der Depitirten auß Franckreich betreffend vorgangen. 39
als Holländer beſitzen auch Hauſer umb denSins/ und doͤrffen kein eigenes bauen laſſena auch ohne Erlaubnuß keinen Nagel oder
Zapffen einſchlagen/ der groſſe Mogol hatein Exempel genommen/ daß an andern Or-ten alda die Chriſten eigene Hauer hatten/
dieſelbigen unter dem Schein einer Verbeſſe,
rung ſolche dermaſſen befeſtiget/ das wann
hernach die Cubernator kttvas anſagen laſſen/N haben ſie ſich widerſetzet/ und es ſo weit ge-
ſagan bracht daß ſie thun muſſen/ was ſie begehrt.n So bald die Geſandten zu Surate ange,fan, langt/ lieſſen ſie ein Geſchrey außgehen daß inee, kurtzer Zeit 7 oder S Schiffe der FrantzoſiſchenTm ompagnie ankommen würden. Der Kauff-galant man von Aleppo war über diſer Zeitung hochMebof, erfreüet und verhoffte durch Gunſt derAachen. Capuciner und den Vortheil denn er hatteweil er vieler Aſatiſchen Sprachen kundig
war/ zuerhalten daß der groͤſte Theil der
ahren durch ſeine Hande gehen moͤge-
In Hoffnung deſſen ſuchte er den Abgeſandtzauff allen ſeiten zu ſchmeicheln/ und beſchenck-de ſie mit etlichen prelenten, hielte ihnen freyeund offentliche Taſel/ ſo lang ſie ſich zu Suratebefunden und ſpeiſete auch ihre bediente auff
Feine Unkoſten. Er erkandte keichtlich daß dieHGeſaindten ſehr karg weren/ erhoffte aber dasgute Tractament und die verehrungen die ſie
von ihme genoſſen/ wurden ſie entlich zu be,
zeugung einer Danckbarkeit bewegen/ aberer fand ſich ſehr betrogen. Es belieff ſich bißauff oO. Roupies, theils was er an dieſel-bigen zu Surate angewendet/ theils was ſeinVetter ihnen zu Agra fuͤrgeſchoſſen. NZween oder 3. Tag nach Ankunfft der Ab-geſandten zu Surata, ließ ſie der EngliſchePreſident durch ſeinen Raht beſuchen/ weil erlolches auß Unpaͤßlichkeit ſintemahl er an demVodagra kranck lag nicht Perſöhnlich verrick-i konte/ der Hollaͤndiſche Commendant nebſteinem Naht kam auch zu ihnen/ und erzeig -te ihnen alle Hoͤffligkeit. Ich weis zwar nichtob unter dieſer Freundligkeit nicht ein Politi-cher Griff verborgen geſtecket/ allein es blibhaben/ und wenig Tage hernach wurden dieAbgeſandten von den Hollaͤndern zu Gaſtgebehten. Als man zur Taffel geſeſſen fiengenſie an des Königs von Franckreich Geſundheitf zutrincken/ unterdeſſen wurde auß vielen klei-0 nen Stücken und Feurmoͤrſeln Feur gege-tagen. ben ſolche Stüͤcklein pflegen die Holländerden des in ihren Wohnungen zu haben und laſſen ſichwenn ſie Furnehmer Herꝛn Geſundheit trin-cken oder wann ſie eine Vietori erhalten/ tap-er damit hoͤren/ man unterließ auch nicht/auff gute prolperität und auff das wohler,ö geen der Frantzöſiſchen Compagnie zu trin-eh. Herz Boulaye meinte ein gleiches auffſaſündheit der Holändichen Compagoiewwahun und hielte ſolches der Hoffigkeit ge,bes zu lein/ wie er daun auch thate. Alsſeh ol die Reye auch an den Beber kam/ wider155 er ſich und bildete ſich ein er ſey viel klü-e als Boulaye, und was ſo wol er/ als an-
