in Perſien Kroͤnung. 81
& alſiduam fauſtitatem à præpotenti dextraDomini celſitudini tuæ ex animo toto peraccuratè precamur. Datum Romæ apudS. Mariam Majorem ſub annulo Piſcaroris-
Die 10. Marti 1668. Pontificatus noſtri an-
0 primo. N a
Dem Durchleuchtigen und Groß
mächtigen
Konig in Perſien. 1
Aurchleuchtiger und Großmaͤch-n nigſter 1 Wir wünſchens euch alle Wolfahrt/ und dasLiecht der Göttlichen Gnaden. Die Lie-be/ welche den Roͤmiſchen Paͤbſten von
Gott dem Schoͤpfer des gantzen Meuſch-
lichen Geſchlechts eingepflantzet worden/erſtrecket ſich ſo ferren/ daß ſie keine Ge-ſellſehafft der Menſchen von jhret getreuenVorſorge außſchlieſſet/ ſondern liebet undehret die Fromikeit/ Gerechtigkeit/ und
andere vortrefliche Tugenden/ wo dieſelbe
auch anzutreffen ſeyn moͤgen/ ſehr hoch.Um ſoleher Urſach willen haben unſereVorfahren die Glorwuͤrdige Könige inPerſien/ und inſonderheit aber Euer Ho-heit/ welche wegen dieſer hohen Tugen-den allenthalben ſehr beruͤhmt iſt jederzeithoch geliebet/ und ſehr werth gehalten.
Gleich wie wir nun in dieſem Stuck kei-nem derſelben etwas nachgeben: alſo ver-ſehen wir uns hinwiederum zu eurem Ko-
niglichen Gemuͤht/ es werde ſieh daſſelbenicht minder willfaͤhrig gegen uns bezeu-
gen; in solchem zuverſichrüchen Ber-
krauen nun erſuchen wir Euch hiemikdaß jhr den P. Stephan auß Ameria/ und
Die bey ſich habende Capueiner/ ſeine Mit-geſellen/ welches Leute ſeyn/ die nicht ihre
eigene/ ſondern einig und allein Gottes
Ehre/ und der Menſchen Heyl und Se-
ligkeit in der Provinz Georgien zu ſuchen
trachten/ durch Euer Koͤtugliches Anſe-
hen vor den Bedrangnuſſen der Spalti-gen/ ſo dem Griechiſchen Gottes dienſt an-hangen/ ſchuͤtzen und handhaben wolle/damit ſie jhres anbefohlenen Amts freyund ungehindert abwarten mogen. Ebendieſer groſſen h nade ſind wir auch fuͤr alleCatholiſchhe Chriſten gewaͤrtig/ welche ſichin Euren ſieh welt und breit erſtreckendenKönigreichen und Landſchafften aufhal-ten/ die wir nach unſerm aͤuſſerſten Ver-
moͤgen in Euren Koͤniglichen Schutz und
Sehirm befehlen. Wir wuͤnſchen hin-gegen Eurer Hoheit von der allgewalti-
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gen Hand des Hoͤrhſten/ eine vollkomme-ne Exkantnuß der Göttlichen Warheit/und reichen/ und mmerwaͤhrenden Segen
aller geiſt⸗ und zeitlichen Guter von rund
unſers Hertzens. Gegeben zu Rom zuSt. Maria NMajora Under dein Fiſcher⸗Ring/ 8den 18. Marti/ 1668. Unſers Paͤbſtli-chen Stuhls im erſten Jahr.
Wir haben droben erwehnet/ was die Co-ſacken diefes Jahr an dem Caſpiſchen Meer
gethan/ and welcher geſtalt ſte auß jhrem Mit-
tel etliche nach Hofe abgefertiget/ mit denenaber der Naht nicht allerdings zu frieden ge-weſt: Ingleichen haben wir auch etwas gemel-det/ was nachſinnliche Leute fur Bedenkendarüber gemacht/ ob ihr Anbringen auftich-tig gemeynet ſeye/ oder ob hinder dieſer Depu-kation einiger Berrug ſtecken mochte: iſt dan-
nenhero vonnohten daß wir allhier ihren zwey:
ten Einfall/ und was ſie weiters in dieſem 1668.
Jahr in Berſſen verubet/ heyfügen. Mitlerweilman in Perſien in Zweiffel ſtunde/ ob man ſiefür Freunde/ oder Feinde halten ſolte/ ſo fuhrenſie indeſſen/ nachdem jhre Geſandten wiederzuruck kommen/ in hrem Vorhaben fort/ allePerſianiſche Seeküſten gegen Oſten zu plun-dern/ ob man ſchon dieſen Voͤlckern ſcheinbaregute Worte gegeben/ und wegen Eingebungeiner bequemen Wohnung ſehr vortheilhaffti-ge Versprechungen gethan hat. Ju dieſemEnde verlieſſen ſie Save, und zogen immer wei-ter gegen die beſſer nach Often an dem Caſpi-
ItveyterEinfall derCoſacken inPerſten.
ſchen Meer geſegene Provintzen/ in die zwey
und ſechtzig Meilwegs/ daß man jhrer zu andeim geringſten nicht gewahr worden iſt/ und lan-deten bey Ferhabad, der Haubtſtadt der Land-ſchafft xMiazenderaan qn. Sie ſtiegen daſelbſtzu Land/ und gaben ſich für Kauffleute auß;
giengen auf die Marckplatze/ und in die Kram-läden/ als Leute/ ſo ſich nicht groß auf den
Kauffhandel verſtunden/ und doch/ einige Sa-e andere dagegen einzij-kaufen hätten; Sie gaben die Ducgten flirfunff Cha yet guß welches fünff und zwanzigStüber unſerer Munz ſeyt/ und verkguffkendie quese oder Perſianiſche Elen Engliſch
Tuch um vier aballis welche ſo viel Francken
machen. Die Perſtaner erwieſen in denen
fuͤnff Tagen/ ſo lang dieſes wahrete/ dieſen Co-
ſacken alle Chre und Freundſchafft/ weil ſie ſh-
re Rechnung ſehr wol bey jhnen fanden/ und
hielten ſie fur einfaltige Leute/ die das Glück 81
zen gefuhret. Am ſechſten Tage aber/ jn-deſſen dieſe Schglete jhr nfort trieben/ griffen ſie um die under jhnen be-ſtimte Zeit/ in welcher ſich die andern in genug-
ſamer Anzahl jedoch zu Verhütung alles Ver-
dachts/ an underſchiedlichen Orten einſinderſolten/ nach dem Degen/ machten all 995 0antraffen/ nder/ plunderten alle Hauſer/ undkehrten/ nach dem ſie uber fun hunderk Perſo-nenungebracht, mit reichen Seuthen beladenwieder nach ihren Schiffen; mit welchen fie/
Spiel noch immer
gleich wie das erſte 1 hohe Meer lieffen/
daß man ſie zu Lande nicht ſehen konnen.
Der