Glaubens und die unmenſchlichkeit ſo ſie toi-

der die Selaven verüben/ mit denen ſie ihren

Gewerb ohne einigen Unter icht im Chriſt-

lichen Glauben gehen als ob es unvernunff-

tige Thier weren/ kreiben; hierinn der Bar-

bariſchen Meinung der Hiſpanier nachfol;

gend; Das Gott mit ſeinem Blut diane a

die Seelen der Indianer nicht er⸗ licke.

kaufft/ und das zwiſchen denſelbi-

gẽ und den geringſten Unvernuͤnff-

tigen Thieren kein Unterſcheid zu-

machen/ dann es iſt in Warheit ein Ab-

ſcheuliches verhalten an den Chriſten/ daß ſte

burch ihre grauſamkeit das Chriſtenthum in

Haß bringen/ ja ſolches vertilgen/ un deſſelben

Untergang an den jenigen Orthen da es be-

gunte herfuͤr zukommen/ mit jhrer Anſtalt

ſich zu Nutz zumachen/ und oſſentlich be-

weiſen daß man keiner anderer Religion als

dem Eygen⸗Nutz und Wucher zugethan ſey.

Der Preſident von welchem ſo offt Meldung

in diſer Beſchreibung geſchehen hat denck-

wuͤrdige Exempel gegeben/ die ſeine Com-

pagnie mit der Zeit empfinden wird und es

iſt ein wunder daß der groſſe Verluſt ſo die

Ocgidentaliſche Compagni auf die ſie ein ſo

groſſen Eyfer hal/ in Bralllien und andern

Orthen erlitten/ jhr die Warheit nicht zuer-

kennen gegeben; dam es iſt gewiß daß die/

durch ihre Leuth daſelbſten veruͤbte Tyran-

ney und Rauberey eine Urſach geweſen daß

ihr Stand welcher in ſolchem Flor als diſer

nunmehr war/ gantz abgenommen.

Man hat mit kund gethan daß anno 1664..

die auß gaben der Hollander/ in Orient ins Beſchreibung

gemein bey zehen Millionen jahrlich; die des ganzen

Schiffbruch Schaden in Verlust der Schif⸗ Poland

fe und abütwimung der Wahren nicht ge, Ogtindiant-

hach/ ſieh betragen haben/ und das die ſtär, ſchen Com,

keſten Ladungen für Europa und Alia ſich Paggie.

nicht auff te. Millionen belauffen/ ja man-

ches jahr ſind dieſelben wohl geringer; alſo

das die Außgaben die Einnahm weit über-

treffen aber ſie halt ſolches vor dem Volck und

ihren eigenen Handels genoſſen mit ſonder-

bahrem fleis in geheim/ und offt geſchicht dieCiij Auß-