dere Leute ihme vorbrachten/ und zuredetenſo konte man doch nicht von ihme erhalten/daß er die erwieſene Ehre und Hofffligkeit er,ſetzet hatte/ ja was noch aͤrger war/ als manihme zuzureden fort fuhr lies er das Glaß ein-ſchencken und warff es trotziglich zu ſeinenFüſſen. Er ſtund auch alsbald von der Taf-el auff/ und gieng mit ſchlechter Ehr ohneeinigen Bedienten zu Fuſſe in ſeine Woh-nung. Die Holländer erkkuge diſen Schimpffauß Hoͤffligkeit und ſagten nichts dazu/ undbliben nebenſt dem Boulaye in Froͤligkeit ander Taffel biß umb Mitternacht ſitzen. Den-noch konten iſſe nicht unterlaſſen bey etli-chen ihrer Freunde daruber zu klagen und ver-wunderten ſich ſehr das unangeſthen ſo vielEhrliche und Verſtaͤndige Leuthe in Franck-
reich weren/ man dennoch einen Thoren zuVernichtung eines ſo wichtigen Handels er-
wehlet/ und ſahen wohl daß er ihnen in de!Handlung wenig Nutzen ſchaffen wurde.Die Zeit Über als ſich die Geſandten zuSurate auffhilten/ bewiß der Gubernatotdes Orts durch vermittelung Pater Ambro-ii, ihnen alle Freund ſchafft/ ſo frembden je-mahls erzeiget werden konte. Einsmahlsda ſie mit einander ſich unterꝛedeten ſprach er
zu ihnen daß wenn ſie ſeinem Rathe folgen
wolten/ ſolten ſie vor Ankunfft ihrer Schiffenicht nach Hoffe gehen/ 15 der Guberna- N alletor ſahe wohl daß ihr Vorhaben ſeinem uhm zu er.Rath zu wider und entgigen war/ und daß zeigen geben.ſie ihnen feſtiglich fuͤrgeſetzt den Konig zu ckel trotziglichehen/ derohalben offerikte er ihnen Schiffe verwirſſtGeld und Soldaten ſie zu begleiten/ wolteihnen auch Recommendation-Brieffe anetliche fürnehme Hoffbedienten mit geben.Der Chabander der den Kauffleuthen fuͤr-geſetzet und der naͤchſte nach dem Euberna-tor iſt/ er bote ſich denſelben in gleichen Sa-chen behulfflich zu ſeyn/ aber ſie ſchlugen estrotziglich ab/ ſonderlich Beber der ſich gantzuͤnbeſonnen ein bildete er habe mehr Klugheitals Boulaye gefreſſen. Gleiche Hoͤffligkeiterwiſen ſie als ſie von dem Gubernator undChabander beſchencket wurden/ denn alsman ihnen die Geſchencke in ihre Wohnungbrachte/ gaben ſie denen ſo ſolche brachten auchnicht einen Pfenning fuͤr ihre Bemuͤhung/welches hie zu Lande ſehr ſchimpfflich gehal-ten wird. Den es iſt gebrauchlich daß für-nehmer Herꝛen Bͤͤdiente wenig andere Be-lohnung haben als das Geſchencke die ſiebon einem und andern die ihr Herꝛ beſchen-cket erhalten/ und je mehr es ihnen eintraͤgt jegröſſere Ehre hat der jenige davon/ der ſolcheſhnen verehrt oder der von deme die Geſchen-cke kommen. 5
Als nun die Abgeſandten ſich reſolvirethalten nach Agra zu reſſen/ dungen ſie eineKutſche mit Ochſen beſpannet/ nebſt andernOchſen ihre Bagage zu führen und 25 Sol-daten zu ihrer Leibwacht. Sie machten eingroſſes Geſchrey wegen der Ehre die ſie hal,ten von einem ſo maͤchtigen Koͤnige und einer
f anſehn-