Buch 
Mineralienbuch, oder allgemeine und besondere Beschreibung der Mineralien / von L. A. Schmidt
Entstehung
Seite
19
JPEG-Download
 

19

Avanturin, ein brauner, gelber oder gelbröthlicher Quarz, der von zahllosen, kleinen Sprüngendurchseht wird, welche von feinen Glimmerschuppen erfüllt sind. Hierdurch wird ein sehr hübscher Gold-schimmer erzeugt, der den Avanturin zu einem beliebten Putzstein macht. Er wird bei Mariazell inSteiermark, Glen-Fernat in Schottland, bei Madrid, bei Nantes, am Ural u. s. w. gefunden.

Eisenkiesel, Sinopel, Hyazinth von Cvmpostella wird ein von Eisenoxydhydrat ge-färbter, dichter Quarz genannt, der sehr schöne, gelbe, rothe und braune Tinten zeigt. Oft ist er reinkrystallisirt, aber auch derb. Er findet sich auf Eisenfteingängen am Harz , zu Jserlohn in Weftphalen,im Erzgebirge, in Tyrol, auf dem Schwarzwald, Ungarn, Schottland , ausgezeichnet schön bei Compo-stella in Spanien rc. Hübscher Schmuckstein

Siderit oder Sapphirquarz, von schönem Jndigoblau. Findet sich auf Grönland und Cey-lon, auch zu Golling im Salzburgischen.

Cantalit wird gelblichgrüner, und Oliven quarz braungrüner Quarz genannt.

Prasem ist eine durch Strahlstein lauchgrün gefärbte Gattung, die wir von Breitenbrunn im Erz-gebirge, Tresenburg am Harz, Lisenz in Tyrol, aus Schottland rc. erhalten.

Katzenauge oder Schillerquarz, Oeil äe okat (französisch), Oat« (englisch ), grünlich-und gelblichgrau, mattgelb, braun oder seltner rothgelb; er zeigt rundlich glatt — en vadoclion — ge-schliffen, einen eigenen Lichtschimmer, der sich zu bewegen scheint, und ihm seinen Namen verlieh. Obdiese Erscheinung von zartfaseriger Textur, oder seinen, beigemengten Amianthfäden herrührt, ist noch un-entschieden. Er kömmt, meist schon geschliffen, von Ceylon und der malabarischcn Küste, wird aber auchbei Baireuth und am Harz bei Tresebnrg gefunden. Schmuckstein, wie die vorigen; im OrientLiebesamulett.

Stin kquarz. Er ist aschgrau, rauchgrau, bräunlichgrün bis in's Braune und riecht beim Rei-ben oder Zerschlagen brenzlich, oder dem schwarzen Steinöl ähnlich. Er kömmt sowohl derb als krystal-lisirt vor, zuweilen findet man hohle, mit Thon gefüllte Krystalle. Im Mergel und aus ihm heraus-witternd bei Pforzheim, mit Beryllen zu Chanteloup und bei Nantes , derb im Gneise des Schwarz-waldes, in Schottland, auf Elba , wo er als Zaubermittel gilt.

Faserquarz hat sehr feinstängliche, bis faserige Struktur, und wird in den Braunkohlenlagernvon Wettin bei Halle gefunden.

Die Härte und Feuerbeständigkeit des Quarzes empfahl ihn seit den ältesten Zeiten zu tausendZwecken. Sehr wichtig ist seine Benutzung zu Glas, Porzlan, Steingut, Smalte; die Hüttenkundeschätzt ihn als Gestellstein der Hochöfen, als Zuschlag beim Schmelzen vieler Erze. Sehr gesucht istferner der Quarzsand bei der Bereitung des Mörtels, wo er von keinem Ersatzmittel erreicht wird, we-niger dient er als Baustein, wo er als guter Wärmeleiter nur kalte Wohnräume gibt, und, da er dieFeuchtigkeit nicht einznschlucken vermag, so trieft jede von ihm errichtete Wand beim Wechsel der Tem-peratur. Besser eignet er sich zu Mühlsteinen, Reibplatten für Maler und Chausseebeschlag, wo er dasWasser abfließen läßt, ohne sich mit ihm zu zähem Koth zu verbinden.

Avanturin, Rosenquarz, Prasem, Katzenauge werden zu allerlei Schmuck und Luxusartikeln, auch inder Mosaikarbeit häufig verwandt. Der ächte Avanturin wird aber vom künstlichen, einem braunenEmail mit tausend flimmernden Goldpunkten weit an Schönheit übertroffen. Es ward zufällig entdeckt,

s